Ann-Kath­rin Mog­ge

Doktorandin am Fachgebiet Geschichte Westeuropas 18.-20. Jahrhundert


Universität Kassel
Fachbereich 05 Gesellschaftswissenschaften
Nora-Platiel-Str. 1
34109 Kassel

seit 2020 Bildungsreferentin, Die Kopiloten e.V.

2019, MA Europäische Geschichte, Universität Kassel

2015, BA Geschichte und Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie, Georg-August-Universität Göttingen

Normalisierung als Radikalisierung. Radikalisierung als Normalisierung.
Neurechte Auslotungen und Annäherungen
(Arbeitstitel)

Angesichts gegenwärtiger politischer Debatten und parlamentarischer Kräfteverhältnisse in der Bundesrepublik drängt sich die Frage auf, warum die politische Rechte so lange an den politischen Seitenlinien dahindümpelte. Auf die Achtungserfolge der NPD in den 1960er Jahren folgte eine ausdifferenzierte Auf- und Umbruchphase der extremen Rechten, aus der auch eine neurechte Strömung hervorging. Geprägt wurde die strategische Orientierung dieser Strömung seither vor allem von der Beschäftigung mit dem Ort des Nationalsozialismus in der eigenen nationalen Erzählung, sowie der „Chiffre 1968“ (Detlev Claussen) als negativem Gründungsmythos dieser Rechten. Verfolgt wird seitdem die Schaffung einer diskursiven und politischen Anschlussfähigkeit für die eigenen Positionen.
Das Promotionsprojekt richtet den Fokus auf Annäherungen und Interaktionen zwischen neurechten und bürgerlichen Milieus seit den ausgehenden 1970er Jahren und fragt nach historischen Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren für die Herstellung einer Brücke zwischen extrem rechten und demokratisch akzeptierten Positionen. Dabei rücken auch Transformationsprozesse des neurechten Lagers in den Blick – angeschoben durch die den Bemühungen um Anschluss und Gestaltung inhärenten Auseinandersetzungen mit der eigenen politischen Kultur. Das Promotionsprojekt stellt ausgewählte Themencluster in den Mittelpunkt, die sich aus zentralen Diskursfeldern der Neuen Rechten einer- sowie zeitgenössischen Themensetzungen andererseits ergeben, und unterzieht diese einer ideengeschichtlichen Analyse. Rekonstruiert und analysiert werden soll mithin die Geschichte des neurechten Diskurses in der Bundesrepublik.

  • Das Wende-Signum in der neurechten Publizistik. Eine zeitgeschichtliche Perspektivierung (DGTF-Jahrestagung 2019, 15./16. November 2019, Kunsthochschule Kassel)
  • Michael Kühnen (1955-1991): „Ich bin die Wand!“, in: Gideon Botsch/Christoph Kopke/Karsten Wilke (Hg.), Protagonisten der „Nationalen Opposition“ in der Bundesrepublik Deutschland, Berlin/Boston 2021 (im Erscheinen).
  • Aus der Volksgemeinschaft in die Nische, in: testcard. Beiträge zur Popgeschichte. #27: Popfaschismus, Mainz 2021 (im Erscheinen).
  • Das Wende-Signum in der neurechten Publizistik. Eine zeithistorische Perspektivierung, in: Michelle Christensen/Jesko Fezer/Bianca Herlo/Daniel Hornuff/Gesche Joost (Hg.), Lechts und Rinks. Eine Auseinandersetzung mit dem Design der Neuen Rechten [Studienhefte Problemorientiertes Design; 11], Hamburg 2020, S. 106-113.
  • Die Reichserntedankfeste auf dem Bückeberg. Volksgemeinschaft an der Weser, in: Manfred Jakubowski-Tiessen/Patrick Masius/Jana Sprenger (Hg.), Schauplätze der Umweltgeschichtein Niedersachsen. Werkstattbericht, Göttingen 2014, S. 61-74.
  • »Lösch dich und geh sterben!« Projektseminar zur Entwicklung von schulischen Bildungsarrangements zu Verschwörungsmythen und Hate Speech in Social Media (gemeins. mit Philipp Meyer; SoSe 2021, Universität Kassel)
  • Die extreme Rechte in der Bundesrepublik Deutschland nach 1945. Eine Herausforderung für die historisch-politische Bildung (WiSe 2021/22, Universität Kassel)