Exkursion - Zirkularität in Berlin

Sommersemester 2026
Veranstaltungsnr. | FB06.076
Betreuung | Univ.-Prof. Florian Otto
Wiss. Mitarbeitende | M.Sc. Olympia Tomczyk, M. Sc. Rickmer Niehuus
 

Historisch lässt sich Wiederverwendung in Kunst, Architektur und Landschaftsarchitektur als kontinuierliche Praxis lesen – von funktionaler Umnutzung über postmoderne Zitatstrategien bis hin zu heutigen Urban-Mining-Ansätzen. Vor dem Hintergrund von Klima- und Biodiversitätskrise erhält diese Praxis jedoch eine neue Dringlichkeit: Zirkularität wird zur Voraussetzung einer zukunftsfähigen Raumproduktion.

Die Strategien Reduce, Reuse, Recycle gelten als zentrale Instrumente der Kreislaufwirtschaft und werden im Bauwesen zunehmend als Antwort auf Ressourcenknappheit, Klimakrise und steigende Rohstoffpreise diskutiert. In der Landschaftsarchitektur beschränkt sich ihre Anwendung bislang jedoch häufig auf einzelne Materialien oder projektbezogene Maßnahmen. Zirkularität wird dabei vor allem technisch oder ökologisch verstanden – weniger als räumliches, organisatorisches und kulturelles Prinzip.

 Dabei ist Wiederverwendung nicht allein ein materieller Vorgang. Sie beschreibt einen Prozess der Bedeutungsverschiebung: Materialien, Strukturen und Orte bleiben im Umlauf, erfahren jedoch eine neue Nutzung, Bewertung und ästhetische Lesart. Diese Transformation betrifft nicht nur Objekte, sondern auch Entwurfshaltungen, Rollenbilder und Planungsprozesse. Zirkularität wird damit zu einer Frage des Maßstabs, der Organisation und der Zeit.

Exkursion untersucht und besucht ausgewählte Projekte, die exemplarisch für zirkuläre Ansätze in Berlin stehen. Die Exkursion selbst, sowie das vor-, und nachbereitende Seminar kann zielführend mit dem Projektangebot des Fachgebiets LAT kombiniert werden.

Die Exkursion ist auf 20 Teilnehmende beschränkt. Die Auswahl erfolgt nach Abschluss der Projekteinwahl anhand der in Moodle angemeldeten Interessent*innen.