Meldung
Neue Beteiligungsformate, aber altes Verständnis von Partizipation: Beitrag in ‚disP – The Planning Review‘ erschienen
Der Open-Access-Beitrag kann kostenlos heruntergeladen werden:
https://do.org/10.1080/02513625.2026.2650022
Abstract
Obwohl Partizipation in städtebaulichen Diskursen zunehmend an Bedeutung gewinnt, reproduzieren partizipative Praktiken oft bestehende Routinen und Machtstrukturen, anstatt sie zu verändern. Der Beitrag geht der Frage nach, warum Innovationen in partizipativen Formaten selten zu institutionellem Wandel in der Stadtplanung führen. Theoretische Grundlage ist der diskursive Institutionalismus (DI), der Institutionen als bedeutungsstabilisierende Ordnungen begreift, die durch Diskurse von „guter Beteiligung“ und den sich „gut beteiligenden“ Bürger:innen gestützt und gleichsam verändert werden. Anhand eines qualitativen Fallstudie zur Kleinstadt Wittenberge, wo seit 2019 neue kollaborative Beteiligungsformate (über-)nationale Aufmerksamkeit gewonnen haben, wird untersucht, wie lokale Akteure Expertendiskurse in die Praxis umsetzen und welche Auswirkungen diese Umsetzungen auf Institutionen der Beteiligungspraxis haben. Die Ergebnisse zeigen: Institutioneller Wandel in der Beteiligung vollzieht sich inkrementell – durch subtile Verschiebungen in diskursiven Praktiken, nicht durch formale Umstrukturierungen. Der Artikel entwickelt eine Operationalisierung des DI für partizipative Stadtplanung und identifiziert Mechanismen diskursiver Stabilisierung und Transformation.