Ein­zel­mel­dung - So­zi­al­we­sen

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31.05.2021 | Personalia

Das In­sti­tut für So­zi­al­we­sen trau­ert um Pro­fes­so­rin In­ge­borg Pres­sel

*21. Februar 1934 + 02. Mai 2021

Ingeborg Pressel war von 1974 bis 1999 Professorin an der (Universität) Gesamthochschule Kassel. Sie hatte Soziologie an der Universität Frankfurt studiert und dort die Vertreter der Kritischen Theorie gehört. Im Anschluss an ihr Studium konnte sie deren Verständnis von Soziologie als wissenschaftliche Mitarbeiterin von Ludwig von Friedeburg anwenden. Nach Tätigkeiten als Referentin des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands und als Lehrende am Hessenkolleg wurde sie für das Fachgebiet ‚Jugendforschung‘ am damaligen Fachbereich  Sozialwesen berufen. Auch hier betrieb sie Soziologie als angewandte Aufklärung. Aus all den Forschungs-, Studien- und Praxisprojekten, die sie mit anstieß und überaus engagiert leitete oder begleitete, ragt das Modellprojekt „Familienhilfe in Kassel“ heraus, das die wissenschaftliche  Basis für die Sozialpädagogische Familienhilfe gem. §31 SGB VIII werden sollte. Ihr Interesse am Fortschritt in der Sache – insbesondere der Jugend, der Frauen und Familien – ging oft noch über ihr berufliches Engagement hinaus. Sie war eine der Gründerinnen und langjähriges Mitglied des Vorstands des Frauentreffs Brückenhof e. V., der sich der Förderung stadtteilbezogener Frauen- und Familienbildung verschrieben hat. Nicht zuletzt hat Ingeborg Pressel die Einheit von Forschung und Lehre ‚gelebt‘. Unermüdlich hat sie sich für das damalige Projektstudium eingesetzt und unzählige studentische Arbeiten gelesen, korrigiert und mit deren Autor/-innen diskutiert. Sie hat gelehrt, Fragen zu stellen, analytisch zu denken und zu arbeiten, Wissenschaft und Praxis zu verbinden und auf dieser Basis Neues zu wagen. Sie hat damit Generationen von Student/-innen und schließlich Praktiker/-innen Sozialer Arbeit geprägt und bleibt auch deshalb unvergessen.

 

Institut für Sozialwesen