Pro­jekt: Be­rufs­ver­bän­de und Ge­werk­schaf­ten in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land

Wel­che Ak­teu­re or­ga­ni­sie­ren ak­tu­ell die kol­lek­ti­ve In­ter­es­sen­ver­tre­tung von Ar­beit­neh­mern?

Das Projekt wird von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert und lief von September 2009 bis Dezember 2010.

Kur­ze Pro­jekt­be­schrei­bung

Ziel des Projektes ist die quantitativen Erfassung und Untersuchung von Verbänden, die Interessen von Erwerbstätigen vertreten.

Kon­text / Pro­blem­la­ge

Bisher fehlt eine umfassende Liste aller Organisationen, die in Deutschland Interessen von Erwerbstätigen vertreten. Es gibt zwar einzelne Zusammenstellungen, die Organisationen, die im Kontext der Arbeitswelt Interessen von Erwerbstätigen repräsentieren, auflisten. Hierzu zählen: der Oeckl, die Lobbyliste des Deutschen Bundestags, der Hoppenstedt sowie das Onlineportal Verbändeforum. Alle dieser Kollektionen erfassen auch Interessenorganisationen von Erwerbstätigen im weitesten Sinne; keine der genannten Listen erhebt jedoch Anspruch auf Vollständigkeit. Ein realistisches Abbild der Landschaft lässt sich weder anhand einer der Listen, noch auf Basis einer bloßen Zusammenführung aller aufgeführten Kollektionen zu einer Gesamtzusammenstellung ermitteln.
Über den Mangel an einer kartographischen Erfassung und Darstellung der Gesamtlandschaft hinaus, fehlt derzeit eine tiefer greifende Kenntnis über Zustand und Beschaffenheit der Organisationslandschaft. Eine Untergliederung der Landschaft in Einzelgruppen ist auf Basis angebotener Definitionen und Begriffszuschreibungen nicht eindeutig möglich, so dass sich eine Zuordnung der einzelnen Arbeitnehmerverbände, die in den oben genannten Listen ermittelt werden können, zu übergeordneten Organisations-Typen nicht realisieren ließe. Um jedoch Aussagen über Trends, Dynamiken und Wandlungsprozesse der Gesamtlandschaft formulieren zu können, scheint eine vorhergehende Kategorisierung von Verbänden in Gruppen – im Sinne einer Zuordnung zu einzelnen Organisationstypen – unbedingt erforderlich.

Un­ter­su­chungs­me­tho­den

In der quantitativen Studie soll eine Vermessung der Arbeitnehmerverbandslandschaft vorgenommen werden. Hierbei soll festgestellt werden, wie viele Verbände in Deutschland Arbeitnehmerinteressen vertreten und wie sich die Anzahl der Verbände, die Zielsetzung der Verbandsarbeit und Ressourcenausstattung der einzelnen Verbände (Mitgliederzahl, Mittel/ Wege der Öffentlichkeitsarbeit) im Zeitverlauf verändert haben. Ziel ist die vollständige Erfassung der öffentlich in Erscheinung tretenden Arbeitnehmerverbände, um auf dieser Basis eine Karte der Gesamtlandschaft anfertigen zu können, die einen Überblick über alle kollektiven Arbeitnehmerorganisationen in Deutschland ermöglicht.
Ausgehend von dieser Verbands-Landkarte, soll anschließend eine Typologisierung der hier eingezeichneten Verbände erstellt werden. Dabei sollen die Verbände aufgrund ihrer jeweiligen Charaktereigenschaften, wesentlichen Merkmale, Ziele und Aufgaben übergeordneten Organisationstypen zugeteilt werden, so dass eine Typologie aller Verbände, die derzeit in Deutschland Interessen von Erwerbstätigen repräsentieren, erarbeitet und vorgestellt werden kann.

Ergänzungsprojekt zum Ursprungsprojekt