Reallabor am Wilhelmsgymnasium
Was wir erforschen
Radunfälle sind leider häufig – besonders junge Radfahrende sind betroffen. Wir entwickeln eine Künstliche Intelligenz, die gefährliche Situationen beim Radfahren erkennt und dabei hilft, Unfälle zu vermeiden. Dazu untersuchen wir mit Kameras und Sensoren, wie sich Radfahrende im Straßenverkehr verhalten – zum Beispiel beim Abbiegen oder an Kreuzungen.
Im September 2025 waren wir schon einmal bei euch am Wilhelmsgymnasium - mit unserem Messfahrzeug und dem High-Tech-Fahrrad habt ihr uns auf dem Schulhof getroffen. Einige von euch haben damals bereits mitgemacht. Jetzt geht es in die zweite Runde, und wir freuen uns über alle, die neu dazukommen möchten!
Wie du mitmachen kannst
Du entscheidest selbst, wie intensiv du teilnehmen möchtest. Grundsätzlich werden alle Radfahrenden an den Messorten gefilmt - das Material wird aber komplett anonymisiert. Wir interessieren uns nur fürs Fahrverhalten, nicht dafür, wer du bist.
Du füllst einen Online-Fragebogen aus (anonym, ca. 10 Minuten) über dein Fahrverhalten und deine Einschätzung zur Verkehrssicherheit. Das wäre super hilfreich für uns!
Du wirst direkt nach der Anmeldung zum Fragebogen weitergeleitet, kannst diesen aber auch direkt aufrufen: https://umfrage.uni-kassel.de/index.php?r=survey/index&sid=145157&lang=de
Du bekommst einen kleinen „QR“-Code, den wir in einer Schulpause an deinem Fahrrad befestigen. Der Code hilft unserer KI, dein Fahrrad in den Videos zu erkennen und dich als Schülerin oder Schüler des Wilhelmsgymnasiums zuzuordnen.
Dafür brauchst du eine digitale Einverständniserklärung, die du gemeinsam mit einer erziehungsberechtigten Person ausfüllst. Diese findest du über den Anmeldebutton.
Die Codes sind so konzipiert, dass sie das Fahrrad nicht beschädigen und nach der Studie rückstandslos entfernt werden können.
Wenn du noch tiefer einsteigen willst, kannst du für jeweils einen Hin- und Rückweg unsere Eyetracking-Brille tragen. Diese spezielle Brille misst, wohin du beim Fahren schaust. So verstehen wir besser, was dich ablenkt oder worauf du besonders achtest. Außerdem kannst du außerhalb der Schulzeit in unserem Labor an der Uni einen Fahrradsimulator ausprobieren. Das sind beides extra Termine, die wir per E-Mail mit dir vereinbaren, nachdem du dich angemeldet hast.
Mehr Infos zum Fahrradsimulator erhältst du hier: www.uni-kassel.de/forschung/dynamo/mitmachen/fahrradsimulator-am-hopla
Zeitplan & Ablauf
Messphase 2: 20. April bis 05. Juni 2026
An verschiedenen Straßenecken rund um die Schule stehen dann für jeweils eine Woche unser Messfahrzeug oder unsere Road Side Unit - immer zwischen 07:30-08:00 Uhr und 12:45-13:30 Uhr, wenn ihr zur Schule fahrt oder nach Hause. Wenn du nicht gefilmt werden möchtest, kannst du die Messorte einfach umfahren.
Standort Messungen

| 20.4.-24.04.2026 | Kreuzung Kunoldstraße / Landgraf-Karl Straße |
| 27.04.-30.04.2026 | Kreuzung Bayernstraße / Hasselweg |
| 04.05.-08.05.2026 | Kreuzung Kunoldstraße / Wilhelmshöher Allee |
| 11.05-13.05.2026 | Kreuzung Kunoldstraße / Bayernstraße |
| 18.05.-22.05.2026 | Kunoldstraße auf Höhe Hausnr. 64 |
| 26.05.-27.05.2026 | Kreuzung Kunoldstraße / Bayernstraße |
| 01.06.-03.06.2026 | Puffertage |
Workshop: Kurz vor den Sommerferien 2026
In einer Doppelstunde besprechen wir mit euch die Ergebnisse der Messungen. Ihr erfahrt, was wir herausgefunden haben und welche Maßnahmen zur Verbesserung der Radverkehrssicherheit entwickelt werden können.
Messphase 3: Nach den Sommerferien 2026
Eine weitere Beobachtungsphase, um zu schauen, ob sich euer Fahrverhalten verändert hat.
Spannende Technologie erleben
Du bekommst die Chance, modernste Forschungstechnologie auszuprobieren, die normalerweise nur in Universitäten und Hightech-Unternehmen verwendet wird. Die Eyetracking-Brille und die Sensoren sind echte Zukunftstechnologien. Wer Lust hat, kann auch den Fahrradsimulator an der Uni ausprobieren.
Einblick in die Forschung
Du erlebst hautnah, wie wissenschaftliche Forschung funktioniert – von der Datenerhebung über die Analyse bis hin zu den praktischen Anwendungen der Ergebnisse. Das ist besonders spannend für alle, die sich für Technik, Informatik oder Verkehrsplanung interessieren.
Beitrag zur Gesellschaft
Mit deiner Teilnahme hilfst du dabei, das Radfahren für alle sicherer zu machen. Die Ergebnisse unserer Forschung können dazu beitragen, Unfälle zu vermeiden und den Radverkehr zu fördern – ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und zu deiner eigenen Sicherheit.
Keine zusätzliche Belastung
Für dich entsteht praktisch kein Aufwand. Du fährst einfach wie gewohnt zur Schule. Die technischen Geräte laufen automatisch mit, und der Fragebogen dauert nur wenige Minuten. Als Bonus fällt für den Workshop eine Doppelstunde normaler Unterricht weg.
Wir setzen eine Road Side Unit (RSU) und ein Forschungsauto (VW Passat) mit einer 4K-Kamera und einem LiDAR-Sensor ein. Die Kamera nimmt Videos auf, während der LiDAR-Sensor die Umgebung in 3D erfasst. So können wir Position und Bewegung aller Verkehrsteilnehmenden präzise messen – unabhängig von Wetter oder Lichtverhältnissen. Eine zusätzliche GoPro-Kamera wird eingesetzt, um die Verkehrssituationen aus einer zweiten Perspektive zu betrachten.
Eyetracking-Brille (nur Level 3): Eine spezielle Brille mit eingebauten Kameras erfasst deine Blickbewegungen während der Fahrt. So können wir analysieren, worauf Radfahrende ihre Aufmerksamkeit richten und was sie möglicherweise übersehen.
Die von uns erhobenen Daten dienen zwei zentralen Zielen:
1. Entwicklung von KI-Methoden
Die Daten werden genutzt, um KI-Algorithmen zu entwickeln, die potenzielle Gefahrensituationen automatisch identifizieren können. Dafür schauen wir uns Fahrverhalten an, um vorherzusagen, ob solche Gefahrensituationen eintreten werden. Dabei erforschen wir verschiedene KI-Ansätze, wie z.B. die Kombination von Daten aus unterschiedlichen Sensoren (z.B. Kameras, LiDAR, Wearables), oder Methoden des maschinellen Lernens zur Erkennung und Prognose von Verhaltensweisen.
2. Entwicklung eines Schulungsprogramms
Basierend auf den analysierten Daten entwickeln wir ein auf die Bedürfnisse von Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II zugeschnittenes Verkehrssicherheitsprogramm. Damit schließen wir eine wichtige Lücke: In Deutschland gibt es derzeit kaum Radfahr-Kompetenztraining-Angebote für diese Altersgruppe.
Die gesammelten Daten liefern außerdem wertvolle Einblicke in:
Die Zusammenhänge zwischen Personenfaktoren (z.B. Alter, Erfahrung) und Fahrverhalten
Den Einfluss der Infrastruktur auf das Fahrverhalten von Radfahrenden
Die Wirksamkeit gezielter Schulungsmaßnahmen für junge Radfahrende
Deine Rechte & Datenschutz [ausklappbare Box]
Freiwilligkeit
Die Teilnahme ist komplett freiwillig. Du entscheidest selbst, ob du teilnehmen möchtest. Es gibt keinerlei Nachteile, wenn du nicht teilnimmst - deine Entscheidung hat keinen Einfluss auf schulische Leistungen. Das Umfahren der Messstandorte ist möglich, sodass keine Daten aufgenommen werden. Du kannst deine Teilnahme auch jederzeit ohne Angabe von Gründen beenden.
Datenschutz
Alle Videos und Sensordaten werden ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke verwendet und streng nach Datenschutzrichtlinien behandelt. Die Daten werden nur projektintern verarbeitet, eine darüberhinausgehende Weitergabe findet ohne Anonymisierung nicht statt.
Deine Rechte
Du hast jederzeit das Recht auf Auskunft über die erhobenen Daten und kannst Beschwerde beim Hessischen Kultusministerium oder dem Hessischen Datenschutzbeauftragten einreichen.
Downloads
Hier findest du noch weitere Unterlagen zum Download:
Aufklärung und Einwilligung
InfoBlätter
Datenaufbewahrung- und Löschkonzept
Kontakt
Ansprechperson an der Schule: Frau Lecke
Projektteam:
Prof. Dr.-Ing. Klaus David (Fachgebiet Kommunikationstechnik)
Prof. Dr.-Ing. Carsten Sommer (Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrssysteme)
E-Mail: dynamo[at]uni-kassel[dot]de