Vor 1969 - Die aka­de­mi­sche Vor­ge­schich­te der Universität Kassel



  • Die Studentenbewegung und bildungspolitische Reformdiskussionen führen bundesweit zur Entwicklung von Gesamthochschulkonzepten

  • In einer Resolution fordert die Kasseler Stadtverordnetenversammlung: Kassel soll Standort einer naturwissenschaftlich-technischen Universität werden. 1969 vergibt sie einen Forschungsauftrag zur Standortauswahl


  • Die Staatliche Höhere Wirtschaftsfachschule (HWF) wird eröffnet.


  • Oberbürgermeister Dr. Karl Branner fordert für Kassel eine Universität.


  • Die Staatliche Ingenieurschule für Maschinenbau und Elektrotechnik, 1963 in Staatliche Ingenieurschule für Maschinenwesen Kassel umbenannt, wird gegründet


  • Wiedereröffnung der Kunstakademie als Staatliche Werkakademie, ab 1960 als Staatliche Hochschule für bildende Künste (Werkakademie), 1968 wird sie Hochschule für bildende Künste (HbK)

  • Die Staatliche Schule für Handwerk und Kunst nimmt als Nachfolgerin der Staatlichen Meisterschule des gestaltenden Handwerks ihre Arbeit wieder auf, seit 1950 als Staatliche Werkkunstschule Kassel. 1970 geht sie in der Hochschule für bildende Künste (HbK) auf. Die Fachschule für Heimerziehung und Fachschule für Kindergärtnerinnen wird gegründet.


  • Die Staatsbauschule Kassel eröffnet nach dem Krieg wieder den Lehrbetrieb


  • Für zwei Jahre arbeitet in Kassel eine Pädagogische Akademie als Vorläuferin des 1947 gegründeten Pädagogischen Instituts und des 1963 gebildeten Pädagogischen Fachinstituts (PFI)


  • Gründung der höheren Lehranstalt für praktische Landwirte. Sie wird ab 1935 Höhere Landbauschule, ab 1966 Ingenieurschule für Landbau in Witzenhausen


  • Das Auguste-Förster-Haus eröffnet als Kinderpflegerinnenschule seinen Betrieb: Ausgangspunkt für die spätere Höhere Fachschule für Sozialarbeit


  • Das Evangelische Fröbelseminar in Kassel wird eingerichtet, aus dem 1969 die Evangelische Höhere Fachschule für Sozialpädagogik hervorgeht

  • In Witzenhausen wird die Deutsche Kolonialschule GmbH ins Leben gerufen, die ab 1919 als Hochschule für In- und Auslandssiedlung agrarwirtschaftlich ausbildet. Daraus entwickeln sich nach dem Zweiten Weltkrieg das Deutsche Institut für tropische und subtropische Landwirtschaft und die Deutsche Ingenieurschule für ausländische Landwirtschaft.


  • Gründung der Königlichen Baugewerkschule zur Ausbildung von Hoch- und Tiefbauingenieuren. Sie wird 1918 in Staatliche Baugewerbeschule und 1935 in Staatsbauschule umbenannt


  • Das städtische Konservatorium - 1939 mit einem Musikseminar verbunden und 1955 zur Musikakademie umgewandelt - nimmt seine Arbeit auf

  • Pläne, das Kasseler Polytechnikum zu einer Technischen Hochschule weiterzuentwickeln, scheitern an der finanziellen Beteiligung der Stadt. Die preußische Regierung gründet stattdessen eine Technische Hochschule in Aachen. Die Gewerbliche Zeichenschule, 1881 zur Zeichen- und Kunstgewerbeschule erweitert, wird für die Ausbildung von Lehrern, Architekten und Handwerkern ins Leben gerufen. Die 1903 zur königlichen Kunstgewerbeschule Kassel umbenannte Einrichtung wird 1933 als Staatliche Handwerkerschule zur "Meisterschule des deutschen Handwerks". Im Zweiten Weltkrieg wird sie zerstört.


  • Kassel erhält Deutschlands erste polytechnische Lehranstalt. Zu ihren Lehrern zählen Woehler, Bunsen, Burhenne und Philippi. Damit beginnt die eigenständige Ingenieurausbildung in Kassel.


  • Kurfürst Wilhelm I lässt die Gründung eines Polytechnikums nach dem Vorbild der Pariser "Ecole polytechnique" vorbereiten

  • Landgraf Friedrich II gründet eine Kunstakademie in Kassel, die Academie de Peinture et de Sculpture, die 1881 um eine Architekturabteilung erweitert wird. 1918 wird sie in Staatliche Kunstakademie umbenannt, 1932 im Zuge der Brüningschen Notverordnungen geschlossen.

  • Einrichtung des "Collegium Carolinum", das 1766/67 nach dem Vorbild einer Universität umgestaltet wird, mit Schwerpunkten in Naturwissenschaften, Mathematik und Medizin. Georg Forster lehrte hier als Professor für Naturkunde, Simon Louis du Ry als Professor für Bürgerliche Baukunst.


  • Die erste Kasseler Universität wird gegründet. Nach dem 30jährigen Krieg erlangt Marburg wieder seine Universität, die Universität in Kassel wird 1653 wieder aufgelöst

  • Mit dem "Collegium Adelphicum" entsteht in Kassel eine akademische Ritterschule. Kassel als landgräfliche Residenz hat schon zum Ende des 16. Jahrhunderts eine erste akademische Einrichtung - damals für die Söhne des Adels - eingerichtet. Etliche weitere Akademien, eine der ersten Polytechnischen Lehranstalten Deutschlands und andere Höhere Lehreinrichtungen zählen zu den Vorläufern der jungen, 1971 als Gesamthochschule Kassel gegründeten Universität Kassel. Unter dem Dach der Gesamthochschule Kassel werden die seinerzeit vorhandenen höheren Bildungseinrichtungen und Fachhochschulen integriert und auf universitären Standard gebracht, neue Lehr- und Forschungsgebiete und Hochschulbauten entstehen.