Forschungsprojekte

InFaS: Inklusionsreflexive Professionalisierung an Fach-schulen und Studienseminaren

Gefördert vom: Bundesministerium Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ)

Projektlaufzeit: April 2026 bis März 2029

Projektleitungen: Dr. Svenja Garbade (Universität Hildesheim), Prof. Dr. Peter Cloos (Universität Hildesheim), Prof. Dr. Ina Kaul(Universität Kassel) 

Wissenschaftliche Mitarbeitende: Katharina Hugenberg (Universität Hildesheim), Hanna Wente (Universität Hildesheim), Sabrina Jost (Universität Kassel), Jessica N’Guessan (Universität Kassel)

Studentische Mitarbeitende: Christina Bellin (Universität Hildesheim), Leon Weber (Universität Hildesheim), Mareike Bröcking (Universität Hildesheim), Pia Zosel (Universität Kassel), Robin Berndt (Universität Kassel)

Kontakt: infas[at]uni-hildesheim[dot]de

 

Das Forschungsprojekt

Kompetenzen für den Umgang mit Diversität und Inklusion gelten als bedeutsam für die Handlungsfelder der Kindheitspädagogik, um sozialer Ungleichheit angemessen begegnen zu können und diese im Idealfall zu verringern. Das Projekt InFaS unterstützt (angehende) Lehrkräfte an Fachschulen für Sozialpädagogik und Leitungen von Studienseminaren dabei, im Rahmen einer Fortbildung selbst inklusions- und diversitätsreflexive Kompetenzen aufzubauen und ein Lehrkonzept anzuwenden, das sie in ihre jeweiligen Kontexte übertragen können. Dadurch bereiten sie angehende Erzieher*innen bzw. angehende Lehrkräfte gezielt auf inklusionsbezogene Anforderungen vor und vermitteln ihnen entsprechende Kompetenzen. Im Fokus stehen dabei Spielmaterialien und Bilderbücher, die Diversität abbilden, da diese als Lerngegenstand besonders geeignet erscheinen. Zunächst werden nach der Untersuchung der Vorbedingungen für die Durchführung von Fortbildungen solche Fortbildungen in den Bundesländern Hessen und Niedersachsen konzipiert, durchgeführt sowie Effekte des Transfers untersucht. Auf Basis der Erkenntnisse sollen Train-the-Trainer ausgebildet werden, die die Fortbildungen für Lehrkräfte und Leitungen von Studienseminaren in vier weiteren Bundesländern durchführen werden. Die Ergebnisse der qualitativen Untersuchung der Effekte des Transfers fließen in die Weiterentwicklung des Fortbildungskonzeptes ein. Der gesamte Transferprozess wird durch eine Steuerungsgruppe (Transferraum) begleitet, die u.a. aus Vertreter*innen aus den beteiligten Ministerien, den Fachschulen und Studienseminaren, Fachberatungen und Akteur*innen aus Fort- und Weiterbildung sowie der Forschung besteht. Grundlage für die Entwicklung der Fortbildungen ist das evidenzbasierte Hochschullehrkonzept DivSpace sowie die Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt „Diversitätsreflexive Spielmaterialien. Appgestützte Praxisbegleitung in Kitas“ (DiSiKit).

Teilprojektleitung: Prof. Dr. Ina Kaul (Universität Kassel)

Wissenschaftliche Mitarbeitende: Sabrina Jost, Jessica N’Guessan 

Studentische Mitarbeitende: Pia Zosel, Robin Berndt 

Kontakt: infas[at]uni-hildesheim[dot]de

Das Teilprojekt „Transferforschung" nimmt Ausgangs- und Gelingensbedingungen des Transfers in den Blick und befasst sich mit der Frage, wie ein nachhaltiger und breiter Transfer zu inklusionsreflexiver Professionalisierung in Fachschulen und Studienseminaren implementiert werden kann. Das Projekt wird durch einen zentralen Transferraum (Steuerungsgruppe) von Stakeholdern der Aus- und Weiterbildung von Lehrenden an Fachschulen für Sozialpädagogik kontinuierlich begleitet.

Die qualitativ angelegte Begleitforschung erfolgt auf drei Ebenen: Zu Beginn des Projekts werden bundesweit die Vorbedingungen erforscht, unter denen Fortbildungen zum Thema Inklusionsreflexivität konzipiert, durchgeführt und in den Transfer gebracht werden (1). Die Effekte der im Projekt durchgeführten InFaS-Fortbildungen, die auf der Grundlage des weiterentwickelten Lehrkonzepts DivSpace erfolgen, werden evaluiert (2). Anschließend werden ebenso die Train-the-Trainer Fortbildungen, die der erweiterten Multiplikation des Fortbildungskonzeptes über Hessen und Niedersachsen hinaus dienen, weiter qualitativ in den Blick genommen (3).

Die gewonnenen Erkenntnisse werden fortwährend mit der Steuerungsgruppe diskutiert, im Dialog weiterentwickelt und zu einem umfassenden Transferkonzept verdichtet. Dies bildet die Basis für eine nachhaltige Verbreitung des Lehrkonzeptes, für die das Teilprojekt „Transferforschung“ mitverantwortlich ist. Das Lehrkonzept sowie die Erkenntnisse zum nachhaltigen Transfer werden der Praxis sowie der Wissenschaft zur Verfügung gestellt. 

Die Aufgaben der Teilprojekte sind eng miteinander verknüpft: Die beschriebenen Schwerpunkte markieren die jeweiligen Verantwortlichkeiten, zentrale Prozesse wie die Fortbildungsentwicklung, die Datenerhebung und die Transfersteuerung werden jedoch gemeinschaftlich verantwortet und umgesetzt.

Digitale Bildung im doppelten didaktischen Transfer im Fachunterricht für Erzieher*innen (DigiFach)

BMBFSFJ Projekt in Kooperation mit der TU Dortmund (Prof. Dr. Markus N. Sauerwein & Manuel Niemann)

Das Projekt DigiFach nimmt anhand eines mixed-method-Designs die fachschulische Ausbildung und Qualifizierung für digitale frühe Bildung in den Blick. In einer ersten Phase wird der Ist-Stand an Fachschulen erfasst. Dies erfolgt über eine quantitative Fragebogenstudie bei Schüler*innen sowie über qualitative, leitfadengestützte Expert*inneninterviews mit Lehrenden, um auch ihre Perspektive auf digitale frühe Bildung, Unterrichtsgestaltung und mögliche Unterstützungsbedarfe zu erfassen. Im Anschluss werden die Ergebnisse innerhalb eines interdisziplinären Expert*innenboards diskutiert und darauf aufbauend ein bedarfsorientiertes Fortbildungsangebot für das Lehrpersonal partizipativ entwickelt. Dieses wird fortlaufend über spezifische Erhebungsphasen evaluiert und basierend auf den Forschungsergebnissen kontinuierlich weiterentwickelt. Durch das Projekt wird die Qualifizierung der Lehrkräfte angeregt und dadurch die zukünftigen Erzieher*innen befähigt, Kindern die selbstbestimmte Teilnahme an einer digitalisierten Lebenswelt zu ermöglichen. Damit leistet DigiFach einen essenziellen Beitrag zur Lösung bildungspraktischer Herausforderungen mit Blick auf die frühe Bildung in einer digitalen Welt.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Diversitätsreflexive Spielmaterialien. Appgestützte Praxisbegleitung in Kitas (DiSiKit)

BMBFSFJ I ESF Plus Projekt in Kooperation mit der Universität Hildesheim (Prof. Dr. Peter Cloos & Dr.in Isabell Krähnert), dem ifib Bremen (Dr. Stefan Welling, Dr.in Svenja Garbade) und dem Paritätischen Hamburg (Tom Töpfer, Simon Starz & Frederike Feldmann)

Das Verbundvorhaben DiSiKit setzt an der Frage nach einer diversitätsreflexiven Professionalisierung mittels Spielmaterialien in Kitas an. Ziel des gemeinsamen Vorhabens der Universität Hildesheim, der HAWK Hildesheim, des Instituts für Informationsmanagement Bremen GmbH sowie des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Hamburg e.V. ist die Förderung der Entwicklung reflexiver Kompetenzen pädagogischer Fachkräfte für den Umgang mit diversitätsreflexiven Spielmaterialien über Tandem-Prozessbegleitung mit unterstützender App. Dabei werden Erkenntnisse zum gelingenden pädagogischen Umgang mit Diversität gewonnen, mit bisherigen Erkenntnissen zu Diversitätsreflexivität aus der qualitativen Bildungsforschung verbunden und in die Praxis transferiert. Auf Basis einer durch Forschung flankierten Tandem-Prozessbegleitung von 10 Kitas werden die Erkenntnisse in die Entwicklung eines übertragbaren Praxisbegleitungs- und Fortbildungskonzeptes mit Appunterstützung überführt. Dieses rückt fall- und materialbasiertes Lernen in den Mittelpunkt und verknüpft es gewinnbringend mit Digitalisierung. Hierüber werden Kitas gezielt bei der Implementation der diversitätsreflexiven Spielmaterialien unterstützt und die diversitätsbezogene Qualitätsentwicklung in der Organisation und bei Fachkräften systematisch gefördert.

Das Projekt „DiSiKit“ wird im Rahmen des Programms „Integration durch Bildung“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert. 

https://disikit.de/

Gefördert von

Evaluation der Kita-Sozialarbeit der Stadt Kassel (Laufzeit 05.2024-02.2025)

Gemeinsam mit Prof.in Dr. Leonie Wagner I HAWK Hildesheim und dem ITES (Institut für Theorie und Empirie des Sozialen https://www.ites-werkstatt.de/ )

Die Stadt Kassel beauftragt das ITES, das Konzept und die Praxis der Kita-Sozialarbeit zu evaluieren, um zu überprüfen, ob die im Konzept vorgesehenen Ziele erreicht werden. In einem modularisierten Angebot wird entsprechend empirische-rekonstruktiv anhand Leitfadeninterviews, Gruppendiskussionen und Netzwerkkarteninterviews das Handlungsfeld der Kita-Sozialarbeit multiperspektivisch in den Blick genommen. Neben der empirischen Untersuchung des Ist-Standes sowie daraus abzuleitenden Empfehlungen sind auch optional Module zur Selbstevaluation enthalten. Leitende Idee dabei ist, die Fachkräfte selbst in die Lage zu versetzen, zukünftige Evaluationen eigenständig durchzuführen. Über das vollständige modularisierte Angebot ist es möglich, die Ebenen der Kita-Sozialarbeiter*innen, der Kita-Leitung, der Adressat*innen sowie in Bezug auf die Kooperationen im Sozialraum multiperspektivisch in den Blick zu nehmen.

Die Untersuchung beinhaltet sowohl qualitative als auch quantitative Anteile und entwickelt und begleitet in dialogischen Verfahren gleichzeitig autoethnographische Selbstevaluationsverfahren.

Bild: Prof. Dr. Ina Kaul

Netzwerk kindheits- (& sozialpädagogische) Hochschuldidaktik

Wie kann in kindheits- und sozialpädagogischen Studiengängen Reflexivität und die Herausbildung eines gesicherten beruflich-habituellen Profils unterstützt werden? Welche Ansätze und Methoden können eingesetzt werden, um für eine spätere berufliche Praxis zu qualifizieren? Auf welchen hochschuldidaktischen Grundlagen sollte dies aufbauen? Und wie können hochschuldidaktische Rahmungen sowie Lehr-Lern-Prozesse in kindheits- und sozialpädagogischen Studiengängen empirisch untersucht werden? Diesen Fragen widmet sich das 2022 gegründete Netzwerk NetKiD von Forschenden, Lehrenden und Studierenden von unterschiedlichen Hochschulstandorten und Forschungsinstituten.

Es will einen nachhaltigen Beitrag sowohl zur Disziplinentwicklung als auch zur Qualitätssicherung von Lehr-Lern-Prozessen an Hochschulen und Universitäten mit kindheitspädagogischen Studiengängen und -schwerpunkten leisten. Über die Vernetzung von Lehrenden, Forschenden und Studierenden soll ein Theorie-Praxis-Transfer angeregt werden.

In Kooperation mit

Prof. Dr. Peter Cloos I Universität Hildesheim

Dr. Svenja Garbade I Universität Hildesheim

Christoph Kairies I Universität Hildesheim

Prof.in Dr. Barbara Lochner I FH Erfurt

Prof.in Dr. Melanie Kubandt I Universität Osnabrück

Prof.in Dr. Edita Jung I Hochschule Emden/Leer

Prof.in Dr. Katja Zehbe I Hochschule Neubrandenburg

 

https://netkid-hochschuldidaktik.de/ueber-uns/

Bild: Prof. Dr. Ina Kaul

Expertise „Stärken und Schwächen der Trias „Erziehung, Bildung und Betreuung“ Fachwissenschaftliche Vermessungen zum Bildungsanspruch in der Kindertagesbetreuung

In Zusammenarbeit mit Dr.in. Stephanie Simon, Prof. Dr. Peter Cloos und Prof. Dr. Werner Thole

Kaum ein Bildungsbereich hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten derart rapide verändert wie das System der Kindertagesbetreuung. Kindertageseinrichtungen werden als ein institutionalisiertes Sozialisationsfeld der Bildung, Betreuung und Erziehung mit einem komplexen, multifunktionalen Arbeitsauftrag beschrieben. Der Besuch einer Kindertageseinrichtung ist mittlerweile ein selbstverständlicher Abschnitt im Aufwachsen von Kindern. Insgesamt steigen die gesellschaftlichen Erwartungen an die Leistungen frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung, die zu einer Ausdifferenzierung der Angebote führen.

In der Expertise wird es vor dem Hintergrund veränderter gesellschaftlicher und strukturell-organisatorischer Rahmenbedingungen darum gehen, die Begriffstrias Erziehung – Bildung – Betreuung theoretisch und empirisch auszutarieren. Die Expertise wird in Bezug auf die Trias besonders fokussieren, dass alle drei Begriffe voneinander zu unterscheidende Praktiken und Situationen benennen, die neben ihrer alltäglichen Präsenz in unterschiedlichen lebensweltlichen Zusammenhängen auch in institutionalisierten Kontexten konkrete pädagogische Umgangsweisen zu beschreiben versuchen. Die theoretischen Analysen werden zudem durch eine Dokumentenanalyse der Ausführungsgesetze der Länder ergänzt und verschränkt.

https://www.beltz.de/fachmedien/sozialpaedagogik_soziale_arbeit/produkte/details/51551-rethinking-fruehkindliche-erziehung-bildung-und-betreuung.html