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Filmreihe WS 2025-26: Film und Rache in Weimar und Kassel
Als Kooperation des Philosophie-Institut der Universität Kassel und des Graduiertenkollegs in Weimar wenden wir uns in dieser Filmreihe drei Filmen zu, die das Phänomen der Rache in unterschiedlichen filmischen Kontexten verhandeln: feministische Rache, Klassenrache und Rache der Natur. Ausgangspunkt ist der Gedanken, dass Rache von einer grundsätzlichen Ambivalenz bestimmt ist: Einerseits ist der Racheakt Vergeltung einer erlittenen Gewalt, andererseits kann diese Vergeltung nur durch die Wiederholung von Gewalt ausgeübt werden. Diese Wiederholung kann von starken Affekten und Emotionen wie Wut und Hass geleitet sein. Dabei steht die Rache einer Rechtsordnung gegenüber, die die Vergeltung verübter Gewalt in Form rechtmäßiger Strafe objektiviert. Wenn jedoch die Rechtsordnung versagt, indem sie selbst zur Quelle neuer sozialer Gewalt wird, kann Rache auch zur Notwendigkeit oder zum letztmöglichen Mittel werden, um Gerechtigkeit herzustellen.
Den Auftakt unserer Reihe am 29. Oktober in Weimar bildete der Film „Revenge“ (2017) der französischen Regisseurin Coralie Fargeat, die spätestens seit dem Film „The Substance“ (2024) zu den bekanntesten Regisseurinnen des Body-Horror-Genres zählt. In der zweiten Veranstaltung am 14. Januar in Weimar werden wir uns anhand des Films „La cérémonie“ (1995) des französischen Regisseurs Claude Chabrol mit dem Thema Klassenrache beschäftigen. Mit „Grizzly Man“ (2005) des deutschen Regisseurs Werner Herzog schließen wir unsere Filmreihe im Rahmen einer Filmvorführung am 4. Februar in Kassel mit der Frage nach einer „Rache der Natur“ ab.
Einleiten und führen durch Grizzly Man werden am 4. Februar Ulrike Wirth und Laurien Wüst (Graduiertenkolleg Medienanthropologie, Bauhaus-Universität Weimar).
Alle Veranstaltungen finden im Kassel im Kiez-Kino in der Erzbergerstraße 12 statt.
29. Oktober:
Revenge (2017), R: Coralie Fargeat
Filmgespräch zwischen Alexandra Colligs (Kassel) und Gertrud Koch (Berlin)
14. Januar:
La cérémonie (1995), R: Claude Chabrol
Eingeführt von Vanessa Franke und Lorenzo Gineprini (beide Weimar)
4. Februar
Grizzly Man (2005), R: Werner Herzog
Eingeführt von Ulrike Wirth und Laurien Simon Wüst (beide Weimar)