Klimasanierungspotenzialraum Straße
Wintersemester 2052/2026
Veranstaltungsnr. | FB06.520
Betreuung | Univ.-Prof. Florian Otto
Wiss. Mitarbeitende | M. Sc. Rickmer Niehuus
Das Projekt untersucht Straßenraum als kommunal verfügbare Flächenressource zur klimatischen Sanierung dichter innerstädtischer Quartiere in Kassel.
Während Starkregenereinisse und Hitzeperioden in immer kürzeren Abständen auftreten und damit die Notwendigkeit der Anpassung an die Folgen des anthropogen verursachten Klimawandels mehr und mehr deutlich machen, erfolgt die Umsetzung entsprechender Maßnahmen bislang weitgehend beschränkt auf Einzelmaßnahmen, Prototypen oder temporäre Ansätze. Der Beitrag des deutschen Pavillons auf der aktuellen Architekturbiennale in Venedig „Stresstest“ zeigt eindringlich auf, dass eine breitere Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen erforderlich ist, um Städte als Lebensräume zu erhalten.
Das Entwurfsprojekt sucht deshalb nach prinzipiellen Lösungsansätzen für innerstädtische Stadtquartiere, in denen in der Regel die räumlichen und finanziellen Ressourcen fehlen, um zusätzliche Freiflächen zu entwickeln. Der Straßenraum bietet diese Flächenressource, welche sich grundsätzlich auch im kommunalen Zugriff befindet.
Straße als ureigenste Typologie öffentlichen Raums biet die Chance, die Verteilung und Funktion öffentlicher Freiräume neu zu verhandeln und so eine Anpassung des Mobilitätsverhaltens und einen demokratischen Diskurs über die Zukunft des Stadtraums zu fördern. Um dies zu erreichen, muss Landschaftsarchitektur in ihrem Entstehungsprozess und in ihren gebauten Beiträgen neben den quantitativen Veränderungen auch positive Erfahrungsmöglichkeiten qualitativer Veränderung in alltäglicher Lebenswirklichkeit aufzeigen.
Das Projekt bearbeitet prinzipielle stadträumlich analytische, klimatische, verkehrstechnische, hydrologische und räumlich- amosphärische Aspekte in einem konkreten landschaftsarchitektonischen Entwurf.