Wi­Se 21/22

Ein­füh­rungs­stu­dio | räu­me er/fin­den | Koch­werk­statt

Wir beschäftigen uns dieses Semester mit der Wechselbeziehung von Funktion und Raum und den daraus resultierenden Räumen und Handlungsfeldern eines Gebäudes. Funktionen sind ganz eng mit unseren Lebensgewohnheiten, unserer Kultur, technischen Errungenschaften, aber vor allem mit unseren Bedürfnissen verknüpft.

Das Hugenotten Areal steht uns als Experimentierfeld zu Verfügung. Wir verstehen das gesamte Areal, Haus und Garten, als fragmentiertes Haus, mit unterschiedlichen Funktions- und Raumangeboten, das auf Wunsch der Eigentümer bis zum Start der Documenta 15 erweitert werden soll. Konkret werden wir eine Kochwerkstatt mit Dach entwerfen und bauen. Wir werden uns im Laufe des Semesters schrittweise an diese Aufgabe herantasten. Ihr werdet analoge Techniken und digitale Tools kennenlernen, um eure Ideen zu entwickeln und sichtbar zu machen. Ihr werdet recherchieren, vermessen und Potentiale vor Ort aufspüren und auch an exemplarischen Beispielen lernen.

WO? 
Das Hugenottenareal ist ein historisches Gebäude mit verwunschenem Garten im Zentrum von Kassel, das seit 2019 von den Kunstschaffenden Silvia und Lutz Freyer gemeinsam mit Udo Wendland als Kunstareal entwickelt wird.
Letzten Sommer wurde der bis dahin verwilderte Garten entrümpelt und ein Gastgarten der besonderen Art, die sogenannte Kunstzone, mit provisorischer Bühne und unterschiedlichsten Verweilorten für die revitalisierte Cafe-Bar Perle geschaffen. Dieser neu angelegte Ort entwickelte sich vom informellen Treffpunkt zu einer belebten und reizvollen Stätte für Kunst, Kultur und Gemeinschaft.
Im Rahmen der Documenta 15 soll die Kunstzone funktionell erweitert werden, um zusätzliche Möglichkeiten für Künstler, Besucher und Flaneure anzubieten. 

WAS? 
Im Rahmen eines internen Wettbewerbes werden wir eine Kochwerkstatt mit Dach entwerfen, die neben einem kulinarischem Konzept auch zusätzliche Nutzungen anbieten soll. 

WIE? 
Gearbeitet wird in Gruppen und mit ”allen Mitteln” .... Jeder Schritt steht für sich und dient letzten Endes dazu ein Projekt zu konzepieren, das den Ort in seinen räumlichen und programmatischen Möglichkeiten erweitert.
Im Frühjahr 2022 haben wir die Möglichkeit, ein ausgewähltes Konzept gemeinsam zu realisieren und 1:1 auf seine Qualität zu testen.

Ver­ti­cal­pro­jekt | funk­ti­on und raum | In­fra-Turm

Infra-Objekte Kunstzone Hugenottenhaus                                                                                                                         
ist ein Kooperationsprojekt der Kunstzone Hugenottenhaus Kassel mit dem Fachgebiet Entwerfen und Gebäudelehre und dem Fachgebiet Tragwerksentwurf der Universität Kassel. Im Rahmen unserer Kooperation mit Silvia, Marén und Lutz Freyer, Mitinitiator*innen der Kunstzone Hugenottenhaus, wird der Garten der Kunstzone den Studierenden als Experimentierfeld zur Verfügung gestellt. Aufgabe ist es die Kunstzone funktionell und ideell durch sogenannte „Infra-Objekte“ nachhaltig zu erweitern, um den Künstler*innen, Besucher*innen und Flaneuren der Kunstzone zusätzliche Möglichkeiten des Agierens, Sinnierens, Diskutierens … zu geben. Es sind zwei prototypische Projekte entstanden, die Kochwerkstatt und der Infra-Turm, die wir bis zur Eröffnung der documenta 15 mit vereinten Kräften realisieren wollen.  


wie kam es dazu?
Die Kunstzone, zentral gelegen zwischen Rathaus und Brüder Grimm Platz, bestehend aus dem Hugenottenhaus mit anschließendem Garten, wird seit 2019 von den Künstler*innen Silvia und Lutz Freyer gemeinsam mit Udo Wendland als Kunstareal entwickelt. Letzten Sommer wurde der bis dahin verwilderte Garten entrümpelt und ein Gastgarten der besonderen Art mit provisorischer Bühne und unterschiedlichsten Verweilorten für die revitalisierte Café-Bar Perle geschaffen. Der erst informelle Treff wurde, binnen kürzester Zeit, zu einer belebten und reizvollen Stätte für Kunst, Kultur und Gemeinschaft.

Heute rückt Kassel durch die documenta 15 wieder ins Rampenlicht der internationalen Kunstszene und Besucher aus der ganzen Welt werden neben der Kunst auch die Stadt Kassel an sich erleben. Das Hugenottenareal, als einer der documenta Standorte, wird hierbei eine große Rolle spielen.

Vertical Projekt _ funktion und raum                                                                                                                       
Infra-Objekte: Collaborative Design und Making

Eingebettet in ein Masterplankonzept entwarfen die Studierenden einen „Infra-Turm“ für das Hugenottenareal, der zeichenhaft für die Kunstzone stehen soll. Das Projekt wurde gemeinsam mit dem FG Tragwerksentwurf entwickelt.                                                                                     Nach einem assoziativen Einstig in das Thema und das Vermessen und Erkunden des Grundstücks im Rahmen des „Warm-up“ wurde ein studiointerner Ideenwettbewerb durchgeführt. Die Wettbewerbsbeiträge untersuchten mögliche Programme, Atmosphären und Konstruktionen für eine multifunktionale Erweiterung der Kunstzone in Form von vertikalen Pavillonstrukturen im Garten des Hugenottenareals. Die siegreichen Designkonzepte wurden dann von allen Studierenden gemeinsam bis zum hier präsentierten Status quo weiterentwickelt. Begleitet wurde das Projekt durch ein Seminar, in dem die Typologien von Pavillons und Türmen als Infrastruktur recherchiert, analysiert und als analoges und digitales Modell gebaut wurden. Die digitalen Modelle wurden über AR visualisiert und über Rhino, Grasshopper und Fologram Bauanleitungen erstellt, um die Methode der AR unterstützten Realisierung vom Modellbau bis zur Prototypenentwicklung zu erproben.