Im Gedenken der Kinder
Ausstellungsinfo
Die Ausstellung wird am 01.10.2026 um 19:00 Uhr mit einem Vortrag von Prof. Dr. Maike Rotzoll in der Hauptverwaltung des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen eröffnet. Die Ausstellung und das Veranstaltungsprogramm sind barrierefrei und der Eintritt ist kostenlos.
Rahmenprogramm
01.10.2026, Vortrag von Prof. Dr. Maike Rotzoll, Marburg: “Kinder als Opfer der Patient:innenmorde im Nationalsozialismus”
14.10.2026, Vortrag von Prof. Dr. Petra Fuchs, Berlin: “Kinder mit Behinderungen in der NS-Zeit. Objekte ableistischer Medizin - Subjekte ableismus-kritischen Denkens”
28.10.2026, Vortrag von Lisa Caspari, Gedenkstätte Hadamar: "Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft - die Geschichte der `Kinderfachabteilung' Kalmenhof und die Entwicklung eines Gedenk- und Lernortes"
11.11.2026, Vortrag von Prof. Dr. Jan Erik Schulte, Gedenkstätte Hadamar: “Von der ‘Euthanasie’ zum Holocaust? Brüche und Kontinuitäten. Zum Verhältnis zweier nationalsozialistischer Massenverbrechen”
Wanderausstellung: Im Gedenken der Kinder
Zwischen 7.000 und 10.000 als ‚lebensunwert‘ markierte Kinder und Jugendliche wurden von 1939 bis 1945 im nationalsozialistischen Deutschland in sogenannten Kinderfachabteilungen durch Nahrungsmittelentzug und Medikamentengabe ermordet. Seit 2010 illustriert die Wanderausstellung der Deutschen Gesellschaft für Kinder und Jugendmedizin (DGKJ) mit dem Titel Im Gedenken der Kinder. Die Kinderärzte und die Verbrechen an Kindern während der NS-Zeit den historischen Kontext der sogenannten Kindereuthanasie und die individuellen Schicksale Betroffener. Vom 01. Oktober bis zum 13. November wird diese Ausstellung nun, bei ihrer ersten Station in Hessen überhaupt, im Ständehaus in Kassel zu sehen sein. Flankiert wird die Ausstellung von einem breiten Rahmenprogramm, das Gastvorträge renommierter Expert:innen und Gruppenführungen von Geschichtsstudierenden der Universität Kassel umfasst.
Unter der Leitung von Dominik Reeg fand, vorbereitend zur Ausstellung, im Sommersemester 2026 das Seminar Verbrechen an Kindern in der NS-Zeit; Recherche, Quellenauswertung und Erinnerungsvermittlung zur Kindereuthanasie und Nordhessen statt. In der Lehrveranstaltung setzten sich die Studierenden mit historischen Quellen, Orten und Biografien aus der Provinz Hessen-Nassau zur Zeit des Nationalsozialismus auseinander. Hier wurde unter anderem auf die hessischen ‚Kinderfachabteilungen‘ auf dem Eichberg bei Eltville und dem Kalmenhof in Idstein eingegangen. Auf Grundlage des recherchierten Quellenmaterials gelang es, weitere drei Ausstellungstafeln und eine Hörstation mit regionalhistorischem Fokus zu erarbeiten, die nun Teil der Wanderausstellung in Kassel sein werden. Hier lag das Hauptaugenmerk auf dem regionalen historischen Hintergrund und Einzelschicksalen von Minderjährigen, die einen Bezug zu Kassel haben und von der menschenfeindlichen Ideologie des Nationalsozialismus unmittelbar betroffen waren. Diese individuellen Geschichten sollen auch Teil der Führungen durch die Ausstellung sein, welche die Seminarteilnehmenden selbst anbieten.