ROBUSTGemüse (2025-2028)

Praxisforschungsnetzwerke zur Stärkung der Resilienz im ökologischen Freilandgemüsebau

Im Verbundprojekt ROBUSTGemüse wird untersucht, wie ökologisch wirtschaftende Freiland-Gemüsebaubetriebe in Deutschland mit aktuellen und zukünftigen Stressoren – wie Klimawandel, neuen Schaderregern, veränderten Konsumgewohnheiten oder unsicheren Betriebsmittelverfügbarkeiten – umgehen und wie ihre betriebliche Resilienz gezielt gestärkt werden kann. Vor dem Hintergrund sehr unterschiedlicher Betriebsstrukturen, Wertschöpfungsketten und regionaler Bedingungen im Feldgemüse- und gärtnerischen Anbau werden Risiken, betriebliche Reaktionen und Anpassungsstrategien systematisch erfasst und bewertet.

Zentral ist die enge Zusammenarbeit von Praxis, Beratung und Forschung. Gemeinsam werden bestehende Innovationen weiterentwickelt, neue Lösungsansätze erprobt und ihre Wirkung auf die Resilienz der Betriebe geprüft. Gleichzeitig entsteht ein gemeinsames Verständnis des Begriffs „Resilienz“ sowie der fördernden und hemmenden Faktoreneiner robusten betrieblichen Entwicklung.

Die Projektstruktur umfasst mehrere Ebenen und bindet unterschiedliche Akteure ein:

  • Praxisforschungsnetzwerke in verschiedenen Regionen und Kulturen bearbeiten spezifische Herausforderungen zu Pflanzenschutz, Kulturführung und Fruchtfolge, Nährstoff- und Wassermanagement sowie wirtschaftlichen und sozialen Aspekten.
  • Praxiserhebungen und wissenschaftliche Analysen erfassen Stressoren, betriebliche Reaktionen und bereits umgesetzte Veränderungen und bewerten deren Beitrag zur Resilienz.
  • Co-Creation-Prozesse zwischen Betrieben, Beratung und Forschung entwickeln detaillierte Forschungsfragen und erproben praxistaugliche Lösungen.
  • Skalierung erfolgreicher Ansätze ermöglicht den Wissenstransfer zwischen Betriebstypen, Anbausystemen und Regionen.
  • Ein Entscheidungshilfetool bereitet die Erkenntnisse so auf, dass Betriebe ihre eigene Resilienz einschätzen und geeignete Maßnahmen auswählen können.

ROBUSTGemüse trägt dazu bei, die Anpassungsfähigkeit ökologischer Gemüsebausysteme zu erhöhen, ihre langfristige Funktionalität zu sichern und Ertragsstabilität, Bodenfruchtbarkeit, Wassermanagement und Kulturenvielfalt auch unter veränderten Umweltbedingungen zu gewährleisten.

Am FÖL wird im Rahmen des Projektes in Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) und der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (LWK NRW) ein Praxisforschungsnetzwerk für Hessen und NRW aufgebaut. Der Fokus liegt auf Mulchanbauverfahren und dem gezielten Einsatz von Zwischenfrüchten im ökologischen Gemüsebau. Ziel ist es, die Wasser- und Nährstoffeffizienz zu steigern, die Bodenerosion zu verringern und die Resilienz der Betriebe gegenüber Dürreperioden und begrenzter Düngerverfügbarkeit zu erhöhen. In Zusammenarbeit mit Praxisbetrieben werden Bedarfe ermittelt, On-Farm-Versuche, beispielsweise mit verschiedenen Mulchmaterialien oder Zwischenfrüchten, durchgeführt und deren Resilienzpotenziale bewertet. Die Ergebnisse fließen in Empfehlungen zur langfristigen Implementierung in der Praxis ein und werden den Betrieben und der Beratung in der Region zur Verfügung gestellt.

Laufzeit

01.12.2025 – 31.12.2028

Beteiligte am FÖL

Förderung

Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat

Projektpartner

  • Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH)
  • Landwirtschaftskammer NRW
  • Öko-Beratungsgesellschaft mbH – Beratung für Naturland (ÖBG)
  • Bioland Beratung GmbH (BBG)
  • Demeter Beratung e.V.
  • Universität Hohenheim – Zentrum Ökologischer Landbau
  • Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau e.V. (IGZ e.V.)
  • Universität Kassel – Ökologischer Land- und Pflanzenbau
  • Deutsches Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH (DBFZ)
  • Zentrum für Betriebswirtschaft im Gartenbau e. V. (ZBG)
  • Julius-Kühn-Institut (JKI)
  • Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE)
  • Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau – Außenstelle Bamberg (LWG)