20 Jah­re CIN­SaT – In­ter­na­tio­na­ler Work­shop

Zur Feier des 20-jährigen Bestehens von CINSaT wurde ein dreitägiger internationaler Workshop mit 19 externen Gastrednern aus Deutschland und Europa organisiert.

Im Juli 2000 gründeten Professoren der Universität Kassel einen losen Zusammenschluss von Wissenschaftlern, die an den Nanowissenschaften interessiert sind. Schon hier zeigte sich der interdisziplinäre Charakter dieses Fachgebiets, denn die Professoren kamen gleichermaßen aus der Physik, Biologie, Chemie und Elektrotechnik. Gut zwei Jahre später, im November 2002, gründete die Universität Kassel das CINSaT mit acht Gründungsmitgliedern, darunter vier, die auch heute noch Mitglieder des CINSaT sind: Prof. Baumert, Prof. Hillmer, Prof. Maniak und Prof. Siemeling. In den folgenden 20 Jahren ist das CINSaT erheblich gewachsen, und wir freuen uns, berichten zu können, dass das CINSaT heute 36 Mitglieder hat. Diese Mitglieder veröffentlichen mehr Artikel, werben mehr Mittel ein und betreuen mehr Promotionen als je zuvor. Zur Feier des 20-jährigen Bestehens von CINSaT wurde ein dreitägiger internationaler Workshop mit hochkarätigen Gastrednern, einem interessanten Kulturprogramm und einem festlichen Bankett organisiert, das dem Anlass angemessen war.

CINSaT Sprecher - Prof. Dr. Johann Peter Reithmaier
Vizepräsident für Forschung der Universität Kassel - Prof. Dr. Michael Wachendorf

Der Workshop fand im Tagungszentrum Südflügel statt, einem renovierten Teil des Kasseler Hauptbahnhofs. 124 Teilnehmer nahmen von Mittwoch, 30. Mai, bis Freitag, 2. Juni 2022, an dem Workshop teil. Der erste Tag begann mit der Eröffnungsrede unseres derzeitigen CINSaT-Sprechers Prof. Reithmaier. Er gab einen Überblick über die Geschichte des CINSaT und erinnerte an den ersten Sprecher und Hauptinitiator des CINSaT, Prof. Träger, der leider Anfang dieses Jahres verstorben ist. Im Anschluss an die Eröffnungsrede überbrachte Prof. Wachendorf, Vizepräsident für Forschung der Universität Kassel, ein Grußwort der Universitätsleitung und stellte fest, dass das CINSaT erst wachsen wird, wenn es die Leitung des neu errichteten Nanotechnologiezentrums (NTC) übernimmt, das Ende der 2020er Jahre auf dem Hauptcampus fertiggestellt werden soll. Nach der Begrüßung durch Vertreter der Fakultäten, deren Mitglieder am CINSaT beteiligt sind, begann das wissenschaftliche Programm mit der Sitzung über Nanophotonics. Eröffnet wurde sie von Prof. Vahid Sandoghdar vom Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts, gefolgt von Prof. Dieter Bimberg (Bimberg Chinese-German Center for Green Photonics, GER/CHN) und Prof. David Gershoni (Technion, ISR). Nach einer kurzen Mittagspause begann das Kulturprogramm.

Gruppenfoto am Kasseler Hauptbahnhof

Der erste Teil des Kulturprogramms war ein Besuch und eine Führung durch das UNCESO-Welterbe Bergpark Wilhelmshöhe mit den 300 Jahre alten Wasserspielen. Per Bustransfer wurden die Workshop-Teilnehmer zur Herkules-Statue gebracht, wo sie ihre Führer für den Nachmittag trafen. Nach einer kurzen Besichtigung der Herkules-Statue begannen die Wasserspiele, begleitet von einem überwältigenden Geräusch, das durch die Luft erzeugt wird, die von den schiebenden Wassermassen durch Trompeten gepresst wird. Die nächsten 2 Stunden folgten die Teilnehmer dem Wasser durch den Bergpark entlang der einzelnen Stationen wie der Teufelsbrücke und dem Aquädukt und lauschten den Erklärungen der Guides. Am Ende wurde das Wasser zum letzten Mal in einer 50 Meter hohen Fontäne freigesetzt, die dessen schiere Kraft, die nur durch die Schwerkraft entsteht, demonstrierte. Nach einer mehr als dreistündigen Wanderung wurden die Teilnehmer zurückgebracht und konnten sich für die nächsten Stunden entspannen, bis das festliche Bankett in der Alten Brüderkirche in Kassel, einer 700 Jahre alten nicht mehr genutzten Kirche, begann. Begrüßt wurden die Gäste bei einem Empfang mit musikalischer Begleitung durch die XYjazZ Bigband der Universität Göttingen. Nach dem Drei-Gänge-Menü gab es ein Konzert der XYjazZ Bigband, das bei allen Teilnehmern sehr gut ankam, und spät in der Nacht endete der erste Tag.

Der zweite Tag war ganz der Wissenschaft gewidmet, mit Vorträgen und einer Postersitzung am Abend, bei der die Mitarbeiter der CINSaT-Mitglieder ihre aktuelle Forschung vorstellten. Vor dem Mittagessen fanden drei Sitzungen statt. Zunächst die Session Chiral Structures mit Vorträgen von Prof. Wörner (ETH Zürich, CH) und Prof. Powis (University of Nottingham, UK), gefolgt von der Session Characterization of Nano- and Microstructured Materials mit Vorträgen von Prof. Schneider (HU Berlin & Helmholtz-Zentrum Berlin) und Prof. Gutmann (STFC, UK), und schließlich die Session Physics and Applications Based on 2D Materials mit Vorträgen von Prof. Bacher (Universität Duisburg-Essen) und Prof. Molenkamp (Universität Würzburg). Nach dem Mittagessen begann die Sitzung 3D-Nanostructures mit Vorträgen von Prof. Strehle (TU Illmenau) und Prof. Seifert (CIC nanoGUNE, ESP), gefolgt von der letzten Sitzung des Tages mit dem Titel Quantum Dot Devices mit Vorträgen von Prof. Eisenstein (Technion, ISR), Prof. Grillot (Télécom Paris, FR) und Prof. Gioannini (Politechnico di Torino, ITA). Nachdem sie den ganzen Tag über 11 Vorträge gehört hatten, genossen alle Teilnehmer das schöne sonnige Wetter, ein kühles Bier und einige Brezeln, während sie die Poster betrachteten, die die aktuelle Forschung des CINSaT zeigten. Mit dem Ende der letzten Diskussionen endete auch der zweite Tag des Workshops.

Der dritte und letzte Tag des Workshops begann mit der Sitzung Imaging and Assembly of Biological Systems on the Nanoscale mit zwei Vorträgen von Prof. Sundberg und Prof. Jussi Toppari (beide Universität Jyväskylä FIN) und einem Vortrag von Prof. Skruzny (EMPL Heidelberg). Die letzte Sitzung stand unter dem Titel Quantum Optics mit Vorträgen von Prof. Sek (Wroclaw university of Science and Technology, PL) und Prof. De Rossi (THALES, FR). Damit endete das wissenschaftliche Programm, und Prof. Reithmaier wandte sich in seinen Schlussworten an das Publikum und dankte allen Rednern, allen Mitwirkenden und allen Teilnehmern, die diesen Workshop zu einem Erfolg und einer würdigen Veranstaltung zur Feier des 20-jährigen Bestehens von CINSaT gemacht haben. Nach dem Mittagessen endete der Workshop und wir freuen uns schon auf den nächsten Meilenstein, das 25-jährige Jubiläum von CINSaT im Jahr 2027.