Blue Commons Müggelsee

Wintersemester 2026
Veranstaltungsnr. | FB06.507
Wiss. Mitarbeitende | M. Sc. Olympia Tomczyk, M. Sc. Lisa Reis

 

Das Projekt Blue Commons untersucht die Zukunft urbaner Wasserlandschaften und entwirft landschaftsarchitektonische Strategien für ein produktives Miteinander von Erholung, Wassersport und Gewässerökologie. Im Mittelpunkt steht der Müggelsee – Berlins größter See und eine der bedeutendsten Erholungslandschaften der Hauptstadt.

Als Teil des Spree-Systems erfüllt der Müggelsee zahlreiche Funktionen für Stadtgesellschaft und Umwelt: Er ist Trinkwasserspeicher, Lebensraum, Freizeit- und Erholungsraum sowie Austragungsort unterschiedlichster Nutzungsansprüche. Gleichzeitig befindet sich der See in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Klimawandel, veränderte hydrologische Bedingungen, steigende Nutzungsintensitäten und ökologische Veränderungen machen ihn zu einem spannenden Reallabor der Landschaftsarchitektur.

Wie lassen sich die verschiedenen Ansprüche an den See verstehen? Und wie verändert sich unsere Vorstellung von Landschaft, wenn wir die Perspektiven ihrer unterschiedlichen Akteur:innen einnehmen? Im Projekt werden Bedürfnisse, Abhängigkeiten und Konflikte von Menschen, Tieren, Vegetation und Wasser herausgearbeitet und miteinander in Beziehung gesetzt.

Mit experimentellen Kartographie- und Mapping-Methoden sowie klassischen Analysewerkzeugen wird die räumliche und zeitliche Dimension des Müggelsees untersucht. Hydrologische, ökologische und soziale Prozesse werden sichtbar gemacht, überlagert und in ihren Wechselwirkungen betrachtet. Das Mapping dient dabei nicht nur der Darstellung, sondern eröffnet einen Blick auf Veränderungen, Abhängigkeiten und Defizite und bildet die Grundlage für die Entwicklung räumlicher Strategien.

Von diesen Beobachtungen ausgehend, werden im Entwurfsprozess spekulative Zukunftsszenarien wie Überschwemmung, stark schwankende Wasserstände oder das temporäre Trockenfallen des Sees räumlich erprobt. Sie werden nicht als Ausnahmezustände, sondern als Zuspitzung klimatischer und ökologischer Dynamiken verstanden, die den See bereits heute und auch zukünftig prägen.

Aus der Auseinandersetzung entstehen landschaftsarchitektonische Entwürfe, die zwischen unterschiedlichen Bedürfnissen vermitteln und den Müggelsee als veränderliches Gefüge von Wasser, Ufer, Mensch und Ökologie begreifen.

In einer Kurzexkursion nach Berlin werden wir das Projektgebiet zu Fuß und vom Wasser aus erkunden und mit zuständigen Bezirksbehörden sowie lokalen Initiativen in Kontakt treten. Die gesammelten Eindrücke werden in begleitenden Workshops zu Mapping-Strategien gemeinsam ausgewertet, sortiert und visualisiert.

Das anspruchsvolle Projekt wird aus landschaftsarchitektonischer Perspektive entwickelt und richtet sich primär an Studierende in L im Master, sowie gestaltungssichere Bachelor mit ausreichend Entwurfserfahrung.