Language Lab: Empirie der Sprache

Kurzbeschreibung

Die Arbeit im Language Lab zielt darauf ab, den Studierenden eine Einführung in das empirische Arbeiten zu geben und ihnen die Fähigkeit zu vermitteln, experimentelle Methoden im Kontext des Fremdsprachenlernens und -lehrens anzuwenden. Dabei stellt das Language Lab eine innovative Lernumgebung dar, die den Studierenden den Zugang zu moderner Experimentaltechnologie (z.B. Reaktionszeit, Eye Tracking, Audioanalyse) und praktischen Übungsmöglichkeiten bietet. Durch den Einsatz von spezieller Software und digitalen Werkzeugen werden die Studierenden befähigt, sich Fertigkeiten in den Bereichen Sprachanalyse, Dateninterpretation, empirische Forschungsmethoden und -techniken anzueignen und entsprechende Kenntnisse im Hinblick auf didaktische Fragestellungen auszubauen.

Hochschuldidaktische Innovation

Unser Language Lab bietet zukünftigen Lehrkräften einen Einblick in die Erhebung empirischer bzw. experimenteller Daten und zeigt Perspektiven der Anwendung empirisch validierter Ansätze auf Fragestellungen des Verarbeitens sprachlicher Information sowie des Erwerbs einer Fremdsprache auf. Der Fokus liegt dabei auf Daten aus dem Englischen, thematisiert werden aber auch sprachvergleichende Aspekte (u.a. zum Türkischen, Russischen, Deutschen), wie sie für das mehrsprachige Klassenzimmer relevant sind. Schwerpunkte liegen in der Erforschung der Beziehung zwischen Sprache und Denken und im Speziellen zwischen grammatischen Kategorien (bspw. Aspekt) und deren außersprachlicher Konzeptualisierung.

Ausgewählte Forschungsbefunde

    Aktuelle Themen, denen wir uns im Language Lab widmen, betreffen primär Fragestellungen bezüglich der verschiedenen Schnittstellen sprachlicher Kognition. Im Speziellen untersuchen wir momentan folgende kognitiven Bereiche:

    • Zusammenhang zwischen einzelsprachlicher Grammatik und konzeptuellen Strukturen
    • Verarbeitung ironischer Äußerungen
    • Verarbeitung von Zitaten
    • Verarbeitung geschlechtersensitiver Sprache

    So haben wir bspw. im Lab erheben können, dass Äußerungen wie Das ist ja ein tolles Wetter, wenn sie ironisch gemeint sind,im Englischen leichter verarbeitet werden, wenn das ironische Material (hier tolles, ‚great‘) mit Anführungszeichen präsentiert wird (Schlechtweg & Härtl 2023). Hieraus ergeben sich wichtige Implikationen für den Erwerb des Englischen als Fremdsprache und für Funktion und Einsatz von Anführungszeichen als Indikator für ironische Lesarten.

    Schlechtweg, Marcel & Holden Härtl (2023) Quotation marks and the processing of irony in English: Evidence from a reading time study. Linguistics, 61.2, 355-390.

    Weiterführende Informationen

    Ansprechperson

    Projektleitung:

    Prof. Dr. Holden Härtl
    holden.haertl@uni-kassel.de