TRA­CES - Trans­dis­zi­pli­nä­res For­schungs­zen­trum für Aus­stel­lungs­stu­di­en

Das im Herbst 2019 gegründete Transdisziplinäre Forschungszentrum für Ausstellungsstudien (TRACES) bündelt fachbereichsübergreifend die an der Kunsthochschule Kassel/Universität Kassel bestehende Forschung zur documenta und zu Ausstellungsstudien. Es ist damit eine bundesweit und international einzigartige Institution für Ausstellungsforschung.

Unter transdisziplinären documenta- und Ausstellungsstudien verstehen wir eine über Fächergrenzen hinausgehende Auseinandersetzung mit Ausstellungen als Medien, Repräsentationssystemen, Diskursen, Dispositiven, Praktiken und Handlungsfeldern unter Berücksichtigung ihrer ästhetischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und epistemologischen Bedingungen.

Im Zentrum der Forschung stehen Ausstellungen als Handlungsräume und als Orte der Wissensproduktion, in denen kuratorische Gesten, künstlerische Positionen und BesucherInnenperspektiven aufeinandertreffen. Als komplexe ästhetisch und gesellschaftlich kontextualisierte Systeme der Bedeutungsproduktion, in denen Artefakte, Display, Licht, Ton, elektronische Medien, Texte sowie verschiedene AkteurInnen (etwa KünstlerInnen, KuratorInnen, RestauratorInnen, AusstellungsgestalterInnen, VermittlerInnen, Aufsichten, BesucherInnen, aber auch die Mitglieder des Aufsichtsrates etc.) zusammenspielen, sind Ausstellungen mit den Mitteln einzelner und isoliert voneinander arbeitender Fachrichtungen nicht adäquat zu fassen.

Im Rahmen von TRACES soll daher eine Durchdringung künstlerischer, kuratorischer, gestaltungsbasierter und archivwissenschaftlicher sowie sozial-, geistes- und kulturwissenschaftlicher Perspektiven mittels kritischer Analysen und handlungsorientierter Ansätze fächerübergreifend ermöglicht werden.

Anlass der Gründung von TRACES ist u.a. der Aufbau eines documenta Instituts in Kassel, zu dem sich das Land Hessen, die Stadt Kassel, die documenta gGmbH und die Kunsthochschule Kassel/Universität Kassel verständigt haben. Das documenta Institut soll eine unabhängige wissenschaftliche Einrichtung mit internationaler Sichtbarkeit werden, die die Geschichte und jeweils neue Gegenwart der documenta zum Anlass und Ausgangspunkt für transdisziplinäre Forschungsvorhaben nimmt. TRACES und das documenta archiv werden sich als Kooperationspartner in das documenta Institut einbringen, an dem außerdem drei neue, an Fachbereichen der Universität angeschlossene Professuren (Tenure Track) „Kunst und Gesellschaft“, „Kunst und Wissen“ sowie „Kunst und Ökonomien“ tätig sein werden, die zur Zeit besetzt werden.