Fassadenbegrünung - Lastansätze für Wind und Eis

Wandgebundene Fassadenbegrünungen mit vorgelagerten Tragkonstruktionen leisten einen wichtigen Beitrag zur Klimatisierung von Gebäuden und zur Reduktion urbaner Wärmeinseln. Für ihren flächendeckenden Einsatz, insbesondere im Gebäudebestand, fehlen jedoch bislang passende normative Grundlagen für den Standsicherheitsnachweis unter Wind- und Eislasten. Die bestehenden  technischen Regelwerke EN 1991-1-4 und EN 1991-1-9 bilden die realen Beanspruchungen begrünter Fassaden nicht ab, sodass entweder überdimensionierte Lastansätze angesetzt oder aufwendige, objektspezifische Windkanalversuche und Gutachten erforderlich werden. Das erhöht Risiken und Kosten für alle Baubeteiligten und hemmt eine breite Anwendung.

Ziel des Forschungsprojekts ist es, durch experimentelle Untersuchungen den Einfluss von Fassadenbegrünung auf die Windbeanspruchung von Fassadenkonstruktionen zu bestimmen und die Bildung atmosphärischer Eisablagerungen sowie deren Wechselwirkung mit der Windbeanspruchung zu untersuchen. In Realmaßstab-Versuchen und ergänzenden Windkanalversuchen an skalierten Modellen werden die relevanten Lastmechanismen erfasst. Auf Basis von Klimadaten und Feldmessungen an bestehenden begrünten Fassaden wird zudem die Auftretenswahrscheinlichkeit von Vereisungsbedingungen abgeschätzt.

Aus den gewonnenen Erkenntnissen entstehen Ingenieurmodelle und Bemessungsempfehlungen, die eine sichere und verlässliche Planung begrünter Fassaden ermöglichen und damit den Weg für eine klimagerechte Baukultur ebnen.

 

Projektpartner: Institut für Stahlbau, TU Braunschweig
Laufzeit: September 2026 – August 2029
Förderung: Innovationsprogramm Zukunft Bau des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB)