Das Masterlabor befasst sich parallel mit zwei entgegengesetzten Polen des heutigen Städtebaudiskurses:
Zum einen werden die sich immer deutlicher sich ausformenden, rechtslastig bis rechtsautoritären Tendenzen in Städtebau und Architektur in Focus genommen, die ihrerseits zwei exzentrische Pole aufweisen: Zum einen die deregulierte Immoblienentwicklung mit paleolibertäre bzw. anarchokapitalistische Konzepten für Privatstädte, Seastading und Visionen der Marsbesiedlung, zum anderen die identitätspolitisch ausgerichteten Rekonstruktionen verlorener Bauten sowie pastichehafte neotraditionelle Neubauten, die eine vermeintlich homogene und konsistente nationale Vergangenheit beschwören. Während für erste Projekte von Zaha Hadid Architects/ Patrick Schumacher und Björn Ingels/ BIG stehen, finden sich neonationalistische Architekten u.a. in USA, Großbritannien, Ungarn, Serbien, Türkei, Russland, Israel, Indien, Thailand und auch Deutschland.
Neben der kritischen Auseinandersetzung mit diesen reaktionären Tendenzen befassen wir uns als Gegenpol mit progressiven Vorschlägen für einen modernen Städtebau für offene liberale Gesellschaften. Es geht um Ensemble und Quartiere, die Vielfalt und Diversität mit Gestaltungskraft verbinden, die urbane Räume und ansprechende Stadtbilder schaffen. Hierfür werden gelungene Fallbeispiele für neue Stadtquarteire aus Mitteluropa, Skandinavien und Japan analysiert.
Das Seminar dient nicht zuletzt der inhaltlichen Entwicklung einer Pop-Up-Ausstellung an der Akademie der Künste Berlin im Mai/ Juni 2027, die ein mehrtägiges internationales Symposion begleitet.