Di­gi­ta­le Trans­for­ma­ti­on (DI­T­RA)

Be­schrei­bung

Dieser Forschungsschwerpunkt widmet sich dem durch die fortschreitende Digitalisierung bewirkten Veränderungsprozess, der alle Bereiche der Gesellschaft erfasst. Seine vielfältigen und tiefgreifenden Auswirkungen auf Wirtschaft, Recht und Bildung sollen beobachtet, beschrieben, analysiert und prognostiziert werden, um die Transformation mit Gestaltungsvorschlägen begleiten zu können.

Unter Digitalisierung wird die umfassende digitale Repräsentation von Informationen bei der Speicherung, Verarbeitung, Bereitstellung und Vernetzung verstanden. Der dadurch bewirkte Veränderungsprozess bietet vielfältige Chancen (z. B. Effizienzsteigerungen, Förderung von Pluralismus und Demokratie durch ubiquitäre Bereitstellung von Information, Optimierung von Lebens- und Versorgungsqualität), beinhaltet aber auch Risiken (z. B. die Überforderung und Ausgrenzung von Kunden/Mitarbeitern oder den Verlust der Selbstbestimmung, digitale Kluft). Digitale Transformation beschreibt nicht nur die technische Veränderung in einem isolierten Bereich, sondern die Vernetzung verschiedener informationstechnischer Möglichkeiten, die zu komplexen Ursache-Wirkungsketten führt. Nur vor diesem Hintergrund kann eine differenzierte Einschätzung der sozialen Akzeptanz und Akzeptabilität des Einsatzes von Informationstechnik und der dieser zugrundeliegenden Technologien vorgenommen werden. Der Forschungsschwerpunkt konzentriert sich vor allem auf die Wirkung neuer Informationstechniken für Bürger, Verbraucher und Arbeitnehmer (Koordinationsformen, Informationsprivatheit), für Unternehmen (Strategie, digitale Geschäftsmodelle, betriebliche Informationssysteme) sowie für die Aus-/Weiterbildung von Mitarbeitern und Führungskräften (Bildung).

Exemplarisch werden in dem Forschungsschwerpunkt vier wesentliche Themen mit besonderer wirtschaftlicher, rechtlicher und bildungspolitischer Relevanz analytisch und gestaltungsorientiert betrachtet:

 

  • Sich verändernde Kommunikations- und Koordinationsformen von Mensch zu Mensch, von Mensch zu Maschine und schließlich von Maschine zu Maschine etwa durch Entgrenzungen der Markt- oder Arbeitskoordination oder neue IT-Bereitstellungsmodelle
  • Wettbewerbsstrategische und branchenstrukturelle Dynamiken durch neue Dienstleistungs- und Produktgestaltungsmöglichkeiten sowie durch die von digitalen Plattformen oder dezentralen Transaktionssystemen bewirkte Absenkung von Markteintrittsbarrieren
  • Schutz von Privatheit und Verbraucherinteressen etwa bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und Informationen
  • Neue Ansätze und Methoden in der Bildung etwa durch interaktive, multimediale und überall verfügbare Lehr-/Lernangebote (Schnittstelle zum Forschungsschwerpunkt KENT)