Forschung

Laufende Projekte

Kommentar zum 2. Buch Samuel in der Reihe Herders theologischer Kommentar zum Alten Testament

Schon lange gehören die Samuelbücher zu den Forschungsschwerpunkten des Arbeitsbereichs. Ihre literarische Qualität prädestiniert diese Texte zu einer literaturwissenschaftlich orientierten Auslegung. Die biblische Narratologie ist hier besonders angemessen. Gleichzeitig werfen die Samuelbücher die Frage nach den Eigenarten biblischer Historiographie auf. Der Kommentar will die Samuelbücher in ihrer Doppelgesichtigkeit von literarischem und historiographischen Text ernst nehmen und die Zusammenhänge dieser Zugangsweisen aufzeigen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der gendersensiblen Auslegung der Texte. Neben der philologischen Genauigkeit, die den Bewegungen des vorliegenden Texts folgt, werden aber auch anthropologische und theologische Querschnittsthemen behandelt und Rezeptionslinien von innerbiblischen Bezugnahmen bis in die Gegenwartskunst hinein aufgezeigt.

 

Biblische Narratologie

Die literaturwissenschaftlichen Entwicklungen in der Narratologie sind gerade in den letzten Jahren sehr intensiv weiter gegangen. Von der eher strukturalistisch ausgerichteten „klassischen“ Narratologie sind Bewegungen hin zu kontextuellen, kulturgeschichtlichen und kognitiven Ansätzen ebenso wahrzunehmen wie eine Ausweitung der untersuchten Medien. Die Weitung narratologischer Arbeit betrifft sowohl das narratologische Kommunikationsmodell als auch die konkreten Auslegungen und die Wahl des Gegenstands.

Gerade die biblische Narratologie kann von solchen Öffnungen hin zur Welt des Erzählens (in der kulturgeschichtlichen Narratologie), aber auch zu den gegenwärtigen RezipientInnen (in der pragmatischen Narratologie) in hohem Maß profitieren.

 

Online-Bibelkommentar

Der Online-Bibelkommentar (OBK) wird in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bibelgesellschaft Stuttgart als Gemeinschaftsprojekt von Prof. Dr. Maria Häusl (TU Dresden), Prof. Dr. Paul-Gerhard Klumbies und Prof. Dr. Ilse Müllner (beide Universität Kassel) herausgegeben.

Das Ziel dieses ökumenischen Projektes ist es, universitäre Theologie mit schulischem Religionsunterricht zu verbinden und LehrerInnen die Möglichkeit zu geben, qualitative Informationen auf wissenschaftlichem Niveau abzurufen, die sie für Ihre Unterrichtsvorbereitung benötigen.

Für weitere Informationen klicken Sie bitte hier.

 

 

Poster des PRONET-Teilprojekts "Darstellung sexualisierter Gewalt in Bibel und Religionsunterricht"

Darstellung sexualisierter Gewalt in Bibel und Religionsunterricht

Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts steht die kritische Auseinandersetzung mit der Darstellung sexualisierter Gewalt in Bibel und Religionsunterricht. In interdisziplinärer Weise werden Erkenntnisse aus der Bibelwissenschaft, der Bibeldidaktik und der Religionspädagogik miteinander verschränkt. Ein wichtiges Forschungsziel liegt darin, sexualisierte/sexuelle Gewalt als Lehr-Lerngegenstand in die Praxis des Religionsunterrichts zu integrieren und damit die Tabuisierung des Themas zu durchbrechen. Schließlich kann die Arbeit an biblischen Texten, die (sexuelle) Gewaltsituationen in einer kontrastiven Vielfalt thematisieren, das Sprechen über ein Tabuthema ermöglichen, ohne eigene Erfahrungen ins Zentrum stellen zu müssen.
Der Startpunkt hierfür wird in der ersten Phase der Lehrer_innenausbildung gelegt. Lehramtsstudierende werden schrittweise sowie über den Dialog mit biblischen Erzählungen an das Thema herangeführt und für die zentralen Kategorien (sexuelle) Gewalt, Macht und Geschlecht sensibilisiert. Im Dialog mit den Studierenden werden Bausteine für eine (zunächst hochschuldidaktische) Lernumgebung rund um den Gegenstand sexualisierte/sexuelle Gewalt entwickelt, erprobt und evaluiert.
 
Das Forschungsprojekt (Bearbeiterin Dr. Nele Spiering-Schomborg) ist eingebettet in das Konzept "Professionalisierung durch Vernetzung" (PRONET) und wird gefördert durch die „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern. Nähe Informationen dazu finden Sie unter diesem Link: .

 

 

Abgeschlossene Projekte

Tier-Ordnungen der Tora  (im Rahmen des LOEWE-Schwerpunkts Tier -Mensch-Gesellschaft)

Der interdisziplinäre Forschungsverbund Tier-Mensch-Gesellschaft der Universität Kassel untersucht Mensch-Tier-Beziehungen in Geschichte und Gesellschaft unter dem Leitbegriff der „Relationalität“. Das umfasst das Zusammenleben von Menschen und Tieren in Akteursgemeinschaften und damit eine Vielzahl von Praktiken.

Das theologisch-bibelwissenschaftliche Projekt (Bearbeiterin Dr. Yvonne Sophie Thöne) stellt die Tier-Ordnungen der Tora in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Das Projekt will untersuchen, wie Tier-Tier-Relationen, Tier-Mensch-Relationen, Tier-Gott-Relationen in der Tora literarisch dar- und hergestellt werden. Diskutiert wird, inwiefern Klassifikationssysteme auch text- und gattungsübergreifend wirken.

 

DFG-Graduiertenkolleg 1599 Dynamiken von Raum und Geschlecht

Dieser Forschungszusammenhang geht von einem handlungsorientierten Raumbegriff aus. Raum wird nicht topographisch verengt und als ein Forschungsgegenstand unter vielen wahrgenommen, sondern als zentrale analytische Kategorie angesehen. Ebenso wird Geschlecht performativ verstanden. In der Verbindung dieser beiden gesellschafts- und kulturwissenschaftlichen Analysekategorien liegt das Innovationspotential dieses interdisziplinären Graduiertenkollegs. Die zeitliche und örtliche Spannbreite der hier versammelten Projekte ist groß, die Vielfalt der Methoden ist nicht zuletzt der Interdisziplinarität geschuldet. Das interdisziplinäre Gespräch und die disziplinären Debatten stehen in einem produktiven Wechselverhältnis sowohl auf der Ebene der Begriffsbildung als auch in der Arbeit an den Forschungsgegenständen.

Das Dissertationsprojekt von Nele Spiering-Schomborg "Man kann sich nicht entscheiden, als was man geboren wird." Die Exodusexposition im Horizont von Narratologie, empirischer Bibeldidaktik und Intersektionalität. Impulse für die Bibelauslegung und -didaktik.“ wurde 2016 abgeschlossen. Das Projekt von<small> Anja Bartels Raum-, geschlechts- und Körperkonzeptionen in Hiob 1-2 ist noch in Arbeit.</small>