For­schung

Im Rahmen unserer Forschung erarbeiten wir Lösungen für eine nachhaltige und zukunftsfähige Siedlungswasserwirtschaft. Dabei sind folgende Schwerpunkte zu nennen:

Ad­ap­ted Tech­no­lo­gies

Weiterentwicklung angepasster Technologien für eine zukunftsfähige Abwasserreinigung

Ur­ban Mi­ning

Umstellung auf eine kreislaufbezogene Abwasserwirtschaft mit dem Ziel einer Rückgewinnung von Wertstoffen

Si­mu­la­ti­on-ba­sed Learning

Prozessaufklärung und Verständnisgewinn durch simulationsbasierte Beschreibung relevanter Reinigungsprozesse

Ak­tu­el­le Pro­jek­te

Das Vorhaben DecS verfolgt die Vision, organische Spurenstoffe möglichst zielgerichtet aus Abwasserströmen zu entfernen und den notwendigen Ressourceneinsatz der zur Verfügung stehenden Technologien zu entlasten (Ozon, PAK, GAK). DecS nutzt dabei den Treiber der Digitalisierung, indem kontinuierlich erfasste Messdaten eines neuen online Sensorsystems intelligent verarbeitet und mit digitalen Modellabbildern vernetzt werden. Dabei erforscht DecS die realen Nachhaltigkeitspotenziale einer digitalisierten Spurenstoffelimination und beantwortet generelle Fragestellungen zur simulationsunterstützten Prozessoptimierung auf wasserwirtschaftlichen Anlagen. Die Machbarkeit der großtechnischen Implementierung wird in digitalen Reallaboren erprobt (Kläranlage Dülmen, Kläranlage Bad Sassendorf), um konkrete Erfahrungen im Zusammenspiel der digitalen Instrumente im Sinne eines Proof of Concept sammeln zu können.

 

Projektpartner:     Uni Kassel (FG SWW, Verbundkoordination)
                                UNISENSOR Sensorsysteme GmbH
                                ifak e.V. Magdeburg
                                Lippeverband (EGLV)
                                Weber-Ingenieure GmbH

Laufzeit:                 04/2021 - 03/2023

Förderung:            Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
                                Digital GreenTech - Umwelttechnik trifft Digitalisierung

Projektleitung:      Prof. Dr.-Ing. Tobias Morck / Janna Parniske, M.Sc.

Links:                      Projekthomepage DecS

Auf der Kläranlage Achern wird zur weitergehenden Spurenstoffelimination Pulveraktivkohle simultan in die biologische Stufe der Kläranlage dosiert. Neben der Demonstration zur einfachen Implementierung des Verfahrens werden im Rahmen des Vorhabens Betriebseinstellungen erarbeitet, die zur Sicherstellung eines funktionierenden und zugleich wirtschaftlichen Betriebs des Verfahrens auf andere Kläranlagen übertragen werden können. Dies wird unterstützt durch eine simulationsbasierte Beschreibung der relevanten Prozesse. Das Vorhaben gliedert sich in zwei Phasen. In Phase 1 werden Voruntersuchungen im Labor als auch halbtechnischen Maßstab durchgeführt, um Erkenntnisse zur Auslegung der großtechnischen Realisierung des Vorhabens zu erlangen. Mittels einer halbtechnischen Versuchsanlage sollen insbesondere den Fragestellungen zum Pulveraktivkohlebedarf, zur Dosierstrategie sowie zu den Auswirkungen auf die Kapazitätsreserven der biologischen Stufe nachgegangen werden. In Phase 2 wird geprüft, inwieweit sich die Erkenntnisse im großtechnischen Maßstab verifizieren lassen. Zudem wird in dieser Phase die Betriebsweise optimiert. Die beiden Phasen sind zeitlich durch den Bau bzw. den Einbau der technischen Anlagenkomponenten zur Erweiterung der Kläranlage Achern um das Verfahren der simultanen Dosierung von Pulveraktivkohle voneinander getrennt.

 

Projektpartner:     Uni Kassel (FG SWW)
                                Stadt Achern
                                Weber-Ingenieure GmbH

Laufzeit:                 09/2019 - 06/2023

Förderung:            Landesmittel Baden-Württemberg

Projektleitung:      Prof. Dr.-Ing. Tobias Morck

Bei den derzeit eingesetzten getauchten Membranverfahren zur Abwasserreinigung handelt es sich vorwiegend um statische Verfahren. Die Membranfasern oder -platten werden in einem Rack gebündelt, welches wiederum fest im Reaktor installiert wird. Die benötigte Überströmung zur Kontrolle der Deckschicht wird hauptsächlich über den Eintrag von Luft erreicht. Getauchte Membransysteme benötigen aus diesem Grund im Vergleich zu konventionellen Systemen wesentlich mehr Belüftungsenergie und haben darüber hinaus einen erheblich größeren Reinigungs- und Wartungsaufwand.
Im Rahmen der Forschungsarbeiten wird eine neuartige Membranentwicklung untersucht, mit dem Ziel durch neuartige Konstruktion mit kurzen Membranfasern und durch Rotation der Fasern, den Flux und den Feststoffgehalt derzeitig eingesetzter Anlagen deutlich zu erweitern. Dies soll bei gleichzeitig niedrigeren Rückspülintervallen und Luftmengen erreicht werden.

 

Projektpartner:     Uni Kassel (FG SWW)

Förderung:            Eigenmittel

Im Rahmen von PAKauf wird in halbtechnischen Versuchen eine Adsorptionsstufe mit Pulveraktivkohle im Aufstaubetrieb (PAK-SBR) zur weitergehenden Spurenstoffelimination erprobt. Die Untersuchungen werden unterstützt durch eine simulationsbasierte Beschreibung der Verfahrensprozesse, um unter anderem Fragestellungen zur Optimierung der Zyklusphasen beantworten zu können.

 

Projektpartner:     Uni Kassel (FG SWW)
                                AZV Unteres Sulmtal
                                Weber-Ingenieure GmbH
                                Kompetenzzentrum Spurenstoffe Baden-Württemberg (KomS)

Laufzeit:                 03/2021 - 02/2022

Förderung:            Landesmittel Baden-Württemberg