Open Access Publikationsfonds

Einige Open-Access-Zeitschriften erheben zu ihrer Finanzierung Artikelgebühren für die Veröffentlichung eines Beitrags (Article Processing Charges). Diese können aus unserem Open-Access-Publikationsfonds bezahlt werden, den die Universität Kassel seit Mitte 2013 zur Unterstützung ihrer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Veröffentlichung in Open-Access-Zeitschriften unterhält, sofern die auf dieser Seite genannten Bedinungen erfüllt sind.

Die Ausstattung des Fonds wurde von 2014 bis 2019 mit abnehmendem Förderanteil von der DFG unterstützt. Seit 2020 finanziert die UB den Fonds vollständig aus Eigenmitteln. Die Nachfrage ist stark angestiegen. Bitte achten Sie deshalb darauf, in Projektanträgen bei Drittmittelgebern immer auch Gelder für die Artikelgebühren in Open-Access-Zeitschriften zu beantragen. Der Publikationsfonds kann nur genutzt werden, wenn keine eigenen Mittel zur Verfügung stehen.

Voraussetzungen für die Nutzung des Fonds

Für die Bezahlung einer Artikelgebühr aus unserem Fonds müssen folgende Bedinungen erfüllt sein:

  • Der Artikel muss in einer reinen Open-Access-Zeitschrift mit einem im jeweiligen Fach anerkannten Qualitätssicherungsverfahren (i.d.R. Peer Review) erscheinen. Dies prüfen wir daran, dass die Zeitschrift im Directory of Open Access Journals (DOAJ) verzeichnet ist. Artikel in Zeitschriften, die dort nicht gelistet sind, werden nur in Ausnahmefällen aus dem Fonds gefördert, sofern eine seriöse Qualitätssicherung eindeutig belegt und ein betrügerischer Hintergrund des Verlags zweifelsfrei ausgeschlossen werden kann. Gebühren für die Freischaltung einzelner Artikel in subskriptionspflichtigen Hybrid-Zeitschriften können nicht übernommen werden. (Für Artikel in Hybrid-Zeitschriften der Verlage Wiley und Springer Nature besteht eine besondere Vereinbarung im Rahmen der DEAL-Verträge.)
  • Die Publikationsgebühr für einen Aufsatz darf 2.000 Euro brutto nicht überschreiten. Folglich darf die reine Artikelgebühr netto bei einer aktuellen MwSt. von 19% maximal 1.680 EUR betragen. (Für den Zeitraum vom 01.07. bis 31.12.2020 gilt ein reduzierter MwSt.-Satz von 16% und somit ein maximaler Nettobetrag von 1.724 EUR.) Die MwSt. wird bei ausländischen Rechnungen direkt von der Universität an das Finanzamt abgeführt und ist nicht auf der Rechnung ausgewiesen. Höhere Gebühren können auch anteilig nicht aus dem Fonds beglichen werden. (Für Artikel in reinen Open-Access-Zeischriften der Verlage Wiley und Springer Nature besteht eine besondere Vereinbarung im Rahmen der DEAL-Verträge.)
  • Der "submitting / corresponding author" des Artikels muss als Angehöriger der Universität Kassel erkennbar sein.

Beantragung

Zeitpunkt

Anträge zur Übernahme von Artikelgebühren können gestellt werden, sobald der Artikel zur Veröffentlichung in einer Open-Access-Zeitschrift angenommen worden ist. Eine Reservierung von Mitteln zum Zeitpunkt der Artikeleinreichung ist nicht möglich. Die UB Kassel ist jedoch bemüht, die Ausstattung des Fonds an den jeweils aktuellen Bedarf anzupassen, um möglichst alle Artikel, die die o.g. Bedingungen erfüllen, fördern zu können. Gerne können Sie sich schon vor Einreichung Ihres Artikels bei uns über die Aussicht auf Förderung informieren.

Form

Richten Sie bitte eine formlose Mail an openaccess@bibliothek.uni-kassel.de und machen Sie folgende Angaben:

  • Titel der Zeitschrift
  • Titel des Artikels
  • „corresponding author“
  • Höhe der anfallenden Artikelgebühr

Die eingehenden Anträge werden zur Bewilligung auf Einhaltung der o. g. Bedingungen geprüft. 

Einreichung von Rechnungen

Die Artikelgebühren werden für bewilligte Anträge direkt aus dem Fonds bezahlt. Liegt bei der Beantragung bereits eine Rechnung vor, so kann sie direkt mit dem Antrag eingereicht werden. Eine spätere Nachreichung ist ebenfalls möglich. Bitte stellen Sie folgende Punkte sicher:

  • Die Rechnungsadresse kann die Ihres Fachgebiets / Instituts oder auch der Universität allgemein als übergeordnete Institution sein. Es muss jedoch klar ersichtlich sein, dass die Universität Kassel der Rechnungsempfänger ist.
  • Achten Sie bitte bei Verlagen aus EU-Ländern darauf, dass auf der Rechnung die USt-IdNr. (bzw. VAT no.) der Universität Kassel ausgewiesen ist, damit keine lokale Mehrwertsteuer berechnet wird. Sie lautet DE 113057055. Die deutsche Mehrwertsteuer schlägt die Finanzabteilung der Universität bei allen ausländischen Rechnungen selbst auf und führt sie direkt ans Finanzamt ab.

Besondere Vereinbarungen mit MDPI und Frontiers

Die Universität Kassel ist Teilnehmerin des "Institutional Open Access Program" (IOAP) des Verlags MDPI. Während des Einreichungsprozesses bei Journals dieses Verlags geben Sie Ihre Zugehörigkeit zur Universität Kassel an. Die UB wird dann über Ihre Einreichung informiert und kontaktiert Sie, um zu klären, ob Sie die Rechnung selbst bezahlen werden oder eine Förderung aus dem Fonds benötigen. Ist letzteres der Fall, erfolgt die Rechnungsstellung zentral an die UB

Achtung: Bisher und bis einschließlich 30.06.2020 gewährt MDPI uns einen Rabatt von 25%. Danach beträgt der Rabatt nur noch 10%, so dass unter Berücksichtigun der deutschen Mehrwertsteuer von 19% (16% vom 01.07. bis 31.12.2020) die maximale Artikelgebühr von 2.000 EUR bei einigen MDPI-Journals ggf. überschritten werden kann. In diesen Fällen können wir die Artikel leider nicht mehr aus dem Fonds übernehmen. Die Rechnung wird dann direkt auf Sie ausgestellt und muss von Ihnen beglichen werden.

Achtung: Der IOAP-Rabatt von 25% (bzw. ab Juli 2020 10%) ist nicht mit anderen etwaigen Rabatten (z.B. "reviewer vouchers", Rabatte für Editorial-Board-Mitglieder, "invited publications") kombinierbar. Sofern Ihnen beim Einreichungsprozess als Alternative zum IOAP-Rabatt andere Discountoptionen angeboten werden, so wählen Sie den IOAP-Rabatt, wenn die anderen Rabatte geringer sind. Aus dem Fonds bezahlen wir ausschließlich Artikel mit einem Rabatt von mindestens 25% (10% ab Juli 2020).

Mit dem Verlag Frontiers besteht ein Invoicing Agreement. Auch hier geben Sie bei der Einreichung die Universität Kassel als Ihre Institution an. Die Rechnungsstellung erfolgt dann nach Prüfung ebenfalls zentral. Die maximale Artikelgebühr beträgt für die Universität Kassel 2.000 EUR brutto, auch für Artikel in Journals mit eigentlich höheren Gebühren. Im Rahmen dieses Agreements können wir somit Artikel in allen Journals von Frontiers aus dem Fonds bezahlen.

Besondere Vereinbarungen mit Wiley und Springer Nature

Die Universität Kassel ist Teilnehmerin an den DEAL-Verträgen mit den Verlagen Wiley und Springer Nature. Hierüber besteht für Angehörige der Universität Kassel die Möglichkeit, ohne eigene Kosten sowohl in den Open-Access-Zeitschriften der Verlage zu publizieren als auch ihre Artikel in den Hybridzeitschriften der Verlage im Open Access freischalten zu lassen. Die Abrechnung erfolgt nicht über den Publikationsfonds. Wie Sie von der Vereinbarung profitieren, erfahren Sie hier.

Sonstiges

Ein Kopie der geförderten Artikel wird von uns in einer Sammlung auf dem Publikationsserver KOBRA bereitgestellt.

Für Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.


Kontakt:

Dr. Tobias Pohlmann
Open-Access-Beauftragter

Campusbibliothek Holländischer Platz
Diagonale 10, Raum 2408
34127 Kassel