Corinna von Brockdorff, StEx

Kontakt

  • Geboren 1990 in Berlin
  • 2011 – 2016 Lehramtsstudium (L3) mit den Fächern Geschichte und Deutsch an der Universität Kassel; Abschluss mit der Examensarbeit zum Thema „Die Strafe der Stadtverbannung im Spätmittelalter. Der nordhessische Raum im Kontext“
  • seit 2017 Doktorandin im Fachgebiet Mittelalterliche Geschichte der Universität Kassel
  • seit WiSe 2017/18 Lehrbeauftragte für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Kassel (Prof. Dr. Ingrid Baumgärtner)
  • seit November 2017 Promotionsstipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung

„Ausgrenzung und Ausschluss als Sanktion. Spätmittelalterliche Städte im Raum zwischen Frankfurt und Braunschweig“

Die mittelalterliche Rechtspraxis war nicht von Hinrichtungen und Körperstrafen beherrscht. Viel öfter kamen Geld- und Ausweisungsstrafen in der städtischen Rechtsprechung zum Einsatz. Doch obwohl die Wichtigkeit des Stadtverweises in einzelnen Städten immer wieder festgestellt wurde, ist seine spezifische und regional divergierende Relevanz seit dem 13. Jahrhundert nur ansatzweise erforscht. Das Promotionsvorhaben fragt deshalb danach, aus welchem Grund, zu welchem Zweck und mit welchem Erfolg unterschiedliche Ausschlussanktionen Anwendung fanden. Dazu sind die Begründungen und Auslegungen der Sanktionen in verschiedenen Städten zu erfassen. Im Vordergrund stehen die Fragen, wie sich solche Verfahren auf den Delinquenten und sein soziales Umfeld auswirkten, welche politischen Absichten die weltlichen und geistlichen Rechtsprechenden anvisierten und welche Funktionen der Ausschluss etwa als Instrument zur Sicherung des Friedens erfüllte.
Ziel der Promotion ist es, die Ausschlusssanktionen als Herrschaftsmittel zu analysieren, die handlungsleitenden Intentionen der Rechtssprechenden fallbezogen zu enthüllen und die gesellschaftlichen Voraussetzungen und Effekte der Sanktionen im Kontext der mittel- und norddeutschen Stadtgeschichte zu untersuchen.