WiSe 26/27 LEER:REUSE

Un-Real Estates

Project development usually means finding an empty site, assigning it a function and developing it.
What if we question this order and dissect its elements? Vacancy is spatially, politically and
economically produced. An empty plot, an abandoned building or an inaccessible parcel is not
simply an absence of activity or value. It can reveal how land ownership, speculation, planning
regulation and exclusion work. Kassel has about 260.000 m² of vacant space, yet not one square
metre of it is easily available for longterm non-profit use.

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Zwischennutzung und dann?

Verfolgt man aktuelle Planungsdebatten, werden oft Zwischennutzungen als erste Schritte zur Aktivierung von Leerständen dargestellt. Aber was passiert, wenn die Zeit der Zwischennutzung vorbei ist? Wie können Leerstände langfristig gemeinschaftlich gemeinwohlorientiert weitergenutzt werden?
Inspiriert von Debatten, die in den letzten beiden Semestern besonders auf den Exkursionen geführt wurden, hat sich eine Gruppe an Tutor*innen zusammengesetzt, um dieses Semester mit diesem Seminar einen Raum zu eröffnen. In diesem sollen diese Debatten weitergeführt und durch Best-Practice und Literaturrecherchen ausgefüllt werden.

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Whose Ressources

Baustellen sind politische Orte. Dort werden Entscheidungen getroffen, die das Leben anderer Menschen beeinflussen; dort fügen sich auch ökonomische und sozial-politische Abhängigkeiten zwischen Architekt*innen, Bauauftraggebenden und Bauarbeitenden. Beziehungen, die im heutigen Diskurs verwunderlicherweise sehr entkoppelt voneinander behandelt werden. Als Planer*innen diskutieren wir vor allem Verfahren, Genehmigungen und Baukosten. Viel seltener fragen wir: Welche Auswirkungen haben diese Entscheidungen auf die Menschen, die diese Gebäude tatsächlich errichten? Welche Ressourcen bedarf es dafür? Wer, wie und wo werden sie extrahiert? Denn Gebäude entstehen nicht von allein. Zwischen Entwurf und Fertigstellung liegen tausende Stunden Arbeit und enorme Mengen an Materialien, die oft im sog. Globalen Süden ausgeschöpft werden. Es sind planerische Entscheidungen, die Ressourcen, menschliche Arbeit, Zeit und Rohstoffe mit spürbaren Konsequenzen verbauen.

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Squatted Rome

Rom ist mehr als Postkartenmotiv und Antike. Die italienische Hauptstadt ist Schauplatz zugespitzter Raumkonflikte und politischer Kämpfe um Wohnraum. Während der Sozialwohnungsanteil bei nur 3 % liegt, wohnen mehr als 10.000 Menschen in besetzten Häusern. Inmitten urbaner Austeritätspolitik und spekulativem Leerstand entstehen Räume des kollektiven Widerstands: Selbstorganisiertes Wohnen, Commoning und aktivistische Raumaneignung setzen dem Status quo alternative Praxen entgegen.
Auf dieser Exkursion untersuchen wir vor Ort die Dynamiken informeller Leerstandsaktivierung und post-kapitalistischer Raumproduktion. Wir besuchen Modellprojekte in Vororten wie San Basilio und historische Arbeitersiedlungen im zentrumsnahen Ostiense, erkunden umkämpfte Räume und Initiativen wie die Spin Time Labs und informelle urbane Ökosysteme wie den Lago Bullicante als Orte des Widerstands gegen Privatisierung. Ziel ist es, im direkten Austausch mit lokalen Akteur*innen Werkzeuge einer kritischen, politisch engagierten Raumpraxis kennenzulernen.

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Die Absurdität von Leerstand in Zeiten der Wohnungskrise

In diesem Seminar werden wir uns mit der Absurdität von Leerstand in Zeiten der Wohnungskrise auseinandersetzen und Ideen für Alternativen zum Status quo leerstehender Immobilien erarbeiten. Die Arbeit im Seminar umfasst die Auseinandersetzung mit den Ursachen von Leerstand, mit Typologien von Leerstand, die sich am besten für Wohnzwecke eignen, sowie mit den Eigentumsverhältnissen bei Leerstand und unserem eigenen Verhältnis dazu. Wir werden Texte zu Leerstand, Spekulation und alternativen Formen der Steuerung lesen und uns zudem mit anderen Lernformen wie Filmen, Datenkartierung, Beispielen für Aneignungsarchitektur, Diskussionen und Erfahrungsaustausch beschäftigen.

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Gründung einer Wohnungsbaugenossenschaft

Das Seminar behandelt die rechtlichen, organisatorischen und wirtschaftlichen Grundlagen von Wohnungsbaugenossenschaften. Die Studierenden erarbeiten im Rahmen einer Praxissimulation in Gruppen ein eigenes genossenschaftliches Projekt.
Im ersten Teil liegt der Schwerpunkt auf der Gründungsphase und dem Entwurf einer Genossenschaftssatzung. Der zweite Teil fokussiert die Ausarbeitung eines Businessplans für den laufenden Betrieb. Dabei werden Themen wie Finanzierungsstrukturen, Wirtschaftlichkeit und organisatorische Abläufe konkret durchgearbeitet. Ziel des Seminars ist ein fundiertes Verständnis für die ökonomische Machbarkeit und Steuerung alternativer Wohnmodelle.

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Freies Umbaustudio

Freies Studio mit eigenen Themenvorschlägen für Bachelor Studierende, im abschließenden Semester vor der Bachelorarbeit, die direkt an das Studio angeknüpft wird.
Der Fokus muss auf dem Thema „Umbau“ liegen, sei es die Erhaltung von leerstehenden Häusern durch Umnutzung und Umbau, zirkuläre Gebäudewirtschaft oder urbane Umnutzungsstrategien.

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