Ili­ja Tro­ja­now

Immer wieder hat sich Trojanow in die aktuelle Debatte um Überwachungspraktiken eingemischt, was 2013 zu einem kurzfristigen Einreiseverbot in die USA geführt hat. Trojanow ist ein Autor, für den „fremde“ Kulturen essentieller Bestandteil des eigenen literarischen Schaffens geworden sind. So weisen ihn Leben und Werk in Zeiten, die bestimmt sind von Migration und kulturellem Austausch, als internationalen und interkulturellen Schriftsteller aus. Geboren wurde er 1965 in Sofia, 1971 floh seine Familie aus politischen Gründen nach Westdeutschland. Aufgewachsen in Kenia, lebte er seit 1999 in Mumbai/Indien, dann in Kapstadt/Südafrika, heute in Wien.

En­ga­ge­ment für bür­ger­li­che Rech­te

Diese Erfahrungen prägte nicht nur seine belletristische Literatur, darunter seinen großen Roman „Der Weltensammler“ (2007), sondern auch seine Sachbücher, Reiseführer usw. Zu seinem umfangreichen Werk gehören als jüngste Erscheinungen „EisTau“ (Roman), „Der überflüssige Mensch“ und „Wo Orpheus begraben liegt“. Mit Juli Zeh zusammen veröffentlichte er noch vor den Enthüllungen von Snowden das Buch „Angriffe auf die Freiheit. Sicherheitswahn, Überwachungsstaat und der Abbau bürgerlicher Rechte“.

Öf­fent­li­che Ver­an­stal­tun­gen Tro­ja­nows im Ju­ni

Ilija Trojanow hat die Grimm-Professur im Juni 2014 wahrgenommen. Am 2. Juni hielt er eine Vorlesung mit dem Titel „Von Macht und Widerstand“. Sie handelte ‚von der dritten Wiederholung der Geschichte oder der Schnittmenge von Romanprojekt und politischem Engagement‘. Sein Seminar am 3. Juni fand unter dem Titel „Das Böse in der Literatur“ statt und diskutierte die Schwierigkeiten, das Böse literarisch zu gestalten. Am 4. Juni las Trojanow (mit eingespielter Romanmusik) aus seinem letzten Roman „EisTau“. Veranstaltungsbeginn war jeweils 18 Uhr.

Prei­se und Aus­zeich­nun­gen (Aus­wahl):

  • 2000 Adelbert-von-Chamisso-Preis
  • 2006 Preis der Leipziger Buchmesse, Kategorie Belletristik
  • 2006 Villa Aurora-Stipendium
  • 2007 Berliner Literaturpreis
  • 2007 Tübinger Poetik-Dozentur (gemeinsam mit Feridun Zaimoglu)
  • 2009 Preis der Literaturhäuser
  • 2010 Würth-Preis für Europäische Literatur
  • 2010 Ehrenmitgliedschaft im Verein Deutsche Sprache
  • 2011 Carl-Amery-Literaturpreis