Lehrbeauftragter
Risto Lenz
Risto Lenz forscht und lehrt im Bereich amerikanischer Populärmusik.
Das Spektrum seiner Lehrtätigkeit reicht von Seminaren zur
amerikanischen Literatur- und Kulturgeschichte bis hin zu
kulturwissenschaftlichen Analysen aktueller medialer Praktiken. Mit
der Verbindung von textuellen, performativen und medientechnologischen
Ansätzen sollen die Studierenden lernen, literarische, kulturelle und
populäre Ausdrucksformen nicht nur historisch zu verorten, sondern
auch im Kontext ihrer medialen Voraussetzungen und gesellschaftlichen
Aushandlungsprozessen zu analysieren.
Im Zentrum seiner aktuellen Forschung steht das Projekt Figurationen
des Singer-Songwriters in digital-algorithmischen Medienkulturen. Es
untersucht, warum und wie die Singer-Songwriter-Figur seit den 2010er
Jahren ein bemerkenswertes Revival und Diversifizierung erfährt. Lenz
analysiert, wie digitale Plattformen – mit ihren Versprechen von
Teilhabe, Nähe und Intimität – mit dem traditionellen
Authentizitätsanspruch dieser Figur in Resonanz treten und dadurch
neue Formen von Sichtbarkeit, Autorisierung und ästhetischer Bedeutung
hervorbringen. Das Projekt fragt danach, wie die Figur des
Singer-Songwriters diskursiv und performativ hergestellt wird, welche
Akteure und Plattformen daran beteiligt sind und welche
identitätspolitischen, kulturellen und ökonomischen Funktionen diese
Aktualisierungen in zeitgenössischen Medienkulturen erfüllen.
Risto Lenz wurde an der Universität zu Köln promoviert; seine
Dissertation ist als Monographie im Peter-Lang-Verlag erschienen.
Darin untersucht Lenz die Vermittlung, Wahrnehmung und Rezeption von
"folk music" in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Lenz sammelte
Lehrerfahrung in zahlreichen renommierten nationalen wie
internationalen Universitäten, darunter American University,
Washington D.C., LMU München, Universität Hamburg, Universität
Tübingen, Goethe-Universität Frankfurt, Universität zu Köln.
Internationale Forschungserfahrung erwarb er zudem durch drei längere
Aufenthalte in den USA – u. a. als DAAD Fellow am German Historical
Institute in Washington D.C., als Gerda-Henkel-Stipendiat an der
Library of Congress (Archive of Folk Culture) sowie als Scholar in
Residence an der American University.