BIKA Kassel

Die Universität Kassel hat sich mit dem Projekt „Professionalisierung durch Vernetzung (PRONET)“ erfolgreich um eine Förderung im Rahmen der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ des BMBF beworben, welche im März 2015 bewilligt wurde.
Im Rahmen des Teilprojektes 9 "Mehrsprachigkeitspotentiale im bilingualen Sachfachunterricht" wird ab dem SoSe 2016 ein Proseminar angeboten, welches für das BIKA Zertifikat (Bilingual Kassel) angerechnet werden kann.
Projektverantwortliche:
Prof. Dr. Claudia Finkbeiner (FB 02)
Prof. Dr. Christine Pflüger (FB 05)
Prof. Dr. Bernd Tesch (FB 02)
Mitarbeiterin/Ansprechpartnerin: Anna Petzoldt, M.A.
Universität Kassel
Kurt-Wolters-Str. 5
34125 Kassel
4047
Telefon: +495618047498
Email: apetzoldt@uni-kassel.de

Studierendenkonferenz zu Language Awareness und Bilingualem Lehren und Lernen

v.l.n.r.: Anna Petzoldt, Prof. Dr. Claudia Finkbeiner, Prof. Dr. Bernd Tesch

Im Rahmen des PRONET Teilprojekts "Mehrsprachigkeitspotentiale im bilingualen Sachfachunterricht" der drei Didaktiken für Englisch (Prof. Dr. Claudia Finkbeiner), Geschichte (Prof. Dr. Christine Pflüger) sowie Französisch und Spanisch (Prof. Dr. Bernd Tesch) veranstalteten Prof. Dr. Claudia Finkbeiner und Prof. Dr. Bernd Tesch zusammen mit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Anna Petzoldt im Sommersemester 2017 zwei interdisziplinäre Seminare zum bilingualen Lehren und Lernen. Für diese Lehrveranstaltungen hatten die Studierenden Unterrichtsmaterialien vorbereitet, die in Form einer neuartigen Studierendenkonferenz erprobt und evaluiert wurden.

Um die Überschneidungsbereiche der fremdsprachigen Fachdidaktiken für die Entwicklung eines neuen Unterrichtskonzepts für Mehrsprachigkeitspotentiale im bilingualen Sachfachunterricht fruchtbar und sichtbar zu machen, wurden dieses Semester die beiden Projektseminare „CLIL Texts & Tasks: A Language Awareness Approach“ sowie „Französisch- und Spanisch bilingual unter der
Lupe - Innovation und Forschung in der Fremdsprachendidaktik“ verzahnt veranstaltet. In Form einer Studierendenkonferenz mit mehreren alternierenden Gruppen wurden die vorbereiteten Unterrichtsmaterialien in englischer, französischer und spanischer Sprache für die Sekundarstufen l und ll diskutiert und auf die Konzepte der Language Awareness, Multiperspektivität (im Sinne des Human GPS Ansatzes) und Kontroversität hin untersucht.

Die Materialien sollten die sogenannte „Stunde Null“, wie das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa verschiedentlich bezeichnet wird, ins Zentrum stellen und die unterschiedliche Wahrnehmung dieses Ereignisses in verschiedenen Ländern herausarbeiten und ggf. mit der Wahrnehmung in Deutschland vergleichen. Dies sollte besonders anhand sprachlicher Schlüsselbegriffe aus den jeweiligen Sprachen in ausgewählten Quellen deutlich gemacht werden. Die Lehramtsstudierenden hatten das Ziel, Schülerinnen und Schülern durch die Sprache und die genutzten Quellen einen Perspektivwechsel in die jeweils andere Kultur und andere historische Wahrnehmungen zu ermöglichen, um sie so für unterschiedliche Wahrnehmungen und Interpretationen zu sensibilisieren.

In beiden Sitzungen wurden die Gruppen über die Seminargrenzen und Sprachen hinweg gemischt und die Unterrichtsmaterialen wurden jeweils von einer oder zwei Personen aus der jeweilig anderen Gruppe überprüft und evaluiert. Dazu verwendeten die Studierenden einen Bewertungsbogen für den bilingualen Unterricht, in dem „Curriculare Validität“, „Sprachbewusstheit“ oder Multiperspektivität“ wichtige Kriterien abbildeten. Schließlich wurde im Plenum über die Ergebnisse und die Herausforderungen, die sich den Studierenden bei der Bearbeitung und Bewertung der Unterrichtsmaterialien ergaben, diskutiert.

So erforderte es einen erhöhten Einsatz, für die Altersstufen angemessene Quellen zu finden. Darüber hinaus lernten die Studierenden, dass Übersetzungen oder umfangreiche Vokabellisten die Entwicklung von Sprachbewusstheit und Mehrsprachigkeit verhindern können. Hier wäre ein Text Mapping hilfreich. Im Gegensatz zu Wortschatzlisten sollten die Lernenden nur die wichtigen, ihnen unbekannten Vokabeln unterstreichen und über diese würde dann in der Klasse diskutiert. Außerdem müsse das Ziel des Perspektivwechsels bereits in den Aufgabenstellungen deutlich gemacht werden. (Fach-) Konzepte sollten den Schülerinnen und Schülern bewusst werden. Ein wichtiger Punkt sei zudem die Balance zwischen Inhalt und Sprache. Weder das eine noch das andere sollte überwiegen, denn bilingualer Unterricht sei weder reiner Sprachunterricht noch reiner Sachunterricht. Er benötige ein eigenes Curriculum.

Die Studierenden, die an diesem neuen Format der Studierendenkonferenz teilnahmen, betrachteten es als sehr interessant, neue Konzepte im bilingualen Unterricht kennenzulernen und zu entwickeln. Durch die Teilnahme von Kommilitoninnen und Kommilitonen aus der Romanistik und der Anglistik, die jeweils zusätzlich unterschiedliche Sachfächer studierten, führte die interdisziplinär angelegte Studierendenkonferenz zu einem regen Austausch. Dem Problem eines fehlenden Zugangs zu der einen oder anderen Sprache wurde authentisch über Peer Kooperation und Peer Feedback begegnet. So wurde Deutsch als übergreifende lingua franca eingesetzt.

Kontakt:
Prof. Dr. Claudia Finkbeiner
Fachgebiet Fremdsprachenlehr- und -lernforschung &
Interkulturelle Kommunikation
Universität Kassel
+49 561 804-3353
cfink@uni-kassel.de

Prof. Dr. Bernd Tesch
Fremdsprachenlehr- und -lernforschung:  
Didaktik des Französischen und Spanischen
Universität Kassel
+49 561 804-3360
tesch@uni-kassel.de

Prof. Dr. Christine Pflüger
Geschichtsdidaktik
Universität Kassel
+49 561 804-3116
christine.pflueger@uni-kassel.de

Teilnahmebestätigung für Mitwirkung an PRONET Projekt „Mehrsprachigkeitspotentiale im bilingualen Sachfachunterricht“

Am 13.07.2016 erhielt Herr Stefan Lösche, Referendar an der Georg-August-Zinn Schule Kassel, eine Teilnahmebestätigung für seine Mitwirkung an dem PRONET Projekt P9 „Mehrsprachigkeitspotentiale im bilingualen Sachfachunterricht“. Zu Beginn des Sommersemesters 2016 hatten sich Herr Lösche und die Schülerinnen und Schüler seines bilingualen Geschichtskurses einer 9. Klasse bereit erklärt, sowohl an der Hintergrunderhebung als auch an den Aufnahmen für das Projekt teilzunehmen. Herr Lösche, der stellvertretend auch die Teilnahmebestätigung für Kollegin Scholz entgegennahm, betont: „Ich freue mich darüber, neue Möglichkeiten zu finden, die an der Universität gelehrte Theorie mit der Unterrichtspraxis zu verbinden und etwas zu der aktuellen Forschung beizutragen.“ Neben der Kooperation mit der Georg-August-Zinn Schule Kassel, freut sich die Projektleitung "Mehrsprachigkeitspotentiale im bilingualen Sachfachunterricht“ ebenfalls über eine gelungene Zusammenarbeit mit der Albert-Schweitzer-Schule Kassel, dem Georg-Christoph-Lichtenberg Gymnasium Kassel sowie mit der Modellschule Obersberg Bad Hersfeld.

Fotograf: A. Petzoldt (Foto: Prof. Dr. Christine Pflüger, Prof. Dr. Claudia Finkbeiner, Prof. Dr. Bernd Tesch, Jamila Roth, Jannik Harlinghausen, StR. Stephan Oppelt)

Am 21. Januar 2015 fand die 6. Sitzung der AG Bilingual Kassel (BIKA) an der Universität Kassel statt. Im Rahmen dieser Sitzung wurde den Studierenden Jamila Roth und Jannik Harlinghausen nach erfolgreicher Absolvierung der bilingualen Module BIKA Kassel im Fach Englisch das BIKA Zertifikat von Prof. Dr. Claudia Finkbeiner und Prof. Dr. Christine Pflüger überreicht.

Das interdizsiplinäre Lehrinnnovationsprojekt von Prof. Finkbeiner und Prof. Pflüger in Kooperation mit StR Oppelt zum Thema
Bilinguales Lehren und Lernen – Ein kompetenzorientiertes Professionalisierungs­modell für Lehramtsstudierende der Sprachen (Englisch / Französisch) und des Sachfachs Geschichte 
im Rahmen von BIKA Kassel (Bilingual Kassel) wurde am 20.2.2013 vom Präsidium der Universität Kassel genehmigt.

BIKA Kassel wurde von Prof. Dr. Claudia Finkbeiner und Dr. Sylvia Fehling zusammen mit Herrn Wolfgang Gabler und Frau Ursula Uzerli entwickelt und läuft seit dem WS 2004/2005 im Fachgebiet Fremdsprachenlehr- und –lernforschung & Interkulturelle Kommunikation am Institut für Anglistik/Amerikanistik des Fachbereichs 02 mit sehr hoher Nachfrage.
Das BIKA Kassel ist als Zusatzmodul (unabhängig von der Modulstudienordnung) konzipiert.
Es beinhaltet 5 Module (2 Einführungsmodule, 2 Vertiefungsmodule sowie ein SPS CLIL): Diese sollen so flexibel wie möglich gehandhabt werden; es ist auch das Absolvieren von mehreren kleineren Teilmodulen innerhalb eines Moduls möglich.
Bilinguale Workshops, Praktika an bilingualen Schulen und an Partnerschulen im Ausland mit bilingualem Schwerpunkt werden anerkannt.
Eingangsvoraussetzungen:
Studierende
a) mit einer Fremdsprache und einem Sachfach
b) mit einem Sachfach, die die Fremdsprachenkenntnisse nachweisen
(z.B. durch Auslandsstudium, TOEFL Test etc.).
c) mit einer Kombination aus Sprache und Sprache, die beabsichtigen, noch ein Sachfach hinzuzunehmen
d) Lehrende an Schulen oder Studierende anderer Universitäten als Gasthörerinnen und Gasthörer