Indigenität in globalen Kontexten: Critical Literacy, Postkolonialität, BNE und GCE in Bildung und Schule

Worum geht es, wenn von „Indigenität“ gesprochen wird – und wer spricht dabei? Das Seminar führt in unterschiedliche Bedeutungen und Debatten rund um Indigenität ein und verbindet Critical Literacy mit postkolonialen Perspektiven sowie Ansätzen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Global Citizenship Education (GCE).

Anhand gut zugänglicher Beispiele aus Medien, NGO-Kommunikation und Selbstrepräsentationen üben wir Schritt für Schritt, wie Darstellungen von Indigenität mithilfe postkolonialer Werkzeuge analysiert werden können – mit Blick auf Perspektiven, Sprache, Machtverhältnisse und Deutungsmuster. 

Ein zentrales Element sind (digitale) Inputs von Vertreter:innen indigener Communities sowie einer NGO, die Gelegenheiten für Austausch und dialogisches Lernen eröffnen. Darüber hinaus erhalten wir Inputs von Wissenschaftler:innen aus dem Globalen Süden und dem Globalen Norden, die unterschiedliche Forschungsperspektiven in das Seminar einbringen. Studierende entwickeln eigene kleine Forschungsfragen, arbeiten forschungsnah mit ausgewählten Materialien und übertragen Erkenntnisse auf schulische Kontexte im Sinne von BNE und GCE.

Das Seminar ist eng mit der internationalen Summer School „Learning for Change: Rethinking Teacher Education through Indigenous Perspectives“ verbunden, die im Rahmen des Projekts CHANGES vom 20.07. bis 31.07.2026 stattfindet. Gemeinsam mit Partneruniversitäten aus Kanada, Indonesien, Argentinien und Südafrika entsteht ein Raum für Austausch und Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg.

Die Lehrveranstaltung wird im Rahmen des Schwerpunktmoduls 9 (PO vor 2023) bzw. des Vertiefungsmoduls (PO 2023) im Kernstudium angeboten (4 SWS). Sie umfasst die internationale Summer School für Lehramtsstudierende (20. - 31. Juli 2026) sowie zwei einführende Sitzungen und eine nachbereitende Sitzung.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich; zentrale Begriffe und Methoden werden im Seminar gemeinsam aufgebaut.

Hinweis zur Arbeitsweise: Diese Lehrveranstaltung fokussiert auf internationale Begegnung. 

Internationale Studierende sind herzlich willkommen; ihre unterschiedlichen sprachlichen und kulturellen Perspektiven bereichern unsere gemeinsame Arbeit. Viele Materialien sind englischsprachig; Diskussionen finden häufig auf Englisch statt. Sprachliche Unterstützung (Begriffsklärungen, Lesehilfen) ist Teil des Seminars – eine gute Gelegenheit also, Sprachkenntnisse ohne Leistungsdruck weiterzuentwickeln – ausdrücklich auch für weniger geübte Sprecher:innen. 

Das Seminar steht Studierenden aller Lehramtsstudiengänge offen. 

Freitag, 24.04.2026, 15:00 – 15:45 Uhr (online)
Informations- und Einführungsveranstaltung via Zoom:

https://uni-potsdam.zoom-x.de/j/65189081354

Meeting-ID: 651 8908 1354
Kenncode: 53235593

In dieser Sitzung stellen wir das Konzept und Programm der Lehrveranstaltung vor und beantworten Ihre Fragen. Nehmen Sie gern daran teil und entscheiden anschließend über Ihre weitere Teilnahme.

Freitag, 19.06.2026, 15:00 – 18:00 Uhr

Vorbereitungstreffen in Präsenz
Kassel Institute for Sustainability, Mosenthalstraße 8, 3. OG, Raum 3001

20.07.2026 – 31.07.2026

Summer School „Learning for Change: Rethinking Teacher Education through Indigenous Perspectives“:

In der ersten Woche erleben die Studierenden gemeinsam mit Studierenden der Nachhaltigkeitswissenschaften internationale Perspektiven zu Indigenität anhand spannender, interaktiver Inputs aus Wissenschaft, NGOs und indigenen Communities. In der zweiten Woche werden die gewonnenen Perspektiven auf schulische Kontexte übertragen. 

Freitag, 25.09.2026, 13:00 – 17:00 Uhr

Nachbereitungstreffen

Ort: tba

Vorläufiges Programm für die erste Woche (PDF)

Zur Lehrveranstaltung im Vorlesungsverzeichnis

Anmeldung & Teilnahme

Bitte melden Sie sich per E-Mail an zlb[at]uni-kassel[dot]de an. Sie können zunächst an der ersten Sitzung teilnehmen und anschließend über eine weitere Teilnahme entscheiden.

Dozierende und Mitwirkende

Weitere Mitwirkende werden in Kürze bekannt gegeben.

Dr. Ellen Christoforatou ist Geschäftsführerin des Zentrums für Lehrer:innenbildung (ZLB) an der Universität Kassel. Sie ist Initiatorin des Studienprofils InterESD (Internationalization and Education for Sustainable Development) und leitet das vom DAAD geförderte Projekt „CHANGES. Exploring Critical Sustainable Development Education from Global Perspectives“ im Rahmen des Programms „Lehramt.International“. In ihren Publikationen und Beiträgen befasst sie sich insbesondere mit nachhaltigkeitsorientierter Transformation, (kritischer) Global Citizenship Education, Internationalisierung und Klimagerechtigkeit in Bildungs- und Professionalisierungsprozessen. 

Stefanie Goertz koordiniert das Projekt „UP Network for Sustainable Teacher Education“ am Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung der Universität Potsdam. In einem interdisziplinären Team verantwortete sie im Rahmen des Projekts unter anderem die Konzeption und Durchführung der internationalen Summer School „Teaching the SDGs". Als Mitherausgeberin des darauf basierenden Sammelbandes „Educating Teachers for Sustainable Development and Global Citizenship“ wirkte sie darin zugleich als Co-Autorin an einer wissenschaftlichen Reflexion der Lehrveranstaltung mit. Durch eigene Auslandsaufenthalte sowie ihren persönlichen Hintergrund entwickelte sie ein besonderes Interesse an Fragen globaler Gerechtigkeit, an der Auseinandersetzung mit Diversität und an den vielfältigen Diskursen über Indigenität.