Ka­biyon

Die COVID-19-Pandemie hat deutlich gezeigt, dass globale Lieferketten möglicherweise nicht ausreichen, um die Nachfrage nach persönlicher Schutzausrüstung (PSA) zu befriedigen. Das Hauptziel des Projekts ist die Entwicklung einer DIY-Unterdruckzelle, die aus leicht verfügbaren Produkten hergestellt werden kann. Ein Open-Source-Digital-Tool liefert Produktionsdaten für einzelne HEPA-Filter- und Lüftergrößen.
 
'Kabiyon' ist ein Forschungsprojekt, das an der Universität Kassel in Zusammenarbeit mit der University of Guam und The Weingarten Institute for Neuroscience, Inc.  gestartet wurde, um eine kostengünstige und leicht verfügbare DIY-Lösung für Niederdruckzellen in Krankenhäusern zu entwickeln. Krankenhäuser verfügen oft nicht über ausreichende Einrichtungen, um eine große Anzahl von Patient*innen mit luftübertragenen Infektionskrankheiten auf einmal zu isolieren. Ohne angemessene Umgebungskontrollen stellen Patient*innen mit luftübertragenen Infektionskrankheiten eine Gefahr für andere Patient*innen und das Gesundheitspersonal dar. 
 
Die gesamte Einheit besteht aus einer Belüftungsmaschine und einer Isolationshaube. Das Schlüsselelement ist die Schaffung einer Unterdruckumgebung, die den Fluss von sauberer Luft aus der Umgebung durch die Isoliereinheit aufrechterhält und die Luft filtert, bevor sie wieder in die saubere Umgebung entlüftet wird. Die aus kostengünstigen Produkten und Materialien hergestellten Prototypen wurden getestet, um die Funktionalität des Systems auf der Grundlage der CDC-Richtlinien zu validieren.
 
Auf architektonischer Ebene haben Studierende der Universität Kassel das System weiterentwickelt, um Gruppenarbeiten auf dem Campus durch die Filterung der Luft im offenen Schirmbaldachin zu ermöglichen. Das Vordach hat eine Grundkonstruktion und besteht aus Holzstäben und einem lichtdurchlässigen Kunststoff (PSA) in einem Raum. Sowohl die Herstellung des Filtermoduls und des Schirms, als auch die Installation im Raum sind kostengünstig und einfach. Die montierten Schirme auf dem Campus entsprechen den Vorschriften des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, indem sie den 1,5 Meter Abstand zwischen den Schülern mit Mund- und Nasenschutz berücksichtigen. Die Schirme können nach der Pandemie wieder als Beschattungssystem verwendet werden. Tests in Krankenhäusern sind im Gange und werden bald zusammen mit den digitalen Fertigungsdaten veröffentlicht, um lokal verfügbare HEPA-Filter und PC-Lüfter anzupassen. Für weitere Informationen besuchen Sie kabiyon.com.


Spon­so­ren

Team


Betreuung: Prof. Dr.-Ing. Julian Lienhard, M. Sc. Seyed Mobin Moussavi
Teilnehmende Studierende: B.Sc. Tim-Henrik Ehmer, B.Sc David Leander Kaiser, B.Sc Clemens Rapp, B.Sc Max Maurer, M. Sc. Kim Marie Müller, B.Sc. Fridtjof Schmidt