Erfolgreiche Disputation von Dr. Leonie Freise
Am 10. Juli 2026 verteidigte Leonie Freise erfolgreich ihre Dissertation mit dem Titel „The Role of Generative AI for Changing Skills and Enabling Job Crafting“.
Im Rahmen ihrer Disputation präsentierte sie zentrale Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit zur Frage, inwieweit durch die Nutzung von ChatGPT auf Arbeitsanforderungen und Arbeitsressourcen von Beschäftigten bei der Bearbeitung schlecht strukturierter Problemlösungsaufgaben vermittelt. Grundlage ihrer Untersuchung waren zwei empirische Studien, umgesetzt durch ein EEG-Experiment, mit denen sie analysierte, ob, wann und unter welchen Bedingungen Cognitive Offloading eine Rolle spielt.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Nutzung von ChatGPT mit einer Zunahme struktureller Arbeitsressourcen sowie einer Verringerung hinderlicher Arbeitsanforderungen einhergeht. Während sich kein vermittelnder Effekt von Cognitive Offloading auf die strukturellen Arbeitsressourcen nachweisen ließ, bestätigten die Ergebnisse des EEG-Experiments die Annahme, dass Cognitive Offloading den Zusammenhang zwischen der Nutzung generativer KI und der Reduktion hinderlicher Arbeitsanforderungen vermittelt. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass die Nutzung von ChatGPT mit einer geringeren frontalen kortikalen Beanspruchung verbunden ist.
Mit ihrer Dissertation leistet Dr. Freise sowohl theoretische als auch praktische Beiträge zur Forschung an der Schnittstelle von Wirtschaftsinformatik, Arbeitsgestaltung und Künstlicher Intelligenz. Auf theoretischer Ebene erweitert die Arbeit das Verständnis darüber, wie generative KI Kompetenzen verändert und Job Crafting ermöglicht. Darüber hinaus liefert sie Evidenz dafür, dass Cognitive Offloading einen zentralen Mechanismus für die Wirkung generativer KI auf Arbeitsanforderungen und -ressourcen darstellt und Erkenntnisse aus der NeuroIS-Forschung mit arbeitsbezogenen Ergebnissen verbindet.
Auch für die Praxis ergeben sich konkrete Handlungsempfehlungen. Personalverantwortliche sollten psychologische Sicherheit fördern, damit generative KI als Unterstützung und Entwicklungschance statt als Instrument der Überwachung wahrgenommen wird, und kontinuierliches Lernen als festen Bestandteil der Organisationskultur etablieren. Für IT-Verantwortliche unterstreicht die Arbeit die Bedeutung klarer Governance-Strukturen und transparenter Regeln für den Einsatz von KI-Systemen. Zudem zeigt sie, dass der Aufbau von KI-Kompetenzen weit über die Vermittlung von Prompting-Techniken hinausgehen sollte und Mitarbeitende zu einem reflektierten und informierten Einsatz generativer KI befähigt werden müssen.
Das Fachgebiet Wirtschaftsinformatik gratuliert Dr. Leonie Freise herzlich zur erfolgreich bestandenen Disputation und wünscht ihr für ihren weiteren wissenschaftlichen und beruflichen Weg alles Gute und weiterhin viel Erfolg.