Margaret Babirye
Institut
Forschungscluster
1 - Partnerschaft in der Entwicklungszusammenarbeit - Zugang zu Entwicklungszusammenarbeit für marginalisierte Gruppen
Supervisoren
Prof. Dr. Hubertus Büschel, Universität Kassel
Prof. Dr. Franziska Müller, Universität Hamburg
PhD Projekttitel
Climate Politics: Conservation, Displacement and Education – the case of Batwa of Uganda
Abstract
Die Batwa in Uganda sind ehemalige Jäger und Sammler, die ursprünglich in den Waldgebieten im Südwesten des Landes lebten. Als Reaktion auf die Internationale Klimakonvention von 1992 (UNFCCC) entwickelte Uganda eine nationale Klimapolitik (NCCP), in der der Schutz der Wildtiere und der Tourismus als politische Prioritäten für die Anpassung an den Klimawandel festgelegt wurden. Der Naturschutzprozess führte jedoch zur Vertreibung der Batwa aus den Wäldern, was ihre Souveränität bedrohte. In diesem Projekt möchte ich die Vertreibung der Batwa untersuchen und erörtern, inwiefern ihr Wissen und eine umfassendere Aufklärung über die Umstände ihrer Marginalisierung und Vertreibung das Potenzial haben, die Entwicklungspolitik in Uganda mitzugestalten. Ich vertrete die Auffassung, dass Ugandas Naturschutz- und Klimapolitik zwar wichtig sind, jedoch die zentralen strukturellen Probleme der Batwa, die aus ihrer Vertreibung resultieren, nicht angehen. Daher schlägt dieses Projekt vor, dass Maßnahmen aus dem Entwicklungsbereich wirksamer wären, um die Identität, Kultur und das nachhaltige Wohlergehen der Batwa zu fördern. Das Projekt stützt sich zudem auf den Ansatz der politischen Ökologie, da dieser die Analyse unterschiedlicher Vorstellungen verschiedener Akteure in den Mittelpunkt stellt. Dies ist wichtig, um das Wissen und die Entwicklungsbestrebungen indigener Völker wie der Batwa zu analysieren und sie in die Klima- und Entwicklungspolitik sowie in die Entscheidungsprozesse Ugandas einzubeziehen. Da die Batwa historisch gesehen keine sesshafte Landwirtschaft betreiben (wie die Bantu in Afrika), wird ihre Sichtweise vernachlässigt. Die Visionen von Regierungen, internationalen und nationalen Nichtregierungsorganisationen gehen in der Regel davon aus, dass menschliche Entwicklung in Form von sesshaftem Leben und materiellem Wohlstand stattfindet, was es ermöglicht, andere Gebiete für den Naturschutz auszuweisen, wodurch Gruppen wie die Batwa aus diesen Visionen ausgeschlossen werden. In diesem Beitrag wird dargelegt, dass Entwicklung – verbunden mit dem Zugang zu Land und den Vorteilen, die sich aus dem Naturschutz und der Entwicklungszusammenarbeit in Uganda ergeben – wichtig sein wird für: 1) die Verwirklichung der Vision der Batwa und der Natur, die sie seit jeher erhalten haben, 2) die Stärkung der Batwa in einer Weise, die für sie von Nutzen ist.
Bildungsweg
- 2017: Master of Science in Afrikastudien, Universität Oxford – Großbritannien, mit den Schwerpunkten Methodik, Ethik und Forschungsstrategien sowie den Themen afrikanische Entwicklung, Modernisierung, wirtschaftliche Anpassung und „Entwicklungspolitik bei den Batwa in Uganda“ (Abschlussarbeit).
- 2012: Bachelor of Arts in Erwachsenen- und Gemeindepädagogik, Makerere-Universität – Uganda, mit den Schwerpunkten Gemeindeentwicklung in Uganda; Forschungsmethodik; Programmentwicklung, -planung und -umsetzung; Monitoring und Evaluation.
Berufserfahrung
- 2017–2020: Stipendiatin im Rahmen des „Third Generation Project“ – Universität St. Andrews, Großbritannien.
- 2011–2016: Beauftragte für Bildung und Ausbildung bei der Ost- und Zentralafrikanischen Vereinigung für indigene Rechte, Uganda.
- 2014–2015: Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Direktion für Qualitätssicherung der Makerere-Universität, Uganda.
- 2012–2013: Lehrassistentin an der Bugema-Universität.
Soziale/Politische Aktivitäten
- 2019: Interdependence Agency, Aktivistin im Bereich Klimawandel.
- 2018: Mitglied der Alumni-Gemeinschaft der Universität Oxford.
- 2017: Mitglied der African Society der Universität Oxford.
- 2011: Aktivistin im Club für ökologische Nachhaltigkeit der Makerere-Universität.
Stipendien
- 2020: DAAD-Thomas-Sankara-Preis
- 2017: St. Anne’s College – Universität Oxford, Reisestipendium
- 2017: Zentrum für Afrikastudien, Universität Oxford, Forschungsstipendium
- 2016: Oxford Mitsui & Co.-Stipendium für Afrikastudien
- 2008–2011: Staatliche Förderung durch die Makerere-Universität
Publikationen
Kimoga, J., Babirye, M., Musana, J., Kakande, A., Abonyo, C., Oilar, C., & Muhumuza, P. (2015). Equity and equality: The poor and higher education accessibility. British Journal of Higher Education, 10(3), 1- 16. https://doi.org/10.9734/BJESBS/2015/18008