Forschung

Aktuelle Forschungsprojekte

agri:change

Bild: C. Heindorf

agri:change – Zukunft durch Wandel: Nachhaltigkeitstransformation der Agrar- und Ernährungs-wirtschaft in Niedersachsen

Das 5-jährige Verbundvorhaben agri:change hat das Ziel, die Transformation der Landwirtschaft hin zu einem resilienten, zukunftsfähigen Agrar- und Ernährungssystem voranzutreiben. Dazu werden in vier agrilabs praxisorientierte Lösungen entwickelt und erprobt. 

Das “agri:lab X4 integrierte Agrarlandschaftsentwicklung'” widmet sich dem Transformationsfeld Landnutzung. Dabei werden verschiedene sozial-ökologische Herausforderungen (wie z.B. Wasserverfügbarkeit und Biodiversitätsschutz) in drei Landschaftstypen Niedersachsens (intensiv genutzte Moorlandschaften, extensiv genutzte Moorlandschaften und Agrarintensivlandschaften) aufgegriffen. In einem transdisziplinären Forschungsprozess werden transformative Impulse in Form von Reallaboransätzen entwickelt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf landschaftsbezogenen, relationalen Werten, die Umweltgerechtigkeit, Mensch-Natur-Beziehungen und diverse Weltanschauungen anerkennen und damit als wichtige Hebel für Transformation dienen können. 

Darüber hinaus werden sozial-ökologische Konflikte sowie die mentalen Modelle beteiligter Akteursgruppen untersucht, um unterschiedliche Wahrnehmungen, Wertorientierungen und Handlungslogiken sichtbar zu machen und damit eine gemeinsame, transformationsorientierte Wissensbasis zu schaffen.

Das Projekt wird finanziert durch das Programm Agenda zukunft.niedersachsen, dem gemeinsamen Förderprogramm des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und der VolkswagenStiftung.

Kontakt: Jule Huber (jule.huber[at]uni-goettingen[dot]de), Prof. Dr. Tobias Plieninger (plieninger[at]uni-goettingen[dot]de)

Weitere Informationen finden Sie hier: agri:change

 

RurbanAgroforestry

Bild: T. Plieninger

Das DFG-geförderte Projekt A01 ist ein Teilprojekt von FOR 5903 "Sustainable Rurbanity - Resources, Society, and Regulatory Systems". Es untersucht, wie  baumbasierte Landwirtschaft (also landwirtschaftliche Systeme, in denen Bäume eine zentrale Rolle spielen, z.B. Agroforst) zur nachhaltigen Entwicklung von “rurbanen” Räumen - also Gebieten zwischen Stadt und Land - in urbanisierenden Regionen Marokkos beitragen kann. Diese Regionen sollen als Modellsystem dienen. Durch die Kombination von biophysikalischen und soziokulturellen Daten auf verschiedenen Ebenen möchte das Projekt besser versetehen, wie die Entwicklung von baumbasierter Landwirtschaft die Bereitstellung, Verteilung und die Zugänglichkeit von Ökosystemleistungen beeinflusst und wie sie zur Entstehung und Gestaltung rurbaner Lebensräume beiträgt. Darüber hinaus soll anhand von Fernerkundungs- und Felddaten untersucht werden, wie baumbasierte Landwirtschaft die rurbane Landschaft verändert hat. Das Projekt soll dazu beitragen, ein umfassendes Verständnis von multifunktionalen Agrarlandschaften in rurbanen Gebieten zu entwickeln - Landschaften, die gleichzeitig, ökologische ökonomische und soziale Funktionen erfüllen - und deren räumliche und zeitliche Dynamik besser zu versetehen.

Kontakt: Liene Hennig (liene.hennig@uni-kassel.de), Prof. Dr. Tobias Plieninger (plieninger@uni-kassel.de

Weitere Informationen finden Sie hier: RurbanAgroforestry

WIN

Bild: A. Mölder

WIN: Wiederherstellung der Biodiversität und Nutzwerte von Nieder- und Mittelwäldern

Die Bedeutung historischer Waldnutzungsformen wie Mittel- und Niederwälder für die Entstehung und Erhaltung schutzbedürftiger Biodiversität wird in Wissenschaft und Praxis zunehmend erkannt. Dennoch sind heute nur noch wenige Bestände dieser Bewirtschaftungsformen erhalten. Ziel des Projekts ist es deshalb, neue Behandlungskonzepte zu entwickeln, die zur Wahrung und zur Reaktivierung von Nieder- und Mittelwäldern beitragen. Im Rahmen des dritten Teilvorhabens richten wir den Fokus auf lokale und regionale Stakeholder, die an der Wiederherstellung der Biodiversität und den Nutzwerten interessiert sind, Entscheidungen zu Mittel- und Niederwäldern treffen oder von diesen betroffen sind. In einem ersten Schritt werden wir alle Stakeholder identifizieren, die am Erhalt und an einer Reaktivierung von Nieder- und Mittelwaldbewirtschaftung potentiell interessiert und / oder davon betroffen sein können. Wir werden dann den Entscheidungskontext der Stakeholder durch das Erfassen ihrer Wissens-, Werte- und Regelsystemen beschreiben. Aufbauend auf diesen Ergebnissen sowie auf Erkenntnissen aus den anderen Teilvorhaben zu ökonomischen und ökologischen Werten von Nieder- und Mittelwäldern sollen Strategien für deren Erhalt und Reetablierung entwickelt werden. Das Projekt wird gemeinsam mit der Abteilung Waldnaturschutz der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) und dem Lehrstuhl „Forstökonomie und nachhaltige Landnutzungsplanung“ der Universität Göttingen durchgeführt.

Kontakt: Pia Lynn Jensen (pia.jensen[at]uni-goettingen[dot]de), Dr. Marion Jay (marion.jay[at]uni-goettingen[dot]de), Prof. Dr. Tobias Plieninger (plieninger[at]uni-goettingen[dot]de)

Weitere Informationen finden Sie hier: WIN

TransforMed

Bild: C. Heindorf

TransforMed: Transforming the Mediterranean Region through Agroforestry

Das Projekt knüpft an den Erkenntnissen und Erfahrungen mehrerer wegweisender Agroforst-Projekte ("Lighthouses") in Marokko, Tunesien und der Türkei an. Ziel ist eine großfläche Einführung erfolgreicher Agroforstsysteme (AFS) in salzhaltigen und degradierten Landschaften. Dadurch sollen die Bodengesundheit wiederhergestellt werden sowie Biodiversität und Produktivität der Agrarökosysteme in den Regionen gefördert werden. Gleichzeitig adressiert TransforMed dabei gezielt auch sozioökonomische und soziokulturelle Barrieren. 

Die Universität Kassel leitet im Projekt das Arbeitspaket 3 (WP3), das sich mit den soziokulturellen Faktoren von Agroforstsystemen befasst. Im Fokus stehen das bereits vorhandene Wissen, das Bewusstsein, die Motivationen und die wahrgenommenen Werte im Zusammenhang mit AFS. Darüber hinaus werden gemeinsam mit lokalen Akteur:innen Lösungsansätze für bestehende Herausforderungen entwickelt, etwa im Kontext der Weidewirtschaft und der praktischen Umsetzung von Agroforstsystemen. Durch den Dialog und die Zusammenarbeit mit Projektpartnern und -teilnehmer:Innen wollen wir so zum Aufbau lokaler Kapazitäten beitragen.

Das TransforMed-Konsortium ist stark interdisziplinär ausgerichtet und umfasst Partner aus sieben verschiedenen Ländern – Spanien, Frankreich, der Türkei, Marokko, Tunesien, Portugal und Deutschland. Das Projekt wird im Rahmen des PRIMA-Programms gefördert. 

Kontakt: Dr. Claudia Heindorf (claudia.heindorf[at]uni-kassel[dot]de)

Weitere Informationen finden Sie hier: TransforMed

GI SMART

Bild: L. Flinzberger

Originaltitel: "Investigating the contribution of geographical indications (GIs) to sustainable development and optimizing support for newly established schemes"

Das Hauptziel des Projekts ist es, die Gestaltung und Umsetzung des Systems der geografischen Angaben zu verbessern, um eine nachhaltige Landwirtschaft, gesunde und nachhaltige Lebensmittel sowie nachhaltige Lebensmittelsysteme zu unterstützen, die mit den Zielen der „Farm to Fork“-Strategie übereinstimmen.

Im Rahmen des Projekts wird die Rolle der Universität Kassel darin bestehen, die wichtigsten Gruppen g.A.-zertifizierter Agrar- und Lebensmittelsystemen in ganz Europa zu klassifizieren und gute Nachhaltigkeitspraktiken zu kartieren. Dies soll zu einer Auswahl von Pfaden für die Akteure geografischer Angaben führen, welche eine größere Nachhaltigkeit und einen stärkere Inwertsetzung der nachhaltigen Produkte erreichen wollen. Darüber hinaus wird die Universität Kassel für die Entwicklung und Durchführung von Fallstudien in Deutschland und Österreich verantwortlich sein.

Das GI-Smart-Konsortium besteht aus 17 öffentlichen und privaten Partnern aus 8 europäischen Mitgliedstaaten (Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Italien, Portugal, Spanien) sowie aus dem Vereinigten Königreich und der Schweiz. Es wird von INRAE - Nationales Forschungsinstitut für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt (Frankreich) koordiniert.

Kontakt: Dr. Lukas Flinzberger (flinzberger[at]uni-kassel[dot]de) & Prof. Dr. Tobias Plieninger (plieninger[at]uni-kassel[dot]de)

Weitere Informationen finden Sie hier: GI SMART

 

RESTORE

Bild: L. Kmoch

Die Beiträge der Natur für die Menschen in wiederhergestellten Landschaften im westlichen Ruanda

Das Teilprojekt sechs (SP6) „Die Beiträge der Natur für die Menschen in wiederhergestellten Landschaften im westlichen Ruanda“ zielt darauf ab, die vielfältigen materiellen und immateriellen Werte, die Menschen den Ökosystemen in Wiederherstellungslandschaften zuschreiben, zu erfassen. Außerdem werden wir untersuchen, inwieweit verschiedene Arten des Wissens und die pluralen Werte und Regeln lokaler und entfernter (inter-)nationaler Akteure die Beiträge der Natur für die Menschen prägen und steuern. Um die Beiträge der Natur für die Menschen zu erfassen, werden wir Bewertungsansätze aus drei verschiedenen Perspektiven entwickeln: einer Ökosystemperspektive, einer Landschaftsperspektive, und einer skalenübergreifenden Perspektive. Zu diesem Zweck werden sozio-kulturelle Bewertungsmethoden (z. B. Photovoice, Photo Elicitation, und narratives Assessment) und partizipative, räumliche Erhebungsverfahren kombiniert.

Kontakt: Dr. Laura Kmoch (laura.kmoch[at]uni-goettingen[dot]de), Gaelle Ndayizeye (gaelle.ndayizeye[at]uni-goettingen[dot]de) & Prof. Dr. Tobias Plieninger (plieninger[at]uni-goettingen[dot]de)

Weitere Informationen finden Sie hier: RESTORE

RECONNECT

Bild: M. Jay

RECONNECT – Fragmentierte und umkämpfte Landschaften neu verbinden

RECONNECT ist ein dreijähriges Projekt, das durch die europäische Biodiversitätspartnerschaft "BiodivERsA+" finanziert wird. Um den fortschreitenden Verlust an biologischer Vielfalt und die Verschlechterung der Ökosysteme zu stoppen, haben die jüngste Vereinbarung über den Globalen Rahmen für die biologische Vielfalt von Kunming und Montreal sowie die Europäische Strategie für biologische Vielfalt unter anderem ein klares Ziel von 30 % geschützter Landflächen bis 2030 gesetzt. Während dieses Ziel von vielen begrüßt wurde, herrschen in vielen Fällen noch immer Fragmentierung, Dissens und Entkopplung zwischen der Erhaltung der biologischen Vielfalt und anderen Aspekten der heutigen Landschaften und Gesellschaften vor, was zu Spannungen zwischen Erhaltungs-, Gerechtigkeits- und Produktionszielen sowie zu widersprüchlichen Governance-Prioritäten und Landnutzungspraktiken führt.

In RECONNECT untersuchen wir die soziale und ökologische Fragmentierung von Schutzgebieten in multifunktionalen Landschaften mit dem Ziel, Schlüsselelemente und Möglichkeiten für Neu-Verbindungen zu identifizieren. Unsere Gruppe kombiniert Governance- und institutionelle Analysen, Modellierung von Biodiversität und Ökosystemleistungen, partizipative Wertekartierung und Geo-Design-Prozesse von Interessengruppen in Schutzgebieten in Frankreich, Deutschland, Südafrika und Schweden. Wir arbeiten mit einem interdisziplinären Team von Forschungszentren und Universitäten wie der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften und dem Stockholm Resilience Centre, dem französischen CNRS-Labor für alpine Ökologie, der International Union for Conservation of Nature und lokalen Interessengruppen zusammen.

Kontakt: Dr. Marion Jay (marion.jay[at]uni-goettingen[dot]de) & Prof. Dr. Tobias Plieninger (plieninger[at]uni-kassel[dot]de)

Weitere Informationen finden Sie hier: RECONNECT

Die Biodiversitäts-Exploratorien

Bild: T. Plieninger

Die Biodiversitäts-Exploratorien als biokulturelle Landschaften: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Biokulturelle Landschaften weisen eine hohe kulturelle und biologische Vielfalt auf und sind durch die landwirtschaftliche Intensivierung bedroht. Ziel dieses Projekts ist es, ein umfassendes Bild der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen biokulturellen Vielfalt in drei Regionen Deutschlands zu erstellen: Schorfheide-Chorin, Hainich-Dün und die Schwäbische Alb. Mit qualitativen und quantitativen Methoden, einschließlich Oral-History-Interviews, Photo Elicitation und Szenarien-Workshops, werden wir die Wahrnehmung des Landnutzungswandels und die Erwartungen der lokalen Bevölkerung an die Zukunft der Natur in ihrer Region untersuchen. Das Projekt wird von Prof. Tobias Plieninger und Dr. Emmeline Topp geleitet und steht unter dem Dach der Biodiversitäts-Exploratorien, einem von der DFG geförderten Langzeitforschungsprogramm zur Biodiversität.

Kontakt: Dr. Emmeline Topp (topp[at]uni-kassel[dot]de) & Prof. Dr. Tobias Plieninger (plieninger[at]uni-kassel[dot]de)

Weitere Informationen finden Sie hier: PastPresentFuture

 

KOOPERATIV

Bild: J. Huber

Förderung der Biodiversität auf der Landschaftsebene

Vor dem Hintergrund von landwirtschaftlicher Intensivierung und Biodiversitätsverlusten richtet sich das Projekt KOOPERATIV auf die Entwicklung und Erprobung eines partizipativen und integrativen Ansatzes für die landschaftsbezogene Umsetzung von Agrarumweltmaßnahmen.
Am Beispiel von mehrjährigen Blühstreifen sollen ideale Flächenanteile sowie räumliche Konfigurationen analysiert und die Biodiversität und Ökosystemleistungen auf möglichst kosteneffiziente Weise verbessert werden. KOOPERATIV zielt zugleich darauf ab, die Zusammenarbeit von Akteur*innen aus Landwirtschaft, Naturschutz und Verwaltung zu fördern. Innerhalb des sozial-ökologischen Teils des Projekts wird die Doktorandin Jule Huber, betreut von Prof. Tobias Plieninger und Dr. Stefan Schüler, relevante Rahmenbedingungen analysieren, die die gemeinschaftliche Umsetzung mehrjähriger Blühstreifen auf der Landschaftsebene fördern bzw. hemmen.
Das Projekt wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) gefördert.

Kontakt: Lucia Hoffmann (lucia.hoffmann[at]uni-goettingen[dot]de), Prof. Dr. Tobias Plieninger (plieninger[at]uni-kassel[dot]de)

Weitere Informationen finden Sie hier: KOOPERATIV

Stewardship of Plant Genetic Resources for Food and Agriculture in the Drylands of Southeast Asia

Bild: K. S. Htet

The PhD project, titled “Stewardship of Plant Genetic Resources for Food and Agriculture in the Drylands of Southeast Asia,” is funded by DAAD and the ATSAF Academy. The project investigates the reciprocal relationships between local and Indigenous farming communities and plant species in dryland agricultural systems. Focusing on case studies in central Myanmar and eastern Indonesia, the research examines how local stewardship practices toward bioculturally important plant genetic resources contribute to food system transformations under environmental and socioeconomic changes. Through in-depth qualitative interviews and photo-elicitation methods, the study explores the motivations, barriers, and outcomes associated with local stewardship.

Kontakt: Khant Sandar Htet (khant.sandar.htet[at]uni-kassel[dot]de); Prof. Dr. Tobias Plieninger (plieninger@uni-kassel.de