Esther Kronbein

Institut

Universität Kassel (UKS, Deutschland)


Forschungscluster

2 – Partnerschaft in der globalen Wirtschaft & 3 – Partnerschaft in der Wissensgenerierung


Supervisor


PhD Projekttitel

Globalisation and Solidarity: Transformations in the everyday economy of Busoga/ Uganda


Abstract

Dieses Promotionsvorhaben untersucht die Auswirkungen des globalen Kapitalismus auf die lokale Wirtschaft der ländlichen Region Busoga in Uganda, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf alternativen Wirtschaftspraktiken liegt. Der Begriff „Solidarität“ bezieht sich auf das Konzept der Sozial- und Solidarwirtschaft (SSE). Wirtschaftliche Aktivitäten, die unter diesem Begriff zusammengefasst werden können, werden untersucht, wobei berücksichtigt wird, ob sie das Potenzial haben, Alternativen zu bestehenden Konzepten kapitalistischer Entwicklung anzubieten. Diese Studie soll einen Beitrag zu kritischen Entwicklungsstudien und zur postkolonialen Kritik der westlichen Dominanz im epistemologischen Sinne leisten. Der theoretische Rahmen dieser Doktorarbeit ist interdisziplinär und umfasst postkoloniale Theorie, den Post-Development-Ansatz und die Weltsystemanalyse. Die Volkswirtschaften der Länder des Globalen Südens werden selten auf der Mikroebene und ohne das Ziel untersucht, ihr Niveau westlicher „Entwicklung“ zu „verbessern“. Im Gegensatz dazu ist diese Studie von einem echten Interesse an der Perspektive der betroffenen Menschen und der Art und Weise geprägt, wie die Globalisierung ihre täglichen wirtschaftlichen Aktivitäten prägt.

Der Forschungsschwerpunkt dieser Studie liegt auf der Durchführung von problemorientierten Interviews, einer halbstrukturierten Form qualitativer Interviews. Diese gliedern sich in 30 „Hauptinterviews“ mit Vertretern der allgemeinen Bevölkerung aus der Region Busoga in Uganda sowie in zehn sogenannte „Experteninterviews“. Letztere wurden mit ugandischen Wissenschaftlern, Regierungsvertretern und Politikern aus Busoga geführt. Letztere gelten als Experten, da sie aufgrund ihrer Position Zugang zu Informationen haben, über die die Befragten der „Hauptinterviews“ nicht verfügen. Folglich sind sie in der Lage, wertvolle Kontextinformationen für die Analyse der „Hauptinterviews“ zu liefern. Weitere Kontextinformationen werden durch die Analyse verschiedener Arten von Dokumenten gewonnen. Diese Studie folgt einem postkolonialen Ansatz in der Forschungsmethodik. Im Wesentlichen bedeutet dies, mit einem hohen Maß an Selbstreflexivität (z. B. in Bezug auf Positionierung, Machtkonstellationen, Privilegien), Transparenz, kultureller Sensibilität und Respekt für die Prioritäten der Untersuchten zu handeln. Die Forscherin muss sich bemühen, wo immer möglich, Empowerment und Gegenseitigkeit für die Untersuchten zu verwirklichen – und dabei ehrlich mit den unüberwindbaren Grenzen solcher Bestrebungen umgehen (Machtkonstellationen, die der Forschungssituation und globalen politisch-ökonomischen Strukturen innewohnen).

Die von den Befragten geteilten Beobachtungen liefern wertvolle Einblicke in ihre Überlebensstrategien und ihre Handlungsfähigkeit angesichts der Globalisierung, die in ihren Alltag vordringt. Dazu gehören sowohl individuelle als auch kollektive Strategien. Letztere umfassen Aktivitäten der Sozial- und Solidarwirtschaft, wie Genossenschaften, Spar- und Kreditvereinigungen, Bestattungsvereine und andere. Die Studie untersucht das Potenzial dieser Aktivitäten im Hinblick darauf, einerseits ihren Mitgliedern zu helfen, (besser) zu überleben, und andererseits Alternativen zur kapitalistischen Entwicklung im engeren Sinne darzustellen. Die Frage nach dem Abwägen von Machbarkeit und Radikalität der Alternativen spielt in der Diskussion eine wichtige Rolle.


Bildungsweg


Berufserfahrung


Stipendien

  • 04/2017 – 03/2020: Promotionsstipendium der Universität Kassel

Publikation