Zurück
04.11.2026 | Öffentlichkeit | Workshop

Bildung für nachhaltige Entwicklung an der Universität Kassel erleben

Was bedeutet Nachhaltigkeit im eigenen Alltag? Woher kommt meine Kleidung? Wie funktioniert nachhaltige Stadtplanung? Was zählt zu sozialem Engagement, und wie viel Massentourismus verträgt ein Weltkulturerbe wie der Machu Picchu? Mit diesen Fragen setzten sich mehr als 700 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 8 bis 12 aus verschiedenen Schulen im Rahmen der BNE-Projekttage der Universität Kassel auseinander.

Der Projekttag folgte einer dreiteiligen Struktur aus gemeinsamem Einstieg, vertiefenden Workshops und einer abschließenden Transferwerkstatt. Der Einstieg stand unter dem Leitgedanken des interkulturellen Denkens und griff die Frage auf, wie ein gutes Leben für alle gelingen kann, obwohl Lebensrealitäten verschieden sind. Die Lernenden vollzogen damit im Kleinen den Aushandlungsprozess nach, der 2015 zur Verabschiedung der Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen führte. In den vier anschließenden Workshops wurden unterschiedliche SDG-Cluster bearbeitet:  

  • Der Workshop “Machu Picchu – ein Reiseziel, viele Perspektiven” (SDGs 10, 11 und 12) nahm die die Teilnehmenden mithilfe von Virtual Reality Brillen mit auf eine Reise an das UNESCO-Weltkulturerbe in den peruanischen Anden. Ausgehend von diesem unmittelbaren Eindruck setzten sie sich mit den unterschiedlichen Blickwinkeln auseinander, aus denen Reisende und dort Lebende einen solchen Ort wahrnehmen. Dabei reflektierten sie die Chancen und Herausforderungen, die Tourismus für Menschen, Kultur und Umwelt mit sich bringt. Daraus erarbeiteten die Lernenden gemeinsam Ansätze eines nachhaltigen und verantwortungsvollen Tourismus.  
  • Der Workshop “Future City Playgrounds: Nachhaltig entscheiden, gemeinsam gestalten” (SDGs 11 und 13) schlüpften die Teilnehmenden mithilfe des City-Building-Games “TheoTown” selbst in die Rolle von Stadtplanenden. Ziel war es, eine nachhaltige und lebenswerte Stadt zu entwickeln und dabei unterschiedliche Herausforderungen wie Flächenverbrauch, Bevölkerungswachstum und Zufriedenheit der Einwohner miteinander in Einklang zu bringen. Der Workshop verdeutlichte spielerisch die Komplexität nachhaltiger Stadtplanung und machte erfahrbar, wie eng ökologische, soziale und wirtschaftliche Entscheidungen miteinander verknüpft sind. 
  • Der Workshop “Die Reise meines T-Shirts” (SDGs 12, 8 und 13) nutzte Merge Cubes (Augmented Reality) um die globale Lieferkette zu visualisieren. Die Lernenden verfolgten den Weg eines T-Shirts vom Baumwollfeld bis zum Bekleidungsgeschäft in Deutschland und setzten sich mit den verwendeten Ressourcen sowie den Arbeitsbedingungen auseinander. Die Lieferkette wurde auf diese Weise nicht nur als ökonomischer Prozess, sondern als Gefüge von Lebens- und Arbeitsrealitäten erfahrbar. 
  • Der Workshop “Soziales Engagement” (SDGs 17, 10 und 16) beschäftigte sich mit den verschiedenen Formen sozialen Engagements und deren Bedeutung für ein gesellschaftliches Miteinander. Mithilfe von zwei Merge-Cubes-Arrangements setzten sich die Lernenden mit verschiedenen Perspektiven auf soziales Engagement auseinander. Dabei waren sie wiederholt gefordert, eigene Positionen zu reflektieren und sich eine Meinung zu bilden. 

Zum Abschluss entwickelten die Schülerinnen und Schüler eigene, konkrete Projektideen, mit denen sich Nachhaltigkeit an ihren jeweiligen Schulen stärker verankern lässt.

Charakteristisch für alle vier Workshops war der Einsatz digitaler und immersiver Lehrmethoden. Merge Cubes, VR-Brillen und Computerspiele eröffneten den Schülerinnen und Schülern neue, unmittelbare Zugänge zu komplexen globalen Themen. Zugleich fand die inhaltliche Auseinandersetzung in den Sprachen Englisch, Spanisch und Französisch sowie auf Deutsch statt. 

Die BNE-Projekttage wurden von Prof. Dr. Claudia Schlaak konzipiert und in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Ökonomie der Stadt- und Regionalentwicklung der Universität Kassel durchgeführt.