Projekte

Soziale Exklusion und Vertrauen

Das Gefühl, nicht mehr dazu zu gehören, abgehängt zu sein und keine Chance mehr zu haben, wird als das Empfinden sozialer Exklusion bezeichnet. Immer mehr Menschen, so scheint es, leben in so schwierigen und unsicheren (prekären) Lebensverhältnissen, dass sie sich als ausgeschlossen aus der Gesellschaft empfinden. Dabei spielt eine objektiv prekäre Lage im Hinblick auf Erwerbs- und Finanzsituation, soziale und kulturelle Teilhabe u. a. zwar eine wichtige Rolle, es gibt aber auch individuelle Einflussfaktoren und Bedingungen für das Entstehen von Exklusionsempfinden. Nicht jeder Langzeitarbeitslose oder Hartz IV Empfänger fühlt sich abgehängt und nutzlos. Und nicht jeder in einigermaßen gesicherten Umständen Lebende fühlt sich gesellschaftlich 'mittendrin'.

In unserem wissenschaftlichen Projekt versuchen wir u. a. auf folgende Fragen Antworten zu finden:

  1. Wie hängen (objektiv) prekäre Lebenslage und (subjektives) Exklusionempfinden zusammen?
  2. Welche Auswirkungen hat soziale Exklusion auf das Handeln der Betroffenen, zum Beispiel im Hinblick auf politisches Verhalten, soziales Verhalten, Lernbereitschaft sowie körperliche und mentale Selbstsorge?
  3. Welche Rolle spielt Vertrauen (auf sich, auf andere, auf das System) dabei?
  4. Wie lassen sich für unterschiedliche Typen von Menschen in sozialer Exklusion differenzierte Strategien entwickeln, um den Weg zurück 'hinein' zu ermöglichen?

Mitarbeiter:

  • Prof. Dr. Ernst-Dieter Lantermann
  • Dr. Elke Döring-Seipe
  • Dipl.-Geogr. Frank Eierdanz
  • Carina Schmidt 
  • Prof. Dr. phil. Heinz Bude
  • Ralf Damitz

„Social Capital“ im Umbruch europäischer Gesellschaften

Das Projekt wird vom Hamburger Institut für Sozialforschung gefördert.

 

„Social Capital“  im Umbruch europäischer Gesellschaften – Communities, Familien, Generationen

 

BMBF Verbundprojekt: 

Das Brandenburg-Berliner Institut für Sozialwissenschaftliche Studien, das Hamburger Institut für Sozialforschung, die Humboldt-Universität Berlin, das Thünen-Institut Bollewick in Zusammenarbeit mit dem Maxim Gorki Theater Berlin und die Universität Kassel erhalten vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 1,5 Millionen € zur Erforschung des Umbruchs europäischer Gesellschaften. Der Projektverbund hat das Geld im Rahmen der Ausschreibung „Geisteswissenschaften im öffentlichen Dialog“  bewilligt bekommen. In den verschiedenen Projekten wird der Frage nachgegangen, wie die Menschen die in Europa stattfindenden Umwälzungen erfahren und wie sie ihr Leben den veränderten Bedingungen anpassen. Das Ziel des Projektverbundes ist es, eine gesellschaftliche Diskussion über die Veränderungen in Europa anzustoßen.

Das Teilprojekt der Universität Kassel, angesiedelt am Lehrstuhl Makrosoziologie, beschäftigt sich mit dem Problem ‚Bonding oder Bridging? Familiennetzwerke in der Überlebensgesellschaft’. Aus dem Projekt heraus erwarten wir uns Einblicke in die Entwicklungsdynamiken von Familien unter Krisendruck. Werden Sie gerade jetzt Brückenschläger in die Gesellschaft, und damit Ansprechpartner für lokale und regionale Vernetzungen? Oder werden sie Rückzugsorte der Verunsicherten und Verlierer, Bastionen gegen jede weitere Veränderungszumutung? Kann Familie im Problemkontext Schrumpfung eine Infrastruktur der Orts(rück)bindung sein?

Für 36 Monate werden die Sozialwissenschaftler der fünf Teilprojekte ein gemeinsames Büro in Wittenberge/Brandenburg haben. Sie erhoffen sich, dort exemplarische Antworten auf die Fragen des Umbruchs zu finden. Darüber hinaus verfolgen  alle Projekte fallspezifisch die europäische Dimension der Umbruchserfahrung.

 

Mitarbeiter: 

  • Susanne Lantermann
  • André Schönewolf 

Forschungsprojekte Hamburger Institut für Sozialforschung

Arbeitsbereiche:

Die Gesellschaft der Bundesrepublik
Die verschiedenen Projekte des Arbeitsbereichs erfassen die Bundesrepublik als eine mit besonderen Vergangenheitshypotheken belastete und zugleich von unvergleichlichen Zukunftsaufgaben herausgeforderte Gesellschaft. Es wird eine Situation des offenen sozialen Wandels ins Auge gefasst, in der alte Selbstverständlichkeiten verblassen und neue Ordnungen entstehen. Dieser Wandel betrifft den gesamten Gesellschaftsaufbau der Bundesrepublik: Von der Organisation der Rentenversicherung über die Struktur des Beamtentums bis hin zu der Regulierung der industriellen Beziehungen.

  • Natalie Grimm, Marco Sigmann, Berthold Vogel (Projektleitung)
    Prekarisierte Erwerbsbiografien oder: Sozialer Abstieg durch Arbeitsmarktpolitik?

  • Inga Haese, Judit Miklos, Berthold Vogel (Projektleitung)
    Charisma und Miseria. Die Stiftung von Sozialkapital in Situationen gesellschaftlichen Umbruchs

  • Birte Hellmig
    Jenseits des Rechts
    – Ein empirischer Beitrag zur (arbeits-)richterlichen Entscheidungstätigkeit –

  • Wolfgang Kraushaar
    Die Protest-Chronik. Teil II: 1960 bis 1969

  • Wolfgang Kraushaar
    Die RAF und die Herausforderung der Demokratie (1970-1998)

  • Klaus Naumann
    Die Militärelite der Bonner Republik

  • Janosch Schobin
    Freundschaft und Fürsorge

  • Berthold Vogel
    Die Verwaltung des Sozialen. Die normativen Milieus von Sorge und Dienst im gewährleistenden Wohlfahrtsstaat

  • Berthold Vogel
    Arbeitgerichtsbarkeit - ein Ort gesellschaftlicher Integration?