Do­ris Dör­rie

Doris Dörrie auf dem von ihr kuratierten forum:autoren des Literaturfests München 2017
(Foto: Amrei-Marie)


Grimm-Poe­tik­pro­fes­sur-Ver­an­stal­tun­gen (So­Se 2020) [urspr. Pla­nung]

Mi., 1. Juli 2020, 18–20 Uhr: Antrittsvorlesung
Do., 2. Juli 2020, 12–14 Uhr: Poetik-Seminar
Do., 2. Juli 2020, 18–20 Uhr: kommentierte Filmvorführung

[Termine aufgrund der Corona-Pandemie auf unbestimmte Zeit verschoben; neue Ankündigungen folgen]


Doris Dörrie (*1955) erhält 2020 die Kasseler Grimm-Poetikprofessur. Seit dem Erfolg ihrer Beziehungskomödie Männer (D 1985) gilt sie entsprechend der viel zitierten Titelschlagzeile des Spiegel als »Deutschlands erfolgreichste[ ] Regisseurin«.[1] Bis heute hat sie fast vierzig Spiel‑ und Dokumentarfilme als Regisseurin sowie oftmals auch Drehbuchschreiberin für Kino und Fernsehen verantwortet. Exemplarisch angeführt seien an dieser Stelle in chronologischer Reihenfolge Bin ich schön? (D 1998), Nackt (D 2002), Erleuchtung garantiert (D 1999), Die Friseuse (D 2010), Klimawechsel (D 2010), Kirschblüten – Hanami (D 2008), Alles inklusive (D 2014), Grüße aus Fukushima (D 2016) und Kirschblüten & Dämonen (D 2019). Ihre Filme wurden zudem mit etlichen Preisen ausgezeichnet, darunter mit Deutschen Filmpreisen (1986), Bayerischen Filmpreisen (1998, 2008, 2012), dem Grimme-Preis (2011) sowie Max-Ophüls-(Ehren‑)Preisen (1984, 2018). 2019 ist sie als Mitglied zur Oscar Academy berufen worden, um über die Vergabe der ›Oscars‹ mitabzustimmen.

Doch nicht nur als Regisseurin ist Doris Dörrie bekannt. Mit über zwei Dutzend Buchpublikationen ist sie mittlerweile gleichberechtigt auch als Autorin in den Fokus der Öffentlichkeit getreten. Für ihren Roman mit autobiographischen Zügen Das blaue Kleid (2002), in dem sie den plötzlichen Tod ihres Ehemannes, Kollegen und Kameramannes Helge Weindler bearbeitet, ist sie 2003 mit dem Deutschen Bücherpreis geehrt worden. Janet Schayan hat demzufolge treffend konstatiert:

»Heute streiten sich die Feuilletonisten, ob sie besser Bücher schreiben kann oder besser Filme dreht. Die Antwort ist einfach: Doris Dörrie kann beides.«[2]

Seit 1997 ist Doris Dörrie zudem Professorin für »Angewandte Dramaturgie und Stoffentwicklung« an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Mit ihrer aktuellen Buchpublikation Leben, schreiben, atmen (2019) vermittelt sie Impulse zum kreativen Schreiben – entsprechend des Untertitels Eine Einladung zum Schreiben – auch einer größeren Leserschaft.

 


[1]    Auch Fabienne Liptay zitiert als Herausgeberin des ersten deutschsprachigen Bandes zur Regisseurin Doris Dörrie den Spiegel. Vgl. Fabienne Liptay: Vorwort. In: Fabienne Liptay (Hrsg.): Doris Dörrie. München: edition text + kritik 2014 (= Film-Konzepte 36). S. 3 f. S. 3.

[2]    Das Zitat befindet sich auf Doris Dörries Autorinnenseite des Diogenes-Verlags: www.diogenes.ch/leser/autoren/d/doris-doerrie.html.


Prei­se und Aus­zeich­nun­gen (Aus­wahl)

  • 1984: Max-Ophüls-Publikumspreis der Stadt Saarbrücken für Mitten ins Herz (D 1983)
  • 1986: Filmband in Silber (Regie) für Männer (D 1985), Filmband in Gold (Drehbuch) für Männer
  • 1995: Filmband in Silber für Keiner liebt mich (D 1995)
  • 1998: Bayerischer Filmpreis (Drehbuch)
  • 1999: DIVA-Award
  • 2003: Deutscher Bücherpreis für Das blaue Kleid (2002)
  • 2008: Bayerischer Filmpreis (Bester Film) für Kirschblüten – Hanami (D 2008)
  • 2010: Stern auf dem Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin
  • 2011: Grimme-Preis in der Kategorie Unterhaltung für Klimawechsel (D 2010)
  • 2012: Bayerischer Filmpreis (Regie) für Glück (D 2012)
  • 2012: Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für ihre Unterstützung der Hospiz- und Palliativarbeit
  • 2018: Max-Ophüls-Ehrenpreis für Verdienste um den jungen deutschsprachigen Film
  • 2019: Einladung zur Mitgliedschaft in der Academy of Motion Picture Arts and Science, die den ›Oscar‹ verleiht