Integrative Biophilosophie - Philosophische Anthropologie

Bücher

Bohr, Wunsch (Hgg.): Kulturanthropologie als Philosophie des Schöpferischen – Michael Landmann (=Philosophische Anthropologie. Themen und Positionen 12)

(2015) Bohr, Jörn / Wunsch, Matthias (Hgg.): Kulturanthropologie als Philosophie des Schöpferischen – Michael Landmann (=Philosophische Anthropologie. Themen und Positionen 12). Nordhausen: Bautz.

Michael Landmann ist heute unter den Vertretern der Philosophischen Anthropologie als einer prominenten Denkrichtung innerhalb der deutschsprachigen Philosophie des 20. Jahrhunderts ein nahezu vergessener Denker. Daran hat bisher auch die seit einigen Jahren einsetzende kritische Revision dieser Denkrichtung nichts ändern können. Dabei muss Landmanns 1955 erschienene Philosophische Anthropologie. Menschliche Selbst­darstellung in Geschichte und Gegenwart (fünf Auflagen bis 1982) immer noch als eine ebenso prägnante wie luzide Einführung in die Geschichte philosophisch-anthro­pologischen Denkens und seine Grundfragen angesehen werden. Das systematische Potenzial seines Entwurfs einer philosophischen Kulturanthropologie ist bisher nicht ausreichend er­schlossen worden. Der vorliegende Band möchte dazu und zur Überprüfung der Frucht­barkeit von Landmanns Denken in Hinblick auf zeitgenössische und heutige Problem­stellungen einen Beitrag liefern. Mit Aufsätzen von Jörn Bohr, Johannes Duschka, Joachim Fischer, Gerald Hartung, Herbert Kopp-Oberstebrink, Friedrich Schollmeyer, Frank Tremmel und Matthias Wunsch.

Wunsch: Fragen nach dem Menschen. Philosophische Anthropologie, Daseinsontologie und Kulturphilosophie (=Philosophische Abhandlungen 109)

(2014) Wunsch, Matthias: Fragen nach dem Menschen. Philosophische Anthropologie, Daseinsontologie und Kulturphilosophie (=Philosophische Abhandlungen 109). Frankfurt a. M.: Klostermann.

Was ist der Mensch? Und welche Bedeutung hat diese Frage für die Philosophie? Für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts gilt die zwischen Ernst Cassirer und Martin Heidegger geführte Davoser Disputation als der paradigmatische Streit um den Menschen und das richtige Verständnis von Philosophie. Ausgeblendet wird dabei, dass die Protagonisten des Streits ihre Positionen selbst in einer Dreierkonstellation mit der von Max Scheler und Helmuth Plessner begründeten modernen philosophischen Anthropologie sahen. Bezieht man diese dritte, naturphilosophische Alternative mit ein, so eröffnen sich neue Wege der Auseinandersetzung mit Heideggers Daseinsontologie und Cassirers Kulturphilosophie. Zugleich wird eine originelle Position kenntlich, die auch für eine Reihe von Themenkreisen des gegenwärtigen Fragens nach dem Menschen von methodisch-sachlicher Aufschlusskraft ist: den Naturalismus, das Tier-Mensch-Verhältnis, den Personenbegriff und das Verhältnis von menschlicher Lebensform und objektivem Geist.

Hartung, Wunsch (Hgg.): Nicolai Hartmann. Studien zur Neuen Ontologie und Anthropologie

(2014) Hartung, Gerald / Wunsch, Matthias (Hgg.): Nicolai Hartmann. Studien zur Neuen Ontologie und Anthropologie. Berlin – Boston: de Gruyter.

Nicolai Hartmann galt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als einer der bedeutendsten Philosophen seiner Zeit. Nachdem er anschließend zunehmend in Vergessenheit geriet, zeichnet sich gegenwärtig eine Wiederbelebung seiner Neuen Ontologie und ihres Verfahrens der Kategorialanalyse ab. Das gilt sowohl in philosophiehistorischer als auch in systematischer Hinsicht. Denn inzwischen ist nicht nur deutlich geworden, dass Hartmann der wichtigste Ideengeber und Unterstützer der in den 1920er Jahren begründeten modernen philosophischen Anthropologie war, sondern auch, dass er als unser philosophischer Zeitgenosse gelten kann: Seine Metaphysik lehnt eine gegenüber den Phänomenen revisionäre Haltung ab, vermeidet jedes konstruierende Systemdenken und wendet sich gegen die Prädominanz der idealistischen Tradition; seine Kategorialanalyse hält die Balance zwischen alltäglichen, wissenschaftlichen und philosophischen Bezügen und schöpft somit die ganze Breite der Erfahrung aus. Seine Schichtenontologie kann heutige Bemühungen um einen nicht-reduktionistischen Naturalismus sowie um ein integratives Verständnis unserer selbst als Menschen unterstützen.

Wunsch (Hg.): Von Hegel zur philosophischen Anthropologie. Gedenkband für Christa Hackenesch (=Kultur – System – Geschichte 4.)

(2012) Wunsch, Matthias (Hg.): Von Hegel zur philosophischen Anthropologie. Gedenkband für Christa Hackenesch (=Kultur – System – Geschichte 4.) Würzburg: Königshausen & Neumann.

Der Gedenkband „Von Hegel zur philosophischen Anthropologie“ versammelt Originalbeiträge aus dem Freundes- und Kollegenkreis der 2008 verstorbenen Philosophin Christa Hackenesch. Der Titel beschreibt das Spannungsfeld und die Richtung ihres philosophischen Denkens. Zugleich nimmt er mit der Philosophie Hegels sowie der modernen philosophischen Anthropologie zwei Tendenzen auf, die in den Diskussionen der Gegenwartsphilosophie zuletzt deutlich an Kraft gewonnen haben, in ihren historischen und systematischen Beziehungen aber noch nicht hinreichend erforscht sind. Die Beiträge sind vier Themenkreisen zugeordnet. Der erste behandelt schwerpunktmäßig Aspekte der Philosophie Hegels und der Klassischen Deutschen Philosophie. Der zweite ist um Fragen der Kulturphilosophie und des Heideggerschen Denkens zentriert. Im dritten Themenkreis werden allgemeine Perspektiven der philosophischen Anthropologie und anthropologische Einzelthemen entwickelt. Den Abschluss des Bandes bilden Erinnerungen an Christa Hackenesch. Mit Beiträgen von Rainer Adolphi, Christoph Asmuth, Andris Breitling, Sabine Doyé, Brigitte Falkenburg, Johannes Fritsche, Heinrich Hüni, Walter Jaeschke, Tobias Nikolaus Klass, Henrike Lerch, Hans Poser, Birgit Sandkaulen, Annette Sell, Gregor Schiemann, Claudius Strube, László Tengelyi, Christiane Voss, Astrid Wagner und Matthias Wunsch.

Köchy, Michelini (Hg.): Zwischen den Kulturen. Plessners Stufen des Organischen im zeithistorischen Kontext

(2015) Köchy, Kristian; Michelini, Francesca (Hg.): Zwischen den Kulturen. Plessners Stufen des Organischen im zeithistorischen Kontext, Freiburg im Breisgau: Alber Verlag.

Die Philosophie Helmuth Plessners hat in den letzten Jahren eine Renaissance erfahren: Plessner wurde als relevanter Vertreter einer Biophilosophie (wieder) entdeckt, die nicht nur die überkommene Trennung von Natur und Kultur, sondern auch die Gegenüberstellung disjunkter Wissenschaftskulturen in Frage stellt und ihr Verhältnis neu bestimmt. Das Buch nimmt die verschiedenen disziplinären Fäden auf, die die Konzeption von Plessners Biophilosophie insbesondere in den Stufen des Organischen und der Mensch (1928) verständlich machen. Es stellt Plessners Überlegungen im Kontext von naturwissenschaftlichen (von Uexküll, Buytendijk, Driesch, von Weizsäcker, Portmann, Köhler) sowie philosophischen (Bergson, Misch, Hartmann, Scheler, Heidegger, Jonas) Theorien seiner Zeit vor. 

Aufsätze

  • (2015) Michelini, Francesca: Hans Jonas und Helmuth Plessner. Geschichte einer verpassten Begegnung, in: K. Köchy, F. Michelini (Hg.), Zwischen den Kulturen. Plessners Stufen des Organischen im zeithistorischen Kontext, Freiburg im Breisgau: Alber Verlag, S. 323-359.
  • (2015) Wunsch, Matthias: „Anthropologie des geistigen Seins und Ontologie des Menschen bei Helmuth Plessner und Nicolai Hartmann“, in Francesca Michelini/ Kristian Köchy (Hgg.), Zwischen den Kulturen. Plessners „Stufen des Organischen“ im zeithistorischen Kontext. Freiburg – München, 243-271.
  • (2013) Wunsch, Matthias: „Eigenständigkeit und intellektuelle Redlichkeit bei Ernst Tugendhat“, in: Frank Brosow/ T. Raja Rosenhagen (Hgg.), Moderne Theorien praktischer Normativität. Zur Wirklichkeit und Wirkungsweise des praktischen Sollens. Münster 2013, 346-370.
  • (2013) Wunsch, Matthias: „‚Welt‘ in Heideggers metaphysischer Periode“, in: Rostocker Phänomeno­logische Manuskripte 19, hg. v. Michael Großheim. Rostock 2013, 3-28.
  • (2013) Michelini, Francesca: Der Mensch als „das noch nicht festgestellte Tier?“ Plessner und Kleists Über das Marionettentheater in: M. Neururkar (Hg.): Kleists Über das Marionettentheater. Welt und Selbstbezüge: Zur Philosophie der drei Stadien, Bielefeld: Transcript Verlag, S. 31-46.
  • (2012) Wunsch, Matthias: „Cassirer und Heidegger in Davos und danach“, in: Matthias Wunsch (Hg.), Von Hegel zur Philosophischen Anthropologie. Gedenkband für Christa Hackenesch. Würzburg 2012, 123-132.
  • (2012) Wunsch, Matthias: „Kategoriale Gesetze. Zur systematischen Bedeutung Nicolai Hartmanns für die moderne philosophische Anthropologie und die gegenwärtige Philosophie der Person“, in: Gerald Hartung/ Matthias Wunsch/ Claudius Strube (Hgg.), Von der Systemphilosophie zur systematischen Philosophie – Nicolai Hartmann. Berlin – New York 2012, 153-170.
  • (2012) Michelini, Francesca: Modelle des Organischen: Helmuth Plessner versus Hans Jonas, in: P. Grüneberg (Hg.), Das modellierte Individuum. Biologische Modelle und ihre ethischen Implikationen, Köln: Walter König, S. 45-67.
  • (2012) Wunsch, Matthias: „Das Lebendige bei Heidegger. Probleme seiner privativen Bestimmung“, in: Stephan Schaede/ Gerald Hartung/ Tom Kleffmann (Hgg.), Das Leben, Bd. 2. Historisch-systematische Studien zur Geschichte eines Begriffs. Tübingen 2012, 387-405.
  • (2011) Wunsch, Matthias: „Zur Standardkritik an Max Schelers Anthropologie und ihren Grenzen. Ein Plädoyer für Nicolai Hartmanns Kategorienlehre“. XXII. Deutscher Kongress für Philosophie, 11.-15.09.2011, München 2011. Online im Internet: URL: epub.ub.uni-muenchen.de/12502/.
  • (2011) Wunsch, Matthias: „Phänomenologie des Symbolischen? Die Hegelrezeption Ernst Cassirers“, in: Thomas Wyrwich (Hg.), Hegel in der neueren Philosophie (=Hegel-Studien, Beiheft 55). Hamburg 2011, 113-140.
  • (2010) Wunsch, Matthias: „Philosophische Anthropologie und die Frage nach ihrem Identitätskern“, in: Sozialwissenschaftliche Literatur Rundschau 61, 2010, 25-34.
  • (2010) Wunsch, Matthias: „Heidegger – ein Vertreter der Philosophischen Anthropologie? Über seine Vorlesung ‚Die Grundbegriffe der Metaphysik‘“, in: Deutsche Zeitschrift für Philosophie 58, 2010, 543-560.
  • (2008) Köchy, Kristian: Die Natur des Menschen und die Naturwissenschaften, in: D. Ganthen, V. Gerhardt, J.-C. Heilinger, J. Nida-Rümelin (Hg.), Was ist der Mensch? Reihe Humanprojekt. Interdisziplinäre Anthropologie Bd.3. Im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin/New York: De Gruyter, 150-154.
  • (2007) Köchy, Kristian: Was ist der Mensch? Zu den möglichen Konsequenzen der NBIC-Technologien, in: P. Massing (Hg.) Gentechnik. Eine Einführung, Schwalbach/Ts., 82-113.

Rezensionen

  • (2014) Wunsch, Matthias: Diamond, Cora, Menschen, Tiere und Begriffe. Aufsätze zur Moralphilosophie. Berlin 2012, 335 S. – In: Interdisziplinäre Anthropologie. Jahrbuch 2/2014: Gewalt und Aggression, 201-207.
  • (2011) Wunsch, Matthias: Fischer, Joachim, Philosophische Anthropologie. Eine Denkrichtung des 20. Jahrhunderts. Freiburg – München 2008, Neuausgabe 2009, 688 S. – In: Rundbrief (Lehrstuhl für Religionsphilosophie und vergleichende Religionswissenschaft, TU Dresden) 36, 2011, 27-28.
  • (2010) Wunsch, Matthias: Accarino, Bruno/ Schloßberger, Matthias (Hgg.), Expressivität und Stil. Helmuth Plessners Sinnes- und Ausdrucksphilosophie. Internationales Jahrbuch für Philosophische Anthropologie, Band 1. Berlin 2008, 323 S. – In: Philosophisches Jahrbuch 117, Heft II, 2010, 389-392.
  • (2009) Wunsch, Matthias: Meuter, Norbert, Anthropologie des Ausdrucks. Die Expressivität des Menschen zwischen Natur und Kultur. München 2006, 446 S. – In: Sozialwissenschaftliche Literatur Rundschau 58, 2009, 135-137.