Baustellen sind politische Orte. Dort werden Entscheidungen getroffen, die das Leben anderer Menschen beeinflussen; dort fügen sich auch ökonomische und sozial-politische Abhängigkeiten zwischen Architekt*innen, Bauauftraggebenden und Bauarbeitenden. Beziehungen, die im heutigen Diskurs verwunderlicherweise sehr entkoppelt voneinander behandelt werden. Als Planer*innen diskutieren wir vor allem Verfahren, Genehmigungen und Baukosten. Viel seltener fragen wir: Welche Auswirkungen haben diese Entscheidungen auf die Menschen, die diese Gebäude tatsächlich errichten? Welche Ressourcen bedarf es dafür? Wer, wie und wo werden sie extrahiert? Denn Gebäude entstehen nicht von allein. Zwischen Entwurf und Fertigstellung liegen tausende Stunden Arbeit und enorme Mengen an Materialien, die oft im sog. Globalen Süden ausgeschöpft werden. Es sind planerische Entscheidungen, die Ressourcen, menschliche Arbeit, Zeit und Rohstoffe mit spürbaren Konsequenzen verbauen.