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03.02.2017 08:46

Uni-Orchester spielt Konzerte am 11. und 12. Februar

Ein Konzert für Trompete und die 1. Brahms-Sinfonie stehen im Mittelpunkt der Konzerte des Sinfonieorchesters der Universität Kassel am 11. und 12. Februar. Solist ist Max Westermann, Solotrompeter am Kasseler Staatsorchester und Dozent an der Uni Kassel. Er wird das Trompetenkonzert von Henri Tomasi spielen. Mit dem Konzert läutet das Uni-Orchester unter der Leitung von Malte Steinsiek zugleich sein Jubiläumsjahr ein: Es wurde vor 25 Jahren gegründet.

Das Sinfonieorchester der Uni Kassel feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Foto: Katja Rudolph

Tomasi (1901 -1971), Franzose mit korsichen Wurzeln, schrieb das Trompetenkonzert 1948. Während des Zweiten Weltkriegs war er Dirigent einer Militärkapelle, und so tauchen in dem Konzert neben schwelgerisch-verträumten und verschmitzt-lebendigen Passagen auch immer wieder Elemente der Militärmusik auf. So scheint er in dem Stück auch seine eigenen desillusionierenden Erfahrungen während des Kriegs zu verarbeiten.

Johannes Brahms (1833-1897) brauchte 14 Jahre bis zur Vollendung seiner ersten Sinfonie. Die Uraufführung war 1876. Neben seinem Perfektionimus mag auch der hohe Erwartungsdruck an den als „Beethovens Erbe“ gehandelten Komponisten ein Rolle dabei gespielt haben, dass er so lange bis zur Veröffentlichung seines großen Erstlingswerks brauchte. Die Musik ist von Ernst und Leidenschaft charakterisiert und weist in der Tat Parallelen zu Beethoven auf – zugleich befreit Brahms sich aus überkommener formaler Enge und bewirkt damit eine Erneuerung der Sinfonie.

Eröffnet wird der Konzertabend mit Arvo Pärts „Frates“ für Streicher und Percussion. Der estnische Komponist (*1935) erzeugt darin eine geradezu hypnotische Stimmung, indem er dichte und   doch  transparente Klangteppiche webt.  Glockenklare Dreiklänge und sich überlagernde Tonleitern sind die Kennzeichen von Pärts sogenannten „Tintinnabuli“-Stil (tintinabullum, lat. für kleine Glocke). Das 1982 uraufgeführte Stück wurde schon mehrfach als Filmmusik verwendet, unter anderem für Tom Tykwers „Winterschläfer“.

Konzerttermine: Samstag, 11. Februar, 19 Uhr, Martinskirche,
und Sonntag, 12. Februar, 18 Uhr, Friedenskirche (Friedrich-Ebert-Str. 112).
Eintritt: 12 Euro, ermäßigt 6 Euro.
Kartenvorverkauf im Musikhaus Bauer & Hieber (Ständeplatz 13). Vorbestellungen sind auch telefonisch beim Orchester möglich unter 0561/766 95 36 (Anrufbeantworter).

ZUM HINTERGRUND:
Das Sinfonieorchester der Universität Kassel besteht im Sommer seit 25 Jahren. Es setzt sich aus rund 60 Studierenden und Dozenten verschiedener Fachbereiche der Uni sowie Ehemaligen und Gästen zusammen. In wöchentlichen Proben und zwei zusätzlichen Probenwochenenden pro Semester erarbeiten die Musikerinnen und Musiker anspruchsvolle Programme, die sie am Semesterende darbieten.

Malte Steinsiek (Jahrgang 1966) leitet das Kasseler Universitätsorchester seit 1997 und hat es seitdem in fast 100 Konzerten dirigiert. Zudem ist er seit über 25 Jahren künstlerischer Leiter der Westfälischen Kammerphilharmonie Gütersloh.

Max Westermann (Jahrgang 1987) erhielt seinen ersten Trompetenunterricht im Alter von acht Jahren bei seinem Vater Horst Westermann, Solotrompeter der Essener Philharmoniker. Er studierte an der Folkwang Universität Essen und der Hochschule für Musik und Theater München. Max Westermann ist als Solotrompeter bereits mit zahlreichen renommierten Ensembles und Dirigenten wie etwa Kent Nagano aufgetreten, Konzertreisen führten ihn unter anderem nach China, Japan, Russland und Südamerika. Seit 2010 ist er Solotrompeter am Kasseler Staatsorchester. Seit 2013/14 hat er einen Lehrauftrag für Trompete und Kammermusik an der Uni Kassel.