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Wir­t­­schafts­­­recht - Wor­um geht es?

Das der traditionellen Juristenausbildung zugrundeliegende Berufsbild des universell einsetzbaren, schwerpunktmäßig auf den Richterberuf hin ausgebildeten (Einheits-) Juristen ist den Erfordernissen des modernen Wirtschaftslebens nicht mehr angemessen.

Ein - verglichen mit dem europäischen Ausland - extrem zeitaufwendiges und kostspieliges Studium, eine mangelnde Effizienz der Ausbildung sowie ein fehlender Wirtschafts- und Praxisbezug der Juristenausbildung sind nur einige der Kritikpunkte, die gegen das aktuelle System der Juristenausbildung vorgebracht werden können. Hinsichtlich stetig steigender Anforderungen, die Unternehmen im internationalen und europäischen Wettbewerb an Juristen stellen müssen, ist ein Bezug zu Wirtschaft und Praxis unabdingbar. Während es der klassischen Juristenausbildung an wirtschaftswissenschaftlichen Studieninhalten mangelt, fehlt es dem reinen Studium der Wirtschaftswissenschaften an juristischen Schwerpunkten. Die Universität Kassel will daher mit dem Bachelorstudiengang "Wirtschaftsrecht" einen wichtigen Beitrag zur Schließung der Lücke zwischen traditioneller Juristenausbildung und rein wirtschaftswissenschaftlicher Ausbildung leisten. Mit ihm hat der Universitätsstandort Kassel, der mit seinem auf Innovation, Interdisziplinarität und Internationalität ausgerichteten Profil für einen solchen neuen Studiengang prädestiniert ist, erstmals eine Ausbildung erhalten, die sich auf der Schnittstelle von Recht und Ökonomie bewegt. 

Die Grundidee des Studiengangs Wirtschaftsrecht ist es, durch die Kombination wirtschaftswissenschaftlicher Kenntnisse mit juristischen Fähigkeiten auf den Bedarf vieler Unternehmen an Wirtschaftsrechtlern zu antworten. Der neue Studiengang zielt auf die Ausbildung eines Wirtschaftsrechtlers, der Rechtskonflikte vermeidet, auf den planenden, gestaltenden, verhandelnden und schlichtenden Juristen mit soliden wirtschaftswissenschaftlichen Grundkenntnissen. Von seinem methodischen Ansatz her betont der Studiengang somit die Verzahnung wirtschafts- und rechtswissenschaftlicher Inhalte, die Beschränkung auf wirtschaftsnahe Rechtsfächer unter Verzicht auf den "Wissensballast" bestimmter Rechtsgebiete (wie Erbrecht, Familienrecht etc.), den Einsatz praxisnaher Methoden und die Vermittlung bestimmter Zusatzqualifikationen (nicht-fachliche Schlüsselqualifikationen), die bisher weder in der traditionellen Juristenausbildung noch in der klassischen wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildung Berücksichtigung finden. Damit erlangen die Absolventen eine in dieser Form bisher von der Praxis vermisste Querschnittskompetenz.

Der Studiengang Wirtschaftsrecht ist auf die Bedürfnisse der Wirtschaft zugeschnitten. Er versteht sich nicht als eine Unterform, sondern als attraktive Alternative zum herkömmlichen Jura- und Wirtschaftswissenschaften-Studium.

Wel­che be­ruf­li­chen Per­spek­ti­ven er­öff­net mir der Stu­di­en­gang?

Mit dem Bachelor in „Wirtschaftsrecht“ erhalten Sie einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss mit vielfältigen Perspektiven. Sie sind damit hervorragend für einen erfolgreichen Berufsein­stieg in folgende Bereiche qualifiziert:

  • Rechts- oder Personalabteilungen mittlerer und größerer Unternehmen
  • Rechtsanwaltskanzleien
  • Unternehmensberatung
  • Steuerberatung
  • Wirtschaftsverbände
  • Einrichtungen der öffentlichen Hand mit interdisziplinä­rem Charakter (z.B. Wirtschaftsförderungs- oder Umwelt­referate).

Darüber hinaus befähigt Sie der erfolgreiche Bachelorabschluss zur Aufnahme eines Masterstudiums beispielsweise in einem der vielfälti­gen Masterprogramme des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften.