Rest­bio­mas­sen

Ziel des Forschungsprojekts CoAct ist sowohl die Quantifizierung und Charakterisierung der verfügbaren Restbiomassen in der Untersuchungsregion, als auch die Herstellung hochwertiger Aktivkohlen und erneuerbarer Energieträger aus den identifizierten Restbiomassen mittels dem entwickelten CoAct-Verfahren. Hierzu strebt das Forschungsvorhaben die Identifizierung der Restbiomassen an, deren Verwertung im CoAct-Verfahren den größten Nutzen stiftet. Die Beurteilung beruht dabei auf technischen, ökonomischen, ökologischen und sozialen Kriterien und ist Grundlage einer zu schaffenden Entscheidungsmatrix.

De­fi­ni­ti­on Rest­bio­mas­sen

„In dem Forschungsvorhaben CoAct wird der Begriff „Restbiomassen“ für alle pflanzlichen Rest- und Abfallstoffe verwendet, die bei Produktionsprozessen (z.B. dem Anbau landwirtschaftlicher Produkte) und der Erstellung von Dienstleistungen (z.B. der Flächen- und Landschaftspflege) in der Forschungsregion anfallen.“

Diese Definition dient dazu den Begriff der Restbiomassen einzuordnen und von anderen Biomassen abzugrenzen. Die Definition beinhaltet grundsätzlich alle Arten von Restbiomassen und Abfallstoffe, unabhängig davon, ob es für einzelne Biomassenströme bereits Verwertungspfade gibt oder nicht.

Klas­si­fi­zie­rung von Rest­bio­mas­sen

Für die Verabeitung der Restbiomassen nach dem CoAct - Verfahren erfolgte eine Klassifizierung der Biomassen in holzige Restbiomassen (Biomassentyp A) und grasartige Restbiomassen (Biomassetyp B).

Holzige Restbiomassen, wie beispielsweise Hochstammschnitt und Forstrestholz, aber auch strohartige Restbiomassen, wie Getreide- oder Maisstroh können direkt pyrolysiert und aktiviert werden. Grasartige Restbiomassen (z.B. Straßenbegleitgrün, Landschaftspflegematerial oder  Weintrester) hingegen benötigen eine Aufbereitung durch das IFFB - Verfahren, um den Mineralstoffgehalt und insbesondere korrosive Bestandteile der Biomassen, wie beispielsweise Chlor und Schwefel zu reduzieren.

Unsachgemäße Verwertung von holzigen Restbimassen (Biomassetyp A)
Straßenbegleitgrün (Biomassetyp B)
Heckenschnitt (Biomassetyp A)
Weintrester (Biomassetyp B)

Quan­ti­fi­zie­rung der ver­füg­ba­ren Rest­bio­mas­sen in der Un­ter­su­chungs­re­gi­on

Unter Leitung der Bodensee-Stiftung als regionaler Projektkoordinator und in enger Zusammenarbeit mit dem Bodenseekreis und der Stadt Friedrichshafen wurden die verfügbaren Restbiomassenmengen in der Projektregion ermittelt. Das durch Experteninterviews und zahlreiche Datenerhebungen ermittelte Restbiomassepotenzial in der Untersuchungsregion beläuft sich auf ca. 100.000 Tonnen (Trockenmasse) pro Jahr. Unter Berücksichtigung aktueller Ergebnisse aus dem laufenden Projekt könnte aus diesen Restbiomassen etwa 10.000 t regionale Aktivkohle hergestellt werden.