04.10.2017 13:33

Norm-Architektur – vom Entwurf bis zum Bauprozess

Das Fachgebiet Architekturtheorie und Entwerfen der Universität Kassel richtet vom 20. bis 22. Oktober ein internationales Symposium zum Thema Normen und Standardisierung in der Architektur aus. Erwartet werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem In- und Ausland.

Isometrisches Bild: Jan Bovelet, Fachgebiet Architekturtheorie und Entwerfen Uni Kassel

Prof. Philipp Oswalt, Leiter des Fachgebietes, organisiert hauptverantwortlich das internationale Symposium „Norm Architektur“, welches am Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main stattfindet. Über 30 internationale Experten verschiedenster Fachrichtungen debattieren im Rahmen der dreitägigen Tagung über Normkulturen seit 1800 bis heute. Im Fokus stehen dabei die Normierung von Entwurfsprozessen, Bauprozessen und Bauteilen und ihre Auswirkung auf die Architektur.

Mit der Aufklärung setzten Vereinheitlichungen und Normierung in Architektur und im Bauwesen ein, um die Bauproduktion zu beschleunigen, zu verbilligen und Qualitätsstandards zu sichern. Die klassische Avantgarde des 20. Jahrhunderts sah Normierung und Standardisierung als Motoren sozialen und technischen Fortschritts. Auch wenn Konzepte für formgebende, gestaltbestimmende Normen, wie etwa von Ernst Neufert propagiert, sich weitgehend nicht durchsetzen konnten, gibt es heute mehr Normen als je zuvor. Trotz aller Appelle an kulturelle Spezifizität prägen Normen Prozesse und Produkte auf der ganzen Welt durch Formalisierung von materiellen und kognitiven Prozessen. Mit der Einführung von BIM (Building Information Modelling) erfahren diese Verfahren eine zunehmende Relevanz. Zugleich sind Katastrophen wie der Brand des Grenfell Towers im Juni 2017 in London oder der Einsturz des Savar Gebäudes in Bangladesh 2013 drastische Beispiele für Normversagen in Folge neoliberaler Politikkonzepte.

Zum Thema der Konferenz erscheint im Frühjahr 2018 ein Heft der Zeitschrift Arch+, welches auf den Inhalten des Symposions basiert.

Unterstützt wird das Symposium von der Forschungsinitiative Zukunft Bau – BBSR / BMUB (Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung / Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit), der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG, der Wüstenrot Stiftung und der Pfeiffer Stiftung.

Anmeldungen zum Symposium sind über das Sekretariat des Fachgebiets Architekturtheorie und Entwerfen (weckmann@asl.uni-kassel) möglich. Studierende zahlen keinen Eintritt (begrenzte Kapazität).

Das detaillierte Programm unter: www.uni-kassel.de/uni/fileadmin/datas/uni/presse/pressespiegel/Normarchitektur-Programm-DinA2-web.pdf

Referenten sind u.a.: Georg Augustin (Augustin und Frank Architekten Berlin), Manfred Grohmann (Bollinger + Grohmann, Frankfurt Main), Alexander Klose (Author/ Container Researcher), Markus Krajewski (Universität Basel Professor für Medienwissenschaft), Antoine Picon (Harvard University, GSD, Director of Research), Alexander Rieck (Lava Architects), Monika Thomas (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktor-sicherheit), Georg Vrachliotis (KIT-Karlsruhe, Professur für Architekturtheorie), Matthias Witte (DIN-Normenausschuss Bauwesen).

Kontakt:
Prof. Philipp Oswalt
Universität Kassel
Fachgebiet Architekturtheorie und Entwerfen
Tel.: +49 561 804-3274
E-Mail: oswalt@asl.uni-kassel.de