Fach­ge­biet­spro­fil

Demokratie und Krise werden immer häufiger in einem Atemzug genannt. Woran liegt es, dass die politische Unzufriedenheit wächst und die etablierten Akteure des politischen Systems, vor allem die Volksparteien, derart unter Druck geraten, dass ihre Existenz auf dem Spiel steht? Warum gewinnen populistische Kräfte an Aufwind? Das politische System hat eine Geschichte, die weit ins 19. Jahrhundert zurückreicht. In besonders starkem Maße ist sie jedoch durch die Abwendung vom deutschen Faschismus geprägt. Diese verliert aber an Prägekraft, während Entwicklungen, die mit der Globalisierung, Europäisierung und Digitalisierung einhergehen, an Bedeutung gewinnen. Im Zentrum der Lehr- und Forschungstätigkeit des Fachgebiets Politisches System der Bundesrepublik Deutschland – Staatlichkeit im Wandel stehen die Bedingungen, Entwicklungen und Perspektiven von Demokratie im Wechselspiel zwischen Ideen, Interessen und Institutionen.

Leh­re

Die vielfältigen abgedeckten Bereiche des politischen und sozioökonomischen Systems der Bundesrepublik Deutschland und des Bundeslandes Hessen, wie Organisationen, Institutionen, Verwaltungen, aber auch historisch-kulturelle Grundlagen werden als vertiefende Akzente in verschiedenen Prüfungsordnungen aufgeführt. Dafür bietet das Fachgebiet ein kontinuierliches Lehrangebot, das neben den grundständigen Einführungsveranstaltungen ein breites Repertoire an vertiefenden Angeboten bereithält. Zu diesem tragen nicht nur die Mitarbeiter:innen am Fachgebiet mit ihren Veranstaltungen, sondern auch die eingeworbenen Lehraufträge von ausgewiesenen Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis bei.

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For­schung

Das Profil des Fachgebiets spiegelt sich in den Forschungsaktivitäten der Mitarbeiter:innen und den erfolgreich eingeworbenen Drittmitteln wider. Die Projekte befassen sich mit den Bereichen Sozialstaat, Transformation der Arbeitswelt, Arbeitsbeziehungen/Tarifpolitik, Digitalisierung und Rechtspopulismus/Zivilgesellschaft. Zuletzt entstanden so Studien zu Entwicklung, Präsenz und Konflikten rechtspopulistischer Aktivitäten in organisierten zivilgesellschaftlichen Räumen, Wohlfahrtsverbänden im digitalen Zeitalter, Strategien kollektiven Handelns im Pflegesektor, neuen Versuchen einer strategischen Mitgliedergewinnung durch Gewerkschaften und zur Bedeutung vorbeugender Sozialpolitiken in den Bundesländern. Diese Projekte wurden erfolgreich abgeschlossen und haben nicht nur viel beachtete Forschungsberichte, sondern auch Dissertationen hervorgebracht. Hinzu kamen kleinere Projekte zu Themen wie Interessenvertretung/Lobbying von Berufsgewerkschaften und Akteursperspektiven auf Regulierungsbedarfe in der Plattformökonomie. Aktuelle und geplante Projekte beschäftigen sich unter anderem mit der Arbeitsweltberichterstattung in Hessen, der Entwicklung von Mitbestimmung, aber auch rechtspopulistischen Tendenzen am Arbeitsplatz, der sektorspezifischen Konstellation von Altersvorsorge-Arrangements sowie der Interessenvertretung und der Entwicklung von Arbeitsbedingungen in der (Alten-)Pflege.

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