Dr. Han­na Jean­rond

Problemaufriss: Gewerkschaften sind seit jeher als sozialpolitische Akteure aktiv und konnten sich im Sozialstaat als systemrelevante Akteure verankern. So können Wandlungsprozesse des Sozialstaats nicht verstanden werden können, ohne die Dynamik der Gewerkschaften innerhalb dessen zu betrachten. In Folge veränderter gesellschaftlicher Strukturen, wie auch politischer Steuerungsmodi durch transformationsentscheidende sozialpolitische Reformen in den letzten Jahrzehnten, kursieren in der Politikwissenschaft vielfach "Niedergangsthesen" zu Gewerkschaften, auch im Bereich der Sozialpolitik.

Ziel: In meiner Promotion analysiere ich den Wandel der Rolle von Gewerkschaften als sozialpolitische Akteure im viel diskutierten Umbauprozess des Sozialstaats. Ziel ist es, den gewerkschaftlichen Einfluss auf sozialpolitische Zäsuren in mehreren Sozialpolitikfeldern zu betrachten, um daraufhin zu schauen, welche Lernprozesse sich in den Gewerkschaften vollzogen haben und wie diese sich an die veränderten Bedingungen anpassen. So werden insbesondere auch neu entstehende gewerkschaftliche Handlungsstrategien in Reaktion auf den Sozialstaatsumbau betrachtet. Dies soll im Spiegel der historischen Rolle von Gewerkschaften als sozialpolitische Akteure unter veränderten gesellschaftspolitischen Modi diskutiert werden.

"Gewerkschaften und Sozialpolitik - Eine systematische Analyse über die Dynamik gewerkschaftlicher Handlungsstrategien im Umbauprozess des Sozialstaats"

Hanna Jeanrond war wissenschaftliche Mitarbeiterin an diesem Fachgebiet.

Kon­takt

Hanna Jeanrond hat zum 30.09.2016 die Universität Kassel verlassen. Aufkommende Fragen bzgl. Studienarbeiten etc. richten Sie bitte an Frau Tanja Schöttner (E-Mail: schoettner@uni-kassel.de).

Bereits während meines Studiums der Politikwissenschaft an der Universität Kassel habe ich begonnen, mich gesellschaftspolitisch zu engagieren: Nach einem achtwöchigen Praktikum bei der IG Metall Nordhessen konnte ich viele Kontakte knüpfen und habe die Chance erhalten, ein halbes Jahr parallel zum Studium, dort tätig zu sein. In dieser Zeit konnte ich einen umfassenden Einblick in die organisatorischen Strukturen und den politischen Willensbildungsprozess von Gewerkschaften erlangen.

Im Studium habe ich meine Interessenschwerpunkte auf das Regierungssystem der BRD sowie die Gewerkschaftsforschung gelegt, welche sich auch thematisch in meinen Abschlussarbeiten wiederspiegeln. Nach dem Studium erhielt ich die Chance, als wissenschaftliche Hilfskraft am Fachgebiet Politisches System der BRD an einem Projekt zum "Sozialverband VdK" zu arbeiten und politikwissenschaftliche Thesen zur Mitgliederentwicklung von Verbänden an diesem Fallbeispiel zu überprüfen.

Seit März 2012 arbeite ich nun als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet und kann zu meinen Interessen- und Schwerpunktthemen lehren und forschen, was unter anderem in meinem Dissertationsvorhaben zum Thema "Gewerkschaften und Sozialpolitik" zum Ausdruck kommt.

Ver­öf­fent­li­chun­gen

Aka­de­mi­scher Wer­de­gang

Seit März 2012

Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Kassel am Fachgebiet "Politisches System der BRD - Staatlichkeit im Wandel" bei Prof. Dr. Wolfgang Schroeder

Januar - März 2012

Wissenschaftliche Hilfskraft an der Universität Kassel zur Durchführung eines Projektes im Rahmen der Hans-Böckler-Stiftung über den "Sozialverband VdK"

Januar 2012

Erlangung des Akademischen Grades Master of Arts Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Thema: "Das Dilemma des Regierens in Bündnissen Koalitionspartner: nicht Freund – nicht Feind. Auf der Suche nach den besten Regeln und Strukturen für ein gelingendes Koalitionsmanagement in modernen Koalitionen.")

2009

Erlangung des Akademischen Grades Bachelor of Arts Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Thema: "Parteien und Gewerkschaften. Das Verhältnis in der Großen Koalition im Spiegel der historischen Entwicklung.")