Vol­ker Schlön­dorff

Literaturverfilmungen wie „Die Blechtrommel“, „Homo Faber“, „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“, „Der Tod eines Handlungsreisenden“ und „Eine Liebe von Swann“ haben Volker Schlöndorff als Regisseur bekannt und berühmt gemacht. Mit über 30 Spielfilmen hat Schlöndorff Filmgeschichte geschrieben. Er hat im Rahmen seiner Kasseler Brüder-Grimm-Professur vom 28. bis 30. Juni unter anderem über die Filme „Homo Faber“, „Der plötzliche Reichtum der armen Leute von Kombach“ und sein Verhältnis zu den Grimms gesprochen. 

„Volker Schlöndorff hat sich wie kein anderer deutscher Regisseur um die Vermittlung von Literatur und Film bemüht“, so Prof. Dr. Peter Seibert vom Fachgebiet Neuere deutsche Literaturwissenschaft. Das sei für das Institut für Germanistik der Universität Kassel Anlass gewesen, die Grimm-Professur 2011 an Schlöndorff zu vergeben. Damit würdige zudem eine hessische Universität den aus Hessen stammenden Filmemacher.

Schlöndorff thematisierte am 30. Juni „Homo Faber“, dessen Autor Max Frisch im Jahr 2011 seinen 100. Geburtstag hatte. „Es war ein großes Erlebnis für mich, zwei Jahre mit ihm zusammenzuarbeiten. Er ist mir dabei ein spätes Vorbild geworden. Er war ein Einzelgänger, der auf seinen Verstand und seine Gefühle vertraut hat“, so Schlöndorff im „publik“-Interview.

„Der plötzliche Reichtum der armen Leute von Kombach“, Schlöndorffs Regiearbeit aus dem Jahr 1971, stand am 29. Juni im Fokus seines Vortrags in Kassel. Für den in Wiesbaden geborenen Regisseur ist der Film auch für sein späteres Schaffen von großer Bedeutung: „Mit diesem Film habe ich eigentlich erst angefangen, mich zu entwickeln. Auch die Möglichkeit, mich an meine Kindheit in Hessen zu erinnern, hat mir gut getan“. Der Film wurde an hessischen Schauplätzen und mit hessischen Darstellern gedreht und beinhaltet auch Verweise auf hessische Autoren. So ließ der Regisseur Zitate aus Büchners Woyzeck und aus den Märchen der Brüder Grimm in den Film einfließen. „Bei den Arbeiten zum Film habe ich mich auch selbst als Bruder Grimm begriffen, als ich Material über die damalige Zeit gesammelt habe“, erinnert sich Schlöndorff an die Entstehung des Films. Der Film wurde mit dem Filmband in Gold für Regie des Deutschen Filmpreises ausgezeichnet.

Prei­se und Aus­zeich­nun­gen (Aus­wahl):

  • 1979 Goldene Palme für Die Blechtrommel
  • 1980 Oscar© für Die Blechtrommel (Kategorie: Bester fremdsprachiger Film.)
  • 1987 Hessischer Kulturpreis
  • 2002 Offizier der französischen Ehrenlegion
  • 2003 Verleihung des Bayerischen Verdienstordens
  • 2004 Bernhard-Wicki-Filmpreis für der Der neunte Tag
  • 2005 Ehrenpreis des Bayerischen Filmpreises
  • 2005 Ehrenpreis für sein Lebenswerk auf dem 20. Festival Internacional de Cine de Mar del Plata.
  • 2008 Verdienstorden des Landes Brandenburg
  • 2009 Carl-Zuckmayer-Medaille
  • 2009 Ehren-Jupiter für sein Lebenswerk
  • 2012 Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin