Aktuelles Lehrangebot

im Sommersemester 2026


Projekte

Kleine Gärten - Große Wirkung

Zu den Begleiterscheinungen des modernen Bauens zählen Kleingärten. Sie sollten den Geschosswohnungsbau um individuell gestalt- und nutzbare Freiräume ergänzen. In der Stadtplanung zählen sie immer wieder zu den potenziellen Bauerweiterungsflächen. Das Projekt blickt auf diese Freiraumform weniger aus stadtpolitischer, sondern vor allem aus der Perspektive jüngerer Erkenntnisse über Stadtökologie (insbesondere Biodiversität und Stadtklima) und gemeinschaftliche Freiraumnutzung.
An einem konkreten Beispiel in Kassel (Hofbleiche in der Südstadt) werden im Projekt die möglichst vollständige Vegetationsausstattung von privaten und öffentlichen Anteilen des Gebietes untersucht, was neben Nutzungs- und Einrichtungsformen vor allem Zier-, Kultur- und Spontanvegetation einschließt. Ebenso sollen Interviews mit den Personen geführt werden, die die Gärten und Gemeinschaftsflächen nutzen und über ihre Gestaltung entscheiden, um Nutzungen wie auch Vegetations- und Ausstattungsformen besser zu verstehen.
Der Kontakt zum Vorstand des Kleingartenvereins wurde bereits hergestellt und einige der Besitzerinnen und Besitzer einzelner Parzellen haben jetzt bereits erklärt, mit uns kooperieren zu wollen und Zugang zu den Parzellen zu ermöglichen. Aus deren Warte ist nicht nur interessant, welche Hinweise zur Vegetationsausstattung gegeben werden können, sondern auch zu deren Pflege und Entwicklung ebenso wie zur Ausstattung und Unterhaltung der gemeinschaftlichen Anteile. Dabei sind Rahmenbedingungen wie die Satzung als auch der Denkmalwert der Gesamtanlage zu beachten.
Ziel ist die Entwicklung eines Entwicklungs-Konzepts für die gemeinschaftlichen Flächen und eines Empfehlungs-Katalogs für die individuell genutzten Flächen auf Basis der Interpretation der Erhebungen.
Erster Termin ist Dienstag, 21.04.2026 im FG Landschaftsbau, Landschaftsmanagement und Vegetationsentwicklung im Hafeka-Gebäude, Gottschalkstr. 26, 3. Stock um 14:00 Uhr.
 
12 Credits, 8 SWS
Dr.-Ing. Florian Bellin-Harder,
M.Sc. Lena Bischoff-Stein

Alles an einem Ort - Vegetation von Kleinklima bis Gemeinschaftsgrün 

Eine der grundlegenden Voraussetzungen für situationsangemessene Pflanzenverwendung ist die Unterscheidung von privaten und öffentlichen Freiräumen. Während private Freiräume mit individueller Entscheidungskompetenz und auch individuellen Entwicklungs-Zielen und -Lösungen verbunden sind, erfordern Entscheidungen über die Entwicklung öffentlicher Freiräume politische Entscheidungen und ein Ausloten, was als gemeinsames bzw. geteiltes Interesse angenommen werden kann.
Auf den ersten Blick sind private Freiräume, z.B. von Einfamilienhäusern, vollkommen frei gestaltbar. Genau besehen, können von Kommunen aber auch Satzungen erlassen werden und darüber hinaus gelten einige Gesetze (Nachbarschaftsrecht) oder auch Auflagen (Ausgleichsregelungen), die auch Konsequenzen für die Pflanzenverwendung im privaten Bereich haben. Auch gemeinschaftliche Garteninitiativen formulieren häufig basale Regeln und unterliegen ebenfalls allgemeinen Gesetzesgrundlagen, wobei die Regeln dann sowohl für individuelle Anteile (Beete, Flächengrößen etc.) als auch für gemeinsam genutzte Anteile (Pflegedienste für die geteilten Flächenanteile etc.) formuliert werden.
Das Ziel des Bachelorprojektes ist, dass die Studierenden sich mit aktuellen Themen der Pflanzenverwendung (Klima-Anpassung, Klima-Melioration, Biodiversität, Gestaltungsinteressen und Nutzungsansprüche) auseinandersetzen, um sowohl in privater als auch gemeinschaftlicher Hinsicht typisierbare Lösungsansätze zu erarbeiten, die verschiedenen Ansprüchen gerecht werden.
Grundlage der Bearbeitung werden vor allem Erhebungen zum Vegetationsbestand an einem konkreten Ort in Kassel sein, an dem private und gemeinschaftliche Gestaltungsinteressen gleichermaßen relevant sind.
Erster Termin ist Dienstag, 21.04.2026 im FG Landschaftsbau, Landschaftsmanagement und Vegetationsentwicklung im Hafeka-Gebäude, Gottschalkstr. 26, 3. Stock um 14:00 Uhr.

 

12 Credits, 8 SWS
Dr.-Ing. Florian Bellin-Harder,
M.Sc. Lena Bischoff-Stein

Vorlesung + Übung

Im Gegensatz zu den stark formalisierten Pflanzungen des Barocks zeichnet sich die Pflanzenverwendung der Moderne überwiegend durch eine aus dem Landschaftsgarten heraus entstehende freiere und naturalistischere Gestaltung aus. In der Vorlesung wird daher ein Bogen vom Landschaftsgarten über die Vorläufer der Naturgartenbewegung bis hin zu zeitgenössischen Gestaltungsansätzen in der Pflanzenverwendung gespannt. Für die Staudenverwendung werden u.a. das Konzept der Lebensbereiche, Strategie- und Bepflanzungstypen und grundsätzliche Hinweise zum Aufbau von Pflanzungen vorgestellt.
In der Übung wird eine Planungssituation bearbeitet, an der beispielhaft unterschiedliche Bepflanzungsstile und Verwendungsmethoden erprobt werden. Ein tieferes Verständnis für das Planen mit Pflanzen wird so in der praxisnahen Erarbeitung von Bepflanzungskonzepten und -plänen vermittelt.
Die Veranstaltung richtet sich an Studierende aus L.
Eine aktuelle Literatur-Empfehlung ist die Publikation von Stefan Körner, welche die Inhalte der Veranstaltung übersichtlich und geordnet diskutiert: Stefan Körner: Landschaft als Projekt. Planung, Pflege, Sinnstiftung. Transcript. Das Buch ist als Download open source erhältlich.

 

Vorlesung/Übung
6 Credits, 4 SWS
Dr.-Ing. Florian Bellin-Harder
Einführung in Pflanzenverwendung für Planer führt in die grundsätzlichen Bedingungen von Stadtvegetation ein. Unter Stadtvegetation wird dabei sowohl spontan vorkommende als auch angebaute Vegetation verstanden sowie in Privatbesitz befindliche und öffentliche Vegetation.
Die Bedingungen für Vegetationsvorkommen beziehen sich vorwiegend auf die Freiraumstruktur (z.B. Bauformen, Erschließung, Straßen- und Hofquerschnitte) sowie städtische Nutzungsformen und die Pflege der Vegetation.
Ergänzend findet eine systematische Einführung in die Lebensformen der Pflanzen mit statt, um dann den Schwerpunkt des Seminars, die Einführung in die städtischen Gehölze zu behandeln. Von Bestimmungsübungen und Spaziergängen begleitet, wird systematisch eine basale Pflanzenkenntnis erarbeitet. Eine Prüfung schließt die Veranstaltung ab.
Hinweis: Master-Studierende anderer Hochschulen, die dieses Modul im Bachelor noch nicht besucht haben, können es als 2-SWS-Modul mit 3 Credits belegen.
 
Vorlesung/Übung
6 Credits, 4 SWS
M.Sc. Sebastian Hobmeier

Exkursionen und Outdoorseminare für Bachelor und Master

Kleingärten haben teils sehr unterschiedliche Entstehungsgeschichten und diese beeinflussen in vielen Fällen bis heute die Struktur der Gartenanlagen. Hinzu kommt immer der Einfluss derer, die die Gärten heute nutzen und auf ihre ganz eigene Weise interpretieren, wie ‚gutes‘ Kleingärtnern geht und wie die einzelne Parzelle bewirtschaftet werden sollte. Im Kompaktseminar wollen wir uns ein Beispiel in Kassel genauer ansehen. Wir werden uns zunächst mit Methoden beschäftigen, die uns beim Lesen von Spuren älterer und jüngerer Aktivitäten in den Gärten helfen. Anhand der Vegetation kann zum Beispiel viel über die bisherige Nutzung und den Boden abgelesen werden. Und um das, was wir vorfinden, noch besser verstehen zu können, wollen wir mit den Leuten ins Gespräch kommen, die die Gärten bewirtschaften und sich um die Pflege der Gemeinschaftsflächen kümmern.
Rahmengebend werfen wir einen Blick auf verbandliche Vorgaben des Kleingartenwesens und setzen uns mit Denkmalschutz-Vorschriften auseinander, um zu diskutieren, welche Rolle Kleingärten im Zuge von Klimawandel und Biodiversitätsverlust in unseren Städten einnehmen können.
Das Seminar richtet sich vorwiegend an die Projekt-Teilnehmer*innen des Bachelor- und Masterprojekt des FG Landschaftsbau, Landschaftsmanagement und Vegetationsentwicklung. Weitere Studierende sind nach Absprache herzlich willkommen.

 

Exkursion
3 Credits, 2 SWS
Dr.-Ing. Florian Bellin-Harder,
M.Sc. Lena Bischoff-Stein