Die Kinder von Mathare

1. Wie alles begann

In der Weihnachtszeit 2018 bin ich durch einen Internetblog auf die Kinder von Mathare aufmerksam geworden. Als ich von diesem Projekt las, kam ich nicht mehr davon los. Ich fühlte mich, als würde ich einen mir bislang unbekannten Ausschnitt der Welt Schritt für Schritt ganz dicht an mich heranzoomen, der mich in meinem Inneren berührte. So knüpfte ich Kontakt und ließ mich auf eine spannende und bewegende Entdeckungsreise ein. 

In einem Slum von Nairobi, der Hauptstadt von Kenia, arbeitet ein Lehrerteam liebevoll mit 165 Kindern und Jugendlichen zusammen. Die Schule trägt den Namen „Ngotas‘ Upendo Primary School und Orphanage“ und beherbergt auch 30 Waisenkinder, deren Zuhause die Schule ist. Der Schulleiter, Josephat, und sein Sohn, Stephen, übernachten gemeinsam mit den Kindern in der Schule. Josephat ist Pfarrer und er schrieb mir, dass sein Team und er von der Hoffnung getragen seien, dass eines Tages alles gut sein werde. Dieser Glaube schenke ihnen Kraft und Liebe in der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen. 

Die Lebensbedingungen in diesem Slum sind aus unserer Warte betrachtet katastrophal, doch strahlen die Menschen Freude und Dankbarkeit aus. Dies zu erfahren, ist sehr bewegend. Wer einmal Kontakt mit den Kindern und Lehrern von Mathare hatte, kann zu Hause nicht mehr weiterleben, ohne der Schule und den Familien mindestens ein wenig von der Fülle abzugeben, die viele hier in Deutschland genießen. So jedenfalls ging es mir und anderen, die diese Erfahrung sammeln durften.

Die Schule bietet den Kindern und Jugendlichen eine große Chance. Neben Bildung und Erziehung gibt es dort – wenn die Unterstützung ausreicht - drei Mahlzeiten am Tag.  Um die Schule zu unterstützen, haben Miriam Gellert und Tony Lindenau 2012 den Verein „Children of Mathare e.V.“ gegründet und ihn bis heute mit vollem Einsatz geführt. Doch als Studierende konnten sie die vielfältigen Aufgaben alleine nicht mehr stemmen und haben nach einem neuen Vorsitz Ausschau gehalten.  Seit Beginn des Jahres 2019 bin ich nun Vorsitzende von „Children of Mathare e.V.“ Ich freue mich über diese verantwortungsvolle Aufgabe, die ich gerne ergreife.

Kinder aus der ersten Klasse
Jugendliche aus der achten Klasse
Zwei Lehrkräfte

Auf der Internetseite des Vereins können Sie mehr über die Fördermöglichkeiten der Schule erfahren. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie dort kundig machen und sich inspirieren lassen, Teil der großen Familie zu werden. Ich habe es mir als Vereinsvorsitzende zur Aufgabe gemacht, die Förderung auf verschiedenen Ebenen zu verwirklichen. Gedacht ist an Patenschaften, Spendenaktionen, Schulkontakte und vieles mehr. Das Besondere an diesem Projekt ist der direkte Kontakt zu den Kindern, Jugendlichen, Lehrkräften und Familien, sodass die Förderer genau nachvollziehen können, wie ihr Engagement ankommt. 

www.children-of-mathare.de 

 

 

2. Schulentwicklungsprojekt: Bildung für die Eine Welt

Schulentwicklung in Mathare: Förderung von Eigenverantwortung

Im Oktober 2019 werde ich meine Partnerschule besuchen; dies wird mir ein gutes Bild von der dortigen Schulrealität ermöglichen. Durch den aktuell sehr anregenden Austausch mit dem Schulleiter, einzelnen Lehrkräften und Schülern, habe ich einen sehr positiven Eindruck von der Arbeit vor Ort. Die Kinder werden als Individuen geachtet, ausgestattet mit Gaben und Talenten, und ihnen wird eine breit angelegte Bildung ermöglicht. Inmitten der sehr schwierigen Lebensverhältnisse des Slums ist dies umso beeindruckender. Mein Besuch vor Ort wird Ansatzpunkte für Schulentwicklungsprojekte hervorbringen. Zunächst geht es mir als Vereinsvorsitzende um die Sicherung der elementaren Lebensgrundlagen. In einem besonderen Projekt, meiner Dankbarkeitstour 2019, soll dies bis zum Herbst mittelfristig gewährleistet werden. Weitere Projekte folgen.

3. Forschungsprojekt: Theologische Gespräche mit Kindern, Jugendlichen und Lehrenden in einem Slum in Nairobi

Dieses Forschungsprojekt startet im Sommersemester 2019 im Rahmen meiner „Forschungswerkstatt Theologische Gespräche mit Kindern und Jugendlichen“. Kinder im Alter von 10-12 Jahren werden in einen Austausch über ihre Gottesvorstellungen gebracht, ebenso Studierende unserer Universität mit den Lehrenden in Mathare. Herausgearbeitet werden sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Einflussfaktoren zur Entwicklung der Gottesbilder und die Möglichkeiten sowie Effekte Theologischer Gespräche zwischen deutschen und kenianischen Christen, die unter schwierigen Lebensverhältnissen aufwachsen.

 

 

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