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30.09.2022

Hes­si­sche Universitäts­präsidien: Ute Clement neue Spre­che­rin

Neuer Vorsitz für die Konferenz Hessischer Universitätspräsidien (KHU): Zum 1. Oktober geht die Sprecherinnenschaft für die fünf hessischen Universitäten nach zwei Jahren turnusmäßig von Frau Prof. Dr. Tanja Brühl, Präsidentin der Technischen Universität Darmstadt, an die Präsidentin der Universität Kassel, Frau Prof. Dr. Ute Clement über.

Prof. Dr. Ute ClementBild: Sonja Rode/Lichtfang.
Prof. Dr. Ute Clement

Unter dem Vorsitz von Tanja Brühl war die KHU in den letzten zwei Jahren eine starke und hörbare Stimme der Universitäten, prägte wissenschaftspolitische Debatten und Weichenstellungen für die Zukunft des Wissenschaftsstandorts Hessen. In der Novelle des Hessischen Hochschulgesetzes sind etliche Hinweise der Universitäten berücksichtigt, die Studium und Lehre verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit der Universitäten unterstützen. In der Umsetzung des Hessischen Hochschulpakts 2021-2025 schlossen die Hochschulen Zielvereinbarungen mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) und vereinbarten mit den Personalvertretungen sowie dem HWMK einen „Kodex für gute Arbeit“. Die intensive und vertrauensvolle Abstimmung der hessischen Universitäten prägte diese Prozesse und war entscheidend dafür, dass die hessischen Universitäten ihre Interessen in Diskussionen und Aushandlungsprozessen so gut einbringen konnten. Prägende Rahmenbedingung in der Zeit des Vorsitzes von Tanja Brühl war die andauernde Corona-Pandemie. Auch hier war ihr der enge Austausch der hessischen Universitäten ein großes Anliegen, um gute und sichere Arbeits- und Studienbedingungen zu gewährleisten und mit der verantwortungsvollen Rückkehr in die Präsenz wieder gemeinsames kreatives Lehren, Lernen, Arbeiten und Forschen zu ermöglichen.

Die neue KHU-Sprecherin Ute Clement betont beim Dank an Ihre Amtsvorgängerin: „Tanja Brühl hat mit hohem persönlichem Einsatz und kommunikativer Stärke die Interessen der hessischen Universitäten gegenüber der hessischen Landesregierung vertreten und Abstimmungsprozesse innerhalb der KHU, aber auch mit politischen Akteurinnen und Akteuren, mit großer Klarheit und Weitsicht moderiert.“ Mit Blick auf die gegenwärtigen Herausforderungen der Pandemie und des Ukraine-Krieges fügt sie hinzu: „Ich freue mich auf meine künftigen Aufgaben, auch wenn wir vorläufig wohl weiterhin im Krisenmodus sein werden.“

Um sich auch weiterhin erfolgreich positionieren zu können, benötigten Universitäten eine auskömmliche Finanzierung. In der Umsetzung und Gestaltung der Digitalisierung in Forschung, Transfer, Lehre und Verwaltung sieht Ute Clement eine neue Daueraufgabe der Hochschulen in Bezug auf deren Grundfinanzierung. Um Studierenden starke Lernumgebungen, differenzierte Lernwege und intensive Lernbegleitung bieten zu können, benötigten Universitäten eine strukturell wirksame Aufmerksamkeit für Studium und Lehre. Wesentlich sei die Reform der Lehrverpflichtungsverordnung, die den veränderten Ansprüchen an moderne Bildung gerecht werde. Das gelte auch für kapazitätsrechtliche Reformen: „Nur so können die begonnenen Maßnahmen zur Verbesserung der Betreuungsrelation wirksam werden“, so Ute Clement.

 

Auch der Aspekt Forschung und Transfer beschäftigt die neue KHU-Sprecherin. Nur Spitzenforschung ermögliche grundlegende und weitreichende Innovationen. Insofern fordert Ute Clement neben politischen Rückhalt der Landesregierung Freiräume für Innovationen und produktive Lösungsversuche. Bei der Ausgestaltung des Transfers zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft müsse die besondere Bedeutung der Universitäten ebenfalls stärker berücksichtigt und durch geeignete Infrastrukturmaßnahmen gefördert werden. Beim Universitätsbau lobt Ute Clement sichtbare Anstrengungen in den hessischen Bauprogrammen Heureka und COME (CO2-Minderungs- und Energieeffizienzprogramm). Dennoch bestehe an den hessischen Hochschulen ein deutlicher Sanierungs- und Investitionsstau. Ute Clement: „Die Stärkung von Heureka III um 200 Mio. € jährlich und der Ausbau von COME um zusätzliche 50 Mio. € jährlich ist unabdingbar.“

Insgesamt verweist Ute Clement auf die wichtige Balance zwischen Wettbewerb und Kooperation. Diese könnten Universitäten dann am besten austarieren, wenn sie eigenständig agieren und entscheiden: „Dies bedarf einer Flexibilität und Handlungsfähigkeit bei Finanzen, Personal und Organisation, die nicht durch eine Detailsteuerung des Landes unterlaufen werden darf.“

In der Konferenz Hessischer Universitätspräsidien (KHU) haben sich die fünf Universitäten des Landes Hessen zusammengeschlossen. Die Präsidien der Technischen Universität Darmstadt, der Goethe-Universität Frankfurt, der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Universität Kassel und der PhilippsUniversität Marburg tagen in regelmäßigen Abständen. Die in der KHU organisierten Universitäten nehmen gemeinsam Stellung zu aktuellen Entwicklungen der Hochschulpolitik insbesondere des Landes Hessen, aber auch zu bildungs- und forschungspolitischen Herausforderungen auf nationaler und europäischer Ebene. Das Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der fünf hessischen Universitäten zu sichern und auszubauen. www.khu-hessen.de

Informationen zur KHU: https://www.uni-kassel.de/uni/universitaet/organisation/praesidium/konferenz-hessischer-universitaeten