Kooperatives Arbeiten mit digitalen Tools in Lehr-Lernlabor-Settings

Kurzbeschreibung

Eine zentrale Fragestellung des Projekts lautet, welche Auswirkungen eine professionelle Begleitung der Lehr-Lern-Labor-Versuche im Vergleich zu einer weitgehend selbstgesteuerten Erarbeitung, Auswertung und Überarbeitung auf die Kompetenz der Studierenden hat. Eine weitere Forschungsfrage bezieht sich auf den Vergleich zwischen der Vorgabe für die Studierenden, das digitale Tool etherpad zu verwenden, und der Verwendung selbst gewählten digitalen Tools.

Laufzeit des Teilprojekts:
03/2020 – 02/2023


Förderung: BMBF im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung: Professionalisierung im Kasseler Digitalisierungsnetzwerk (PRONET-D)

Hochschuldidaktische Innovation

Lehr-Lern-Labor-Arbeit ist dadurch gekennzeichnet, dass Studierende für eine kleine Gruppe von Schüler:innen eine Lernsituation im Umfang von etwa 30 Minuten entwickeln und diese mit Schüler:innen, die an die Universität eingeladen werden, durchführen und evaluieren. Es handelt sich um komplexitätsreduzierte Praxissituationen, bei denen die Studierenden die Schüler:innen in ihrem Lernen anleiten, unterstützen und beobachten. Es folgt eine kriterienbezogene Evaluation und theoriebasierte Reflexion der durchgeführten Lernsettings. Die Ergebnisse fließen in die Weiterentwicklung der Lernsituation ein zur erneuten Erprobung mit einer anderen kleinen Schüler:innengruppe. Im vorliegenden Projekt geht es um Lernsituationen, die kooperatives Lernen mit digitalen Tools ermöglichen. Konkret werden die pädagogischen und diagnostischen Fähigkeiten der Studierenden zur Förderung wissenschaftspropädeutischen Arbeitens und argumentativer Fähigkeiten von Oberstufenschüler:innen adressiert. Sowohl durch die Aufgabenformate als auch durch die kooperative Arbeitsweise sollen die Schüler:innen im Lehr-Lern-Labor-Seminar kognitiv aktiviert werden, so dass tiefergehende Lernprozesse ausgelöst werden.

Ausgewählte Forschungsbefunde

    Hinsichtlich des Einsatzes digitaler Medien im Unterricht geben die Studierenden gegen Ende der Lehr-Lern-Labor-Seminare im Vergleich zum Beginn signifikant höhere Werte bezüglich Selbstwirksamkeit (SWK) und Motivation (MOT) an. Insbesondere wird angegeben, über ein deutlich höheres Technological Pedagogical Content Knowledge (TPCK) zu verfügen.

    Weiterführende Informationen

    Link: https://www.uni-kassel.de/einrichtung/zlb/forschung-innovationsprojekte/pronet-d/teilprojekte/tp-3-kooperatives-arbeiten-mit-digitalen-tools-in-lehr-lernlabor-settings

     

    Publikationen:
    Kempf, J. & Bosse, D. (2023). Lehr-Lern-Labor-Seminare mit Oberstufenschülerinnen und -schülern. Kooperatives Arbeiten mit digitalen Tools in den Bildungswissenschaften. In M. Meier, G. Greefrath, M. Hammann, R. Wodzinski & K. Ziepprecht (Hrsg.), Lehr-Lern-Labore und Digitalisierung (S. 121-133). Wiesbaden: Springer VS.

    Bosse, D., Wodzinski, R. & Griesel, C. (2021). Lehr-Lern-Labore der Universität Kassel. Forschungsbasierte Verknüpfung von Theorie und Praxis unter dem Aspekt der kognitiven Aktivierung. kassel university press.

    Kempf, J., & Bosse, D. (2021). Lehr-Lern-Labore in den Bildungswissenschaften an der FORGOS. In D. Bosse, R. Wodzinski & C. Griesel (Hrsg.), Lehr-Lern-Labore der Universität Kassel. Forschungsbasierte Verknüpfung von Theorie und Praxis unter dem Aspekt der kognitiven Aktivierung (S.19-25). kassel university press.

    Kempf, J. (2021). Digitale Tools zum wissenschaftspropädeutischen Arbeiten in der Oberstufe am Beispiel diskursiven Schreibens. SchulVerwaltung spezial, 23(5), 224-226.

    Kempf, J., & Bosse, D. (2020). Argumentieren mit digitalen Medien in der gymnasialen Oberstufe. k:ON - Kölner Online Journal für Lehrer*innenbildung 1, 65-80.

    Ansprechpersonen

    Projektleitung:

    Prof. Dr. Dorit Bosse
    bosse@uni-kassel.de


    Wissenschaftlicher Mitarbeiter:

    Dr. Julian Kempf
    j.kempf@uni-kassel.de