Aktuelle Lehre

Die Seminare des Wintersemesters 2026/27 werden am Mittwoch, den 14. Oktober um 14:30 im A 0106 (ASL Neubau) vorgestellt. 

Für die Seminare Pflichtfach Architekturtheorie Modul A-2.1-01 Architekturtheorie, und für das Modul A-2.2-41 Masterlabor Stadtplanung : Vertiefung Planungsgeschichte ist die Einwahl für unsere Platzvergabe bis Mittwoch 14.10., 16.30 verpflichtend.

Die Einwahl erfolgt über diesen Link: https://login.asl.uni-kassel.de/ath/index.php

Die Vergabe wird noch am selben Abend mitgeteilt.

 

Stadtkonzepte zwischen Retropia, Anarchokapitalismus und reflexiver Moderne

Das Masterlabor befasst sich parallel mit zwei entgegengesetzten Polen des heutigen Städtebaudiskurses:

Zum einen werden die sich immer deutlicher sich ausformenden, rechtslastig bis rechtsautoritären Tendenzen in Städtebau und Architektur in Focus genommen, die ihrerseits zwei exzentrische Pole aufweisen: Zum einen die deregulierte Immoblienentwicklung mit paleolibertäre bzw. anarchokapitalistische Konzepten für Privatstädte, Seastading und Visionen der Marsbesiedlung, zum anderen die identitätspolitisch ausgerichteten Rekonstruktionen verlorener Bauten sowie pastichehafte neotraditionelle Neubauten, die eine vermeintlich homogene und konsistente nationale Vergangenheit beschwören. Während für erste Projekte von Zaha Hadid Architects/ Patrick Schumacher und Björn Ingels/ BIG stehen, finden sich neonationalistische Architekten u.a. in USA, Großbritannien, Ungarn, Serbien, Türkei, Russland, Israel, Indien, Thailand und auch Deutschland.

Neben der kritischen Auseinandersetzung mit diesen reaktionären Tendenzen befassen wir uns als Gegenpol mit progressiven Vorschlägen für einen modernen Städtebau für offene liberale Gesellschaften. Es geht um Ensemble und Quartiere, die Vielfalt und Diversität mit Gestaltungskraft verbinden, die urbane Räume und ansprechende Stadtbilder schaffen. Hierfür werden gelungene Fallbeispiele für neue Stadtquarteire aus Mitteluropa, Skandinavien und Japan analysiert.

Das Seminar dient nicht zuletzt der inhaltlichen Entwicklung einer Pop-Up-Ausstellung an der Akademie der Künste Berlin im Mai/ Juni 2027, die ein mehrtägiges internationales Symposion begleitet.

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Retropia und Akzeleration - rechtsautoritäre Ideologien in Architektur und Städtebau

Wir leben in einer paradoxen Gegenwart: Der digitaler Plattformkapitalismus entfaltet sich nahezu unreguliert und ungehemmt und revolutioniert unser Alltagsleben. Und dieser befördert die Ausbreitung reaktionärer, rechtspopulistischer Ideologien von Abstammung, Nation, Geschlecht und Familie, welche die Wiedergeburt idealisierte Vergangenheiten propagieren. Nirgendwo wird diese Schizophrenie so anschaulich wie in der Architektur. [...]
Unsere Zukunft ist nicht konsistent, sondern bevölkert von futuristischen wie nostalgischen Gespenstern. Und auch wenn Herkunft und Identität den ideologischen Kern der sich ausbreitenden antiliberalen Narrative bilden, so handelt es sich dabei um eine globale, die Kontinente übergreifende Strömung mit einem gemeinsamen Argumentationsmodell.
Diese Beobachtung nehmen wir zum Anlass für eine kritische Bestandsaufnahme, welche das vielerorts gleichzeitig Erscheinen nationalistischer Gespenster am Beispiel von Architektur in Augenschein nimmt.

In dem Seminar sollen diese Phänomen arbeitsteilig recherchiert und diskutiert werden. Die Seminarergebnisse dienen zur Vorbereitung einer Pop-Up-Ausstellung an der Akademie der Künste Berlin im Mai/ Juni 2027. Bei Interesse kann ein im Frühjahr 2027 ein Zusatzmodul zur Beteiligung an der Ausstellungsumsetzung gewählt werden.

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DiverCities: Neue Stadtquartiere für die offene Gesellschaft

Im Rahmen des Seminars wollen wir uns mit gelungen Quartiersbildungen der letzten Jahrzehnte und den ihnen zu Grunde liegenden Regelwerken befassen: Welche Regeln bedarf es für ein Neubauquartier? Was ist das Verhältnis von Stadtplan, Hausentwurf und Bewohner? Was gehört heute zu einem „Recht auf Stadt“.

In dem Seminar sollen Fallstudien arbeitsteilig untersucht und diskutiert werden. Die Seminarergebnisse dienen zur Vorbereitung einer Pop-Up-Ausstellung an der Akademie der Künste Berlin im Mai/ Juni 2027. Bei Interesse kann ein im Frühjahr 2027 ein Zusatzmodul zur Beteiligung an der Ausstellungsumsetzung gewählt werden.

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Phase 0 – Haus ZundA – ehemals Zwangsraum „Judenhaus“ in Witzenhausen (Design-Build)

Die zentrale Adresse in Witzenhausen am Marktplatz, gegenüber dem Rathaus gelegen, war seit Anfang des 19. Jahrhunderts ein Textil- und Weißwarengeschäft der jüdischen Familie Kugelmann. Während der NS-Zeit wurde es zu einem Zwangsraum, einem sogenannten „Judenhaus“. Weitere ortsansässige Familien wurden gezwungen, in das Haus einzuziehen, die Eigentümer, diese aufzunehmen. Laut der angebrachten Tafel lebten statt der ursprünglichen vierköpfigen Familie hier zeitweise 15 Menschen in den zwei Obergeschossen. Das Haus wurde 2022 gekauft, aktuell läuft der Umbau und Sanierung.

Studierende des Fachbereichs ASL und der Kunsthochschule Kassel werden gemeinsam in Kooperation mit Vertreter:innen des Haus ZundA, teil des gemeinnützigen Mietshäusersyndikats, Grundlagen für die Konzeption und Gestaltung der öffentlichen Erdgeschossbereiche des Hauses entwickeln.

Ziel ist es, die Aufgabenstellung für ein Design Build Projekt im Sommersemester 2027 zu erstellen und die dafür erforderlichen Grundlagen zu ermitteln. („Phase 0“).

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Vortragsreihe des Transdisziplinären Zentrums für Ausstellungsstudien TRACES

Das Transdisciplinary Center for Exhibition Studies TRACES lädt zu einer öffentlichen Vortragsreihe zu Themen des Ausstellens, Erinnerns, Forsches, Kuratierens und Gestaltens ein.
Die Reihe versteht sich als offenes Forum für den Austausch zwischen Universität, Kunsthochschule und Öffentlichkeit. In diesem Sinne wurden die eingeladenen Referent*innen in enger Abstimmung mit Lehrenden der Universität und der Kunsthochschule Kassel in Verbindung zu einzelnen Lehrveranstaltungen ausgewählt.
Nationale und internationale Gäste aus den Bereichen Bildende Kunst, Design, Ausstellungspraxis, Theater, Kunstgeschichte und kuratorische Theorie geben Einblicke in ihre Arbeitsweisen, Forschungsfragen und gestalterischen Perspektiven. So entsteht ein transdisziplinäres Programm, dass sich aus vielfältigen Perspektiven mit der Praxis des Ausstellens auseinandersetzt.
Alle Vorträge finden dienstags um 18:00 Uhr in der TRACES Forschungsstation auf dem Lutherplatz statt. Der Eintritt ist frei, alle Interessierten sind herzlich willkommen.

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Spuren und Identitäten. Werner Noell: Leiter des Hochbauamtes Kassel, zuvor Obersturmbannführer in der Waffen-SS

Untersucht werden soll der Architekt Werner Noell, der unter dem NS-Regime verschiedene Positionen innerhalb der Luftwaffe und der SS innehatte. Als Obersturmbannführer der Waffen- SS war er in führender Position im SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamt tätig – und als solcher mitverantwortlich für den Bau von Konzentrationslagern. Nach 1945 wurde er „entnazifiziert“ und Leiter des Hochbauamts in Kassel. In enger Zusammenarbeit mit Stadtbaurat Wolfgang Bangert prägte er den Wiederaufbau und die Nachkriegsmoderne in Kassel maßgeblich mit und verantwortete viele Bauprojekte, oftmals als Entwerfender, teilweise als Projektbeteiligter. Die Spuren Werner Noells sind bis heute wenig erforscht – architektonisch wie persönlich.
Im Seminar soll eine erste Grundlagenforschung entstehen, die methodisch und thematisch
Freiheiten in der Auswahl bietet.

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Umwelt(en): Konzeptionen und Entwürfe zwischen 1950 und 1980

‚Umwelt‘ ist ein facettenreicher Begriff, der unterschiedliche Vorstellungen und Weltanschauungen versammelt. Als Beschreibung einer Umgebung impliziert ‚Umwelt‘ stets das Umgebende – das Externe, die Welt, das ‚Draußen‘ – ebenso wie das Umgebene, das ‚Innere‘, das Subjekt. Beschreibungen von Umwelt(en) beinhalten damit auch Entscheidungen darüber, wer oder was Teil dieser Umwelt(en) ist, und wer oder was nicht.
Zwischen 1950 und 1980 beschreibt ‚Umwelt‘ sowohl Wahrnehmungs- und Wirkungswelten (bestimmter) Lebewesen als auch abstrakte Regelkreise, klimatisierte Innenräume ebenso wie den Planeten Erde als Ganzes. In diesem Zeitraum avanciert ‚Umwelt‘ zu einem Leitbegriff in verschiedenen Disziplinen und Feldern: von der Biologie über die Systemtheorie bis hin zur Architektur und Planung.
Diese vielseitigen Bedeutungsebenen erschließen wir gemeinsam im Seminar anhand von exemplarischen Originalquellen und Sekundärtexten. Dabei analysieren wir auch Diagramme und Entwürfe, in denen Umweltkonzeptionen Gestalt annehmen und in der Architektur verarbeitet werden: Welche Entwicklungen durchlief der Umweltbegriff in den 1950er- bis 1980er-Jahren? In welchen Kontexten zirkulierten entsprechende Konzeptionen? Wie beeinflussten verschiedene Konzeptionen von Umwelt(en) die Architektur(lehre) und wurden in Entwürfen verarbeitet?
Ergebnis des Seminars ist ein gemeinsam erarbeitetes Glossar, welches die zentralen Begriffe des Themenfelds ‚Umwelt‘ umreißt.

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