Klassifizierung nach den Berufsangaben
etabliertes Bürgertum
Es ist zu vermuten, dass die Wohnorte der jüdischen Einwohner (ebenso wie die
der nicht-jüdischen) - wenn man eine Untergliederung nach Ober/Mittel/Unter-Schicht
vornimmt - Schwerpunkte in Kassel bilden. Diese Klassenbildung wird im Datenbestand
des Sozial-räumlichen Informationssystem von P. Jüngst aus den Berufsangaben
in den Adressbüchern abgeleitet. In den Listen nach Thiele ist dies nur eingeschränkt
möglich, da die große Zahl von Kaufleuten, Händlern, Geschäftsleuten
eine aussagekräftige Untergliederung verhindert.
Fasst man die eindeutigen Berufe der Personen einer Oberschicht wie Arzt, Jurist, Fabrikant etc
zusammen, so kann eine solche Klassenbildung zumindestens
für das "etablierte Bürgertum " (EBT)
versucht werden.
Bei den folgenden Analysen werden die Adressen ausgesondert, die eindeutig einem Industrie-
oder Gewerbebetrieb zugeordnet sind. Es verbleiben somit nur diejenigen Adressen, bei denen
es sich um reine Wohnadressen handelt oder um kombinierte (die Person wohnt dort und betreibt
gleichzeitig dort ihr Gewerbe).
[2] Ergebnisse
Die Adressen aus den Datenbestände von Thiele für die Jahre 1883, 1914 und 1930 wurden jeweils aufgrund der Berufsangabe analysiert bezüglich des Wohn-/Gewerbe-Status und der Zugehörigkeit zum "etablierte Bürgertum ". Für die Raumbezugseinheit Block wurde dann der Anteil der Personen EBT an allen Personen berechnet.
Entwicklung 1883 => 1914 => 1930
| Anteil jüdischer Bewohner alle Blöcke sind farbig gezeichnet, in denen jüdische Bewohner leben blau : der Anteil ist größer als im Mittel für die gesamte Stadt |
Anteil etabliertes Bürgertum Farbskala : Anteil in % in 5 Klassen 0, 1-24 (ocker), 25-49 (rot), 50-99 (violett), 100 (blau) zum Vergleich : Blöcke ohne jüdische Bewohner (grau) | |
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insgesamt 485 Adressen davon 89 EBT = 18 %
Karten (pdf) |
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insgesamt 849 Adressen davon 188 EBT = 22 %
Karten (pdf) |
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insgesamt 979 Adressen davon 186 EBT = 19 %
Karten (pdf) |
[3] Bewertung